In einem Beitrag vor ein paar Monaten, mit dem schönen Titel “Alles irdische vergeht, auch die Hypo Real Estate?” hatte ich mich ein wenig mit diesem deutschen Immobilienfinanzierer und seiner doch eher extravaganten Bilanzierungspraxis auseinandergesetzt, und u.a. folgenden Satz geschrieben:
“Wer sich die Frage stellt, welche deutsche Bank wohl als nächstes die Segel streichen könnte, sollte die Hypo Real Estate daher durchaus eines zweiten Blickes würdigen.”
Und keine 6 Monate später wäre es denn dann eigentlich auch soweit gewesen! Wenn nicht eine offensichtlich völlig durchgedrehte Bundesregierung, allen voran ein damit zur absoluten Witzfigur degradierter Finanzminister Peer Steinbrück, der vor wenigen Tagen noch große Töne gespuckt hatte, die Geldbörse gezückt hätte. Nicht ihre Geldbörse, wohlgemerkt, sondern die des deutschen Steuerzahlers.
Halten wir mal eines vorneweg gleich fest: aus der Natur der Geschäfte, die die Hypo Real Estate macht, ergibt sich kein, wiederhole: kein einziger, plausibler Grund, warum man diesen Laden retten sollte, noch dazu mit Steuergeldern. Die HRE hat keine Einlagen, der angeschlagene Geschäftsteil setzte sich mit der Finanzierung von langfristigen öffentlichen Projekten auseinander, die Gläubiger haben sich dem Vernehmen nach ohnehin längst verabschiedet. Was in Dreiteufels Namen spricht dagegen, diese Bank einfach still und leise abzuwickeln? Dass es ein DAX-Konzern ist? Dass es die erste deutsche private Großbank wäre, die pleite ginge? Wen interessiert das?
Was bewegt also den Bund, der seine maximale Inkompetenz in Finanzdingen gerade bei der IKB unter Beweis gestellt hat, sich mit satten 27Mrd Euro bei der HRE zu engagieren? Will mir das mal bitte einer sagen?
Ich bin nun wirklich einer, der Bailouts und nationale Rettungsmaßnahmen sehr differenziert betrachtet und dafür einige Kritik einstecken mußte. Aber dieses Vorgehen des Bundes bei der HRE, soferne sich der FTD-Bericht als zutreffend herausstellen sollte, ist falsch, falsch und nochmals falsch!















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Narretei im fortgeschrittenen Stadium, möglicherweise hat es zusätzlich etwas mit der Bayerischen Landesbank zu tun – schließlich hängen da die bayerischen Sparkassen drin.
arrrrrgh 35 Mrd Euro? Für ein bisschen mehr hätten wir auch AIG kaufen können, das wäre vermutlich ein sinnvolles Investment gewesen… Vielleicht sollte Steinbrück Paulson ein Angebot machen^^?
Lasst die Banken Pleite gehn, solange das Sytem das verkraften kann. Das wird ihnen eine Lehre sein…
> wgn: falsch, fälscher, die spinnen!
Die Regierung hat Angst! Das ist der springende Punkt. Sie wissen mehr als wir. In den letzten Monaten und Wochen dürfte enormes Kapital aus diversen Banken und sonstigen Finanzinstituten abgeflossen sein. Hierüber ist die Regierung sicherlich weitergehend informiert als die Öffentlichkeit. Evt. steht der Einlagensicherungsfond durch Lehmann am Rande seiner völligen Entleerung. Es herrscht Panik auch in der deutschen Finanzwelt, trotz Einigung in Amerika. Weitere Hiobsbotschaften zeichnen sich ab. Nur vor diesem Hintergrund war und ist der Einsatz von öffentlichen Mitteln zu rechtfertigen.
Immer mehr Menschen, bringen ihr Vermögen vor Banken in Sicherheit, sämtliche Aktiva der Banken gehen gegen Süden. Die Regierung ist gezwungen zu handeln. Der Abzug von Vermögen bzw. der Entzug von Eigenkapital von Banken ist eine Art Seismograph mit Selbstzünder. Ganz offensichtlich gibt es hier derzeit auch in Deutschland ganz heftige und zunehmende Ausschläge, die die deutsche Bankenlandschaft gefährden. Wird eine gewisse Schwelle überschritten, ist das Vertrauen in Deutschland dahin. Was spricht den dagegen, sein Geld mal für ein paar Monate unters Kopfkissen zu legen ? Praktisch nichts, außer Zinsen, angesichts eines befürchteten Totalverlustes. Im Gegensatz zu Amerika, reagiert der Deutsche heftiger und konsequenter als der Ami, wenn er mal anfängt sich zu bewegen. Das Theater, welches in Amerika seit Monaten vorgeführt wird, wäre in Deutschland undenkbar.
Es herrscht nun auch in Deutschland große Unruhe in der Mittelschicht. Mir fällt das auf, wenn ich beobachte, über was Stammtische der nicht ganz simplen Art reden und was für Gruppen sich plötzlich auf lokaler Ebene bilden. Auch in den Firmen wird man sich nun des Ausmaßes der Finanzkrise bewusst, weil die Aufträge vom letzten Jahr abgearbeitet, neue Aufträge auf sich warten lassen und Kreditlinien restriktiver gehandhabt werden. Die Finanzkrise ist endlich Gesprächsthema nicht nur in den Medien, sondern auch in den Gewerbevereinen und deren Stammtischen. Immer breitere Kreis fühlen sich nun wirklich betroffen. Noch vor 3 Monaten wurde das Thema Finanzkrise irgendwie ignoriert.
Die Bundesregierung muss daher alles vermeiden, was den Abzug von Kapital durch die breite Masse beschleunigt. Sie muss das Vertrauen der breiten Masse bewahren. Das wird verdammt schwer werden. Die Risiken für das Vertrauen des Volkes sind derzeit immens groß. Macht euch das mal klar. Ihr wisst es doch im Grunde.Angst regiert deshalb nun die Regierung. Die Massenpsychologie/-hypnose ist nun der wichtigste Parameter für jede Entscheidung.
Deine Kritik erscheint mir etwas undifferenziert. So weit öffentlich bekannt kommt das Problem ja aus der Depfa, der die Möglichkeiten der Refinanzierung auf dem kurzfristigen Kreditmarkt ausgegangen sind. Das ist so weit ein Problem der Finanzkrise und des Austrocknens des Geldmarktes. Wenn (was ich so nicht überblicken kann) das grundsätzliche Geschäftsmodell ok ist und das Problem nur aus der aktuellen Sondersituation der kurzfristigen Kreditmärkte kommt, dann macht es im Prinzip Sinn dort zu helfen.
Dagegen spräche nur, dass es sich um eine Tochter der Hypo RE handelt und man so Probleme mit dem Risiko bei der Mutter bekommen könnte.
Man kann das ja nicht aus dem Gesamtkontext herrauslösen.
Wie muss sich ein arbeitsloser Harz4 Empfänger jetzt fühlen bei dem man darüber diskutierte er solle sich doch im Winter gefälligst einen Pullover anziehen wenn das Geld für die Heizkosten nicht reicht.
Wer hier die Schmarozer wahren und sind das Zeigt sich doch jetzt deutlich.
Ich möchte nur mal darauf hinweisen das das 375 Euro für jeden deutschen Staatsbürger sind.
oder 3175 Euro für jeden Arbeitslosen bei angenommenen 8 Millionen also mit Dunkelziffer.
Erstaunlich auch, daß überhaupt kein Kriterienkatalog für die Entscheidung Bailout: ja-nein vorzuliegen scheint.
Schlimm, daß diese Maßnahme so nach Gutsherrenart ohne parlamentarische Begutachtung und Diskussion abgewickelt wird.
Im Übrigen verweise ich auf mein Dauerargument zur Ursache dieses kriminelle Handlungen ermöglichende Geldsystem – der Zins!
Nur dieser erlaubt in Verbindung mit Regelumgehung und -Aufweichung diese Aufbläung der Geldmenge.
Nicht nur scheint kein Kriterienkatalog für Bailouts vorzuliegen und die Entscheidungen willkürlich.
Auch scheint es keine Obergrenze zu geben, ab der vorher das Parlament oder andere Kontrollgremien zu konsultieren sind. So eine Pleite entsteht doch nicht über Nacht, auch wenn man uns da jetzt in der Presse so glauben machen will.
Wie groß wird wohl der nächste Bailout? 50, 100, 500 Milliarden?
Welche tiefgreifenden Konsequenzen hatten eigentlich der SachsenLB- und der IKB-Bailout?
Die HRE-Tochter DEPFA hätte mit einer Pleite wohl einen Tsunami auf dem Pfandbriefmarkt ausgelöst. Mündelsicherheit adé ?
Das alles hat jetzt Münchhausen-Format: Wir versuchen , uns an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen…
Und dann kommen ja bald die Kommunen mit ihren fallierenden Sle-and-lease-back und Cross border lease-Geschäften.
Glaubt hier etwa noch einer an ein Fortbestehen dieses Finanzsystems mit dem grünen Klopapier als unbesicherte Grundlage?
“Glaubt hier etwa noch einer an ein Fortbestehen dieses Finanzsystems mit dem grünen Klopapier als unbesicherte Grundlage?”
Die Moralische Bankroterklärung hat es ja bereits Unterzeichnet jetzt muss nur der Rest abgewickelt werden…
“Das alles hat jetzt Münchhausen-Format: Wir versuchen , uns an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen…
”
Na ja WGX meint ja dass sowas möglich ist…
ich glaubs eher nicht….
Was erwiderte Angela doch gleich auf Paulsons Vorschlag, es den Amerikanern nachzutun? Staatliche Hilfe sei nicht nötig, denn bei uns sei ja alles ok?