Der dümmste verdammte Plan des Jahrhunderts

by weissgarnix on 19. September 2008

Hätte man mich gefragt, was man mit diesen vermaledeiten Hypothekenpapieren in den Bankbilanzen machen soll, damit einerseits die Schockstarre aus den Märkten weicht, aber andererseits die unseeligen Praktiken der Vergangenheit nicht gleich wieder ein Revival feiern, ich hätte eine 1A-Lösung parat gehabt: ausnahmsweise den Banken erlauben, von den IFRS abzuweichen, alle diese Papiere aus den kurzfristigen Trading-Beständen in die langfristige “held to maturity”-Kategorie umbuchen, statt nach fair value mit den historischen Anschaffungskosten bewerten und in dem Ausmaß wertberichtigen, wie konkrete Ausfälle zu erwarten sind. Die so gehobenen stillen Reserven hätten sie erfolgsneutral ins Eigenkapital gebucht, die Zentralbanken hätten ihnen umfangreiche Finanzierungen dafür eingeräumt, und im erforderlichen Umfang hätten sie sich zusätzliches Eigenkapital halt über die Börse besorgt. Das alles wäre total easy gewesen, und gerecht noch dazu, weil derjenige, der tatsächlich den größten Schrott in den Büchern hat, dann auch zukünftig wesentlich stärker bluten hätte müssen, als andere, deren Kreditpositionen in besserer Verfassung sind.

Aber mich fragt ja keiner. Und deshalb sind Hankie und Bennie jetzt drauf und dran, den Fehler des Jahrhunderts zu begehen.

 Worum geht’s? – Um Hankiebennies jüngstes Kind, den gestern der staunenden Weltöffentlichkeit angekündigten Plan, den strauchelnden Banken ihre Problemkredite in Pausch und Bogen abzunehmen, und in eine staatliche Auffanggesellschaft zu überführen (hier eine recht gute Darstellung der FTD). Der Plan hat eine Menge Haken und Ösen, wirft Bewertungsfragen auf, erfordert internationale Zusammenarbeit zwischen den nationalen Regierungen in USA, Europa und in etwas geringerem Umfang Asien, und leidet vor allem unter einem Manko: er kostet viel Geld. Und wenn ich viel Geld sage, dann meine ich viel Geld. Richtig viel Geld, in einer Größenordnung, über die ich mich in diesem gestrigen Beitrag noch ein wenig lustig gemacht habe. Aber who gives a sh.., es ist ja nicht Hankiebennies Geld und auch nicht das der US Kongressabgeordneten, oder meines oder Eures, sondern das des amerikanischen Steuerzahlers. Und bei den Eskapaden, für die er finanziell ohnehin schon seit längerem geradestehen muß, kommt es auf die eine oder andere Billion Dollar wohl auch nicht mehr an. Die Kosten sind daher nicht der eigentliche Punkt meiner Kritik.

Vielmehr will es mir nicht nachvollziehbar erscheinen, wie man als Regierung und Aufsichtsbehörde so bescheuert sein kann, nach all dem Bruhaha das wir zwischenzeitlich gehört haben über “Selbstkritik der Banken”, “darf nicht wieder passieren”, “bessere regulatives Umfeld”, “mehr Kontrolle”, usw usw, eine Situation in die Welt zu setzen, die den Banken erneut eine “aus den Augen, aus dem Sinn”-Attitüde gestattet. Liebe angeblich bekümmerte und lösungsorientierte Herren Finanzminister und Notenbanker diesseits und jenseits des Teichs: genau das war doch das eigentliche Problem bei der Subprime- und ABS-Krise! – Wie in dreiteufels Namen könnte daher die Lösung darin bestehen, den Bankern jetzt jegliche Verantwortung für diese Papiere samt und sonders abzunehmen, und sie “dem Staat” aufzuhalsen, was in der Praxis bedeutet: von der Verantwortung her niemand, vom finanziellen Risiko her allen? – Seid ihr völlig geistesgestört? Oder bereits so verzweifelt, dass euch wirklich nichts anderes mehr eingefallen ist?

Ich betrachte die Dinge bekanntlich sehr differenziert, fand die Verstaatlichung von Fannie und Freddie in Ordnung und die defacto-Übernahme von AIG wirtschaftlich vertretbar. Und mit dem Zulassen der Lehman-Pleite waren Hankiebernie bereits drauf und dran, in mir sowas wie stille Bewunderung aufkommen zu lassen. Aber dieser “Rettungsplan” ist die strunzdoofste Idee des Jahrhunderts, ach was sag ich, vermutlich des Jahrtausends. Wer kümmert sich denn um diese ganzen Papiere und die dahinter stehenden Kreditforderungen, wenn sie erst mal beim Staat gelandet sind? Wer? Niemand, ganz einfach! Und in einem rechtlichen Umfeld, in dem sowieso jeder, der keine Lust mehr hat, seine Hypothek zu bedienen, dies halt einfach auch nicht mehr macht, und damit ungeschoren davon kommt, da wird es in diesen Positionen zu Mörderausfallsraten kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber wie gesagt, wen interessiert das schon, “kostet ja eh keinen was” …

DAS ist tatsächlich Sozialismus.  

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Falls die Amis diesen Plan so durchziehen | NIGHTLINE
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1 HRR 19. September 2008 um 11:27

Weissgarnix, du bist einer Lüge aufgesessen. Aber offensichtlich dämmert es dir jetzt langsam. Kommt Zeit, kommt Erleuchtung.

Es ging NIE um Gerechtigkeit, es geht IMMER um Macht.

Hier noch eine kleine Bettgeschichte, die Lügen der SEC:

http://blog.zeitenwende.ch/hansruedi-ramsauer/luegengeschichten/

2 egghat 19. September 2008 um 11:31

Ich glaube nicht, dass der Plan so doof ist.

Im Endeffekt macht der Staat doch nur, was du forderst: Held to maturity. Also einfach bis zum Ende durchhalten.

Klar, es gibt Bewertungsprobleme, aber die gibt es auch so.

Meine Lösung hätte ganz unten angesetzt. Immobilienmarkt stützen aber nicht mit ein paar Milliarden, sondern richtig. Aber das wirkt nicht schnell genug und dafür hätte man vor 6 oder 9 Monaten schon das Ausmaß kapieren müssen. Haben die Politiker aber nicht getan.

Ich sehe den Rettungsplan vor allem aus einem Grund kritisch: Bei 12 Billionen Hypotheken (und den Konsumentenkrediten noch dazu) erscheinen mir 1 Billion relativ knapp. Wenn die Immobilienpreise um 40 oder 45% fallen sollten, dann wird das nicht reichen. Es geht ja hier nicht darum ein paar Milliarden Schrott aus den Bilanzen zu entfernen, sondern darum, den Wert des Schrotts zu stabilisieren. Was nützt es, den Banken die Hypotheken abzukaufen, die heute schlecht sind, wenn ein weiterer Verfall der Immobilienpreise dafür sorgt, dass in 12 Monaten nochmal 1 Mrd. Mist entstanden.

3 SUCRAM 19. September 2008 um 11:33

Warten’s wir ab, was die Details sagen werden….die Hoffnung stirbt zuletzt…

4 tschill 19. September 2008 um 11:34

Wie schrieb Nouriel Roubini im RGE Monitor doch gleich:

And calling it socialism (even socialism for the rich, the well connected and Wall Street) is giving a bad name even to a failed experiment like socialism…

Aber mal so als Laienfrage: Ich dachte, daß es das Konstruktionsprinzip des Kapitalismus wäre, die Verluste zu sozialisieren. Ist es jetzt nicht das gleiche Prinzip wie immer, nur eben offensichtlicher, weil eine große Schuldenmenge in kurzer Zeit der Gesellschaft aufgedrückt wird?

5 J.Kramer 19. September 2008 um 11:41

Die Risiken waren erstmal unters Volk gebracht worden.
Warum finanziert man dann nicht direkt die Hypothekengläubiger?

Was jetzt versucht wird, ist jedoch Irssinn. Die nächste Blase wird geboren.

6 Christian Wagner 19. September 2008 um 11:43

@wgnx

Tja, schöne Sache das IFRS/US-GAAP, sonstige Rechnungslegungsscheiß angloamerikanischer Prägung. Nach dem guten alten HGB wären´s irgendwelche Inhaberschuldverschreibungen gewesen, die hätte man brav mit dem Nennwert bilanziert. Die Bewertung von Vermögensgegenständen nach angloamerikanischer Rechnungslegungsmanier war immner nur schön und nütze, wenn die Kurse nach oben gingen….geht´s mal nach unten, dann muss man plötzlich sich gedanken machen wie das neueste Thesenpapier der Rechnungslegungs-Muppet-Show IASB.: “Entwurf des Berichts des Expertenpanels zur Bewertung und zu Anhangangaben zum Fair Value von Finanzinstrumenten in inaktiv gewordenen Märkten”.

Dann Ansatz ist gut, aber schlussendlich auch nur ein theoretisches Thesenpapier, denn zum Bilanzstichtag nur die Ausfälle wertzuberichtigen, die zu erwarten sind…..na, was für Ausfälle erwarteste denn? Dieser ganze Zerstückelungs-Verbriefungsscheiß kann nun eben nicht mehr wie ein einzelnen Schuldpapier berichtigt werden, da kannsteste noch Ross und Reiter, bei den Sachen aber nicht mehr – das war ja auch der Sinn der Sache. Sprich: Hier geht´s nur digital, hopp oder top….ich wär für hopp; hopp wär auch die Aufanggesellschaft. Es sollen all die bluten, die Aktionäre der betroffenen Banken sind bzw. Inhaberschuldverschreibungen dieser Banken halten. In Zukunft hauen sie als Aktionäre ihrem Vorstand kräftig auf die Finger, wenn die sich Sachen zulegen, die schlussendlich nur ein Schneeballsystem darstellen bzw. ich geb so nem Laden kein Kredit. Manche Lehren müssen leider hart und blutig sein, dafür sind sie dann aber auch dauerhafter.

7 Genugistgenug 19. September 2008 um 11:46

Superding. Habe mir heute auch einen Karton besorgt,
alle meine Schulden hineingetan, 2008 draufgeschrieben
und tief unten im Keller versteckt. Schauen wir mal ob’s
funktioniert.

8 mspro 19. September 2008 um 11:47

haha, ich warte darauf, dass Rückstellungen gar nicht mehr gemacht werden, und warum sollte man in Zukunft überhaupt noch Forderungen abschreiben? Für das Risiko ist ja jetzt der Staat da. Das muss sich doch toll machen, in der Bilanz!

9 Thorqemada 19. September 2008 um 11:56

Wenn ich Entscheider wäre und müßte über die Zukunft meines Landes entscheiden und seine Wirtschaft und wüßte, das es keine Lösung gibt, die den Vorkrisenzustand wiederherstellen kann, dann würde ich meine Betriebe in eine möglichst gute Wettbewerbsposition bringen und deren Finanzsschrott in einer Institution parken, deren tot die Wirtschaft befreien wird, anstelle sie auf Jahrzehnte zu belasten.

10 J.Kramer 19. September 2008 um 12:01

Diese Aktion kamm man auch anders deuten:

Die Krise ist dermaßen gefährlich geworden, dass nur noch UdSSR II Reloaded hilft.

Was passiert wenn die Hypothekenkrise sich länger als gedacht hinzieht? Wenn die Steuereinnahmen, aus denen der Irssin finanziert wird, zurückgehen? Wer verzinst das im Schrottfonds gebundene Kapital?

11 SUCRAM 19. September 2008 um 12:02

@Thorqemada

…das ist sozialistische Staatswirtschaft in Reinform!

12 Unwissender 19. September 2008 um 12:03

@weissgarnix

Ich teile egghats Argumentation.

Es geht jetzt nur noch darum, Zeit zu schinden.
Der point of no return ist definitv überschritten.
Die Summen im US-Immobilienmarkt sind bei “freien” Märkten kaum noch zu steuern.

http://de.youtube.com/watch?v=J4YjmwCs6H0&feature=related

Wie verzweifelt – und doch so berechnend zugleich – muß man in W DC, NY und London sein, um jetzt dieses Register zu ziehen.

Widmen wir uns in Zukunft wirklich etwas mehr unseren Familien und Freunden als ständig, einem Junkie gleich, vor Bildschirmen zu sitzen! Dies hat nichts mit Sentimentalität zu tun!
Manchmal schreibt man im Spaß die Wahrheit!

@J.Kramer

Wenn Heli-Ben es jetzt direkt aus dem Hubschrauber – eigentlich braucht er ja eine B-52 – regnen lassen würde, wäre es nach den letzten Tagen zu offensichtlich.

13 Nixda 19. September 2008 um 12:06

Jetzt wird’s spannend: Wie wollen Hanky&Banky das finanzieren? Durch die Ersparnisse der Amerikaner? Oder vergrössert man mal eben das Zahlungsbilanzdefizit um 1000 Mrd? Welchen Zinssatz wird würde man dafür bezahlen müssen, oder kann man das auch per Gesetz machen?

(Da wird dann aber die NIPA aber ganz schön den Bach runter gehen…)

14 Unwissender 19. September 2008 um 12:09

@weissgarnix

Ich teile egghats Argumentation.

Es geht jetzt nur noch darum, Zeit zu schinden.
Der point of no return ist definitv überschritten.
Die Summen im US-Immobilienmarkt sind bei “freien” Märkten kaum noch zu steuern.

http://de.youtube.com/watch?v=J4YjmwCs6H0&feature=related

Wie verzweifelt – und doch so berechnend zugleich – muß man in W DC, NY und London sein, um jetzt dieses Register zu ziehen.

Widmen wir uns in Zukunft wirklich etwas mehr unseren Familien und Freunden als ständig, einem Junkie gleich, vor Bildschirmen zu sitzen! Dies hat nichts mit Sentimentalität zu tun!
Manchmal schreibt man im Spaß die Wahrheit!

@J.Kramer

Wenn Heli-Ben und Co-Pilot Paulson es jetzt direkt aus dem Hubschrauber – eigentlich braucht er ja eine B-52 – regnen lassen würde, wäre es nach den letzten Tagen zu offensichtlich.

15 ~ haAalbgoOott ~ 19. September 2008 um 12:25

“Wie wollen Hanky&Banky das finanzieren? ”

= > … der festgefrorene Dollar und der bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte US-Zins sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass Trichet (EZB), Fujiyama (BoJ) und die anderen sozialistischen Währungskommissare und die Finanzminister ihre jeweiligen Landsknechte bereits vertraglich zum Frondienst an Uncle Sam verkauft haben …

= > … mitgefangen mit gehangen !

16 f.lübberding 19. September 2008 um 12:26

Weissgarnix

Wenn es so kommt, ist es ein Desaster. Aber nur ein Hinweis: Noch gibt es keinen Plan, nur Medienberichte über einen Plan. Der kommt erst am Montag. Zum Glück sind die Börsen am Wochenende geschlossen – und heute alle besoffen vor Glück über die steigenden Kurse … .

Wenn das stimmt, was in der FAZ steht, der größte Eingriff seit den 30er Jahren, sind alle Berichte und Vermutungen über die kommenden Ereignisse mit Vorsicht zu genießen. Die Politik braucht das Überraschungsmoment – sie muss einen Befreiungsschlag hinbekommen. Er muss überzeugend sein, selbst wenn es wirklich brutal ruckeln sollte. Sie hat auch nur diesen einen Versuch. Ich halte die Vermutung von Siegel von Goldseiten.de mit der Währungsreform für Unsinn. Nur der Rest seines Beitrages ist nicht schlecht, weil er das Ausmass der bevorstehenden Eingriffe absteckt.

http://www.goldseiten.de/content/marktberichte/marktberichte.php?storyid=8373

Deine Hinweise sind ja hervorragend. Sie sollte jeder lesen, vor allem in Berlin, noch besser in Washington … . Aber wenn es wirklich so kommen sollte: Wer wird davon überzeugt sein – außer den Bankrotteuren an der Wall Street? Ich denke niemand … und das spricht gegen ihn. Er wird kein Vertrauen herstellen – und Vertrauen ist jetzt alles.

Wie gesagt, damit ein Plan funktionieren kann, muss man die Öffentlichkeit einerseits vorbereiten, aber unter Umständen auch vorher nicht die ganze Wahrheit erzählen … . Sonst scheitert er schon vorher, weil pressure groups Gegenpositionen aufbauen können. Hier geht es nicht nur um ein Konzept zur Krisenregulierung, hier geht es zugleich um eine Medienstrategie, die dieses Konzept unterstützt. Und beides im Gleichgewicht zu halten, ist ein Balanceakt.

17 Unwissender 19. September 2008 um 12:29

Entschuldigung für das doppelte posting.
Lag wohl an der Technik.

Ich weis, schon einzeln sind meine Beiträge schwer zu ertragen ! !

18 weissgarnix 19. September 2008 um 12:39

@halbgott

Du bist nahe dran, aber die Pointe ist dir entweder entgangen oder – aber so kenne ich dich gar nicht – du wolltest sie mir überlassen:

falls die Amis diesen Plan so durchziehen, werden WIR in absehbar kurzer Zeit danach dasselbe tun müssen. Warum? – Weil unsere Bankenlobby unseren Politikern nämlich bereits jetzt eindringlichst auf den Ohren liegen wird, dass ansonsten die Finanzplätze Frankfurt, London und Zürich gefährdet wären, die europäischen Banken im Vergleich zu ihren amerikanischen Wettbewerbern nicht mehr konkurrenzfähig etc …

Dieser Plan ist eine echte Weapon-of-Mass-Destruction, eine 100 Gigatonnen-Neutronenbombe für die Weltwirtschaft.

19 Nixda 19. September 2008 um 12:51

Das privatwirtschaftliche Banken gegenüber Banken mit Staatgarantieen Nachteile haben, wird ja schon lange argumentiert. Die Lösung wäre dann also nicht Entschuldung der Banken, sondern Übernahmen aller Geschäftsbanken durch die Spaßkassen.

20 sh 19. September 2008 um 13:00

@ Nixda
die Sparkassen (zumindest in DE) sind inzwischen leider nicht mehr staatsgarantiert, EU sei Dank. So wie es aussieht haben sie zudem an ihren Landesbanken zu knabbern, die als mehr oder weniger staatseigene Auffanggesellschaften den Paulsonplan schon lange verweggenommen haben (wenngleich sich die Fachleute streiten ob das bewußt so gedacht war)

21 sh 19. September 2008 um 13:02

@ alle
ich weiß nicht ob man diesen Plan überhaupt ernsthaft diskutieren soll. Paulson hatte schon früher immer wieder zu strategisch günstigen Zeiten tolle Pläne, die dann stillschweigend in der Schublade verschwunden sind (die Akteure an der Dollarfront scheinen das ähnlich einzuschätzen). Das war nur Teil der Show um die Shorties zu squeezen.

22 Hellas 19. September 2008 um 13:16

@all

wie viel muss eigentlich noch passieren, damit die USA ihr AAA-Rating verlieren? Warum ist das noch nicht passiert? Und was, wenn es passiert?

Aber eigentlich ist das ja auch egal. Auf Ratingagenturen wird wohl sowieso nicht mehr vertraut werden. So viel Hirn werden die Chinesen doch noch haben, das selbst einzuschätzen. Und dann hilft den Amis keiner mehr.

Offensichtlich ist das auch schon so langsam im Gange, so habe ich es jedenfalls verstanden, waas ich heute morgen las:

http://www.econbrowser.com/archives/2008/09/implications_of.html

Gruß

Hellas

23 egghat 19. September 2008 um 13:37

@f.lübberding:

Es wird IMHO einen RTC geben, der im Volumen größer ist als je zuvor. Damit haben wir den größten Eingriff seit den 30er Jahren, aber nicht einen Eingriff wie in den 30er Jahren.

Der Siegel glaubt doch nicht ernsthaft, dass am Montag alle Zertifikate wertlos sind. Manche machen sich Sorgen wegen der Verstaatlichung der Banken (Europa nicht mehr wettbewerbsfähig), manche machen sich Gedanken zum Verbot des Short Sellings und vermuten eine Pleite der Wall Street (http://brontecapital.blogspot.com/2008/09/sec-tries-to-bankrupt-wall-street.html)
, da wird ja nicht auf einmal der gesamte Papiermarkt aufgelöst.

Und vor allem: Was machen? In den 30er war der Besitz von Gold auch verboten. Aber ich bleibe bei meiner These: Politikergeschwätz. Es gibt einen RTC 2.0 und Ende.

24 Unwissender 19. September 2008 um 13:52

@sh

Hab ich auch schon drüber nachgedacht.
Die Medien erzielen halt auch bei uns ihre Wirkung – bewußt!

Wer mit gesundem Menschenverstand glaubt denn noch an die “professionelle” Umsetzung der US-Bluffs von Hank, Ben und Co.

War da nicht mal was im Frühjahr 2008 !!

Dollar und “richtiges” Geld deuten es bereits an!

Trotzdem Vorsicht, dont fight the FED!

25 puppetmaster 19. September 2008 um 13:55

“Wer kümmert sich denn um diese ganzen Papiere und die dahinter stehenden Kreditforderungen, wenn sie erst mal beim Staat gelandet sind? Wer? Niemand, ganz einfach!”

aber sicher doch! neue jobs für funktionäre!

und wereliwer hat schon ein neues tätigkeitsfeld gefunden?
http://www.pnmac.com

26 weissgarnix 19. September 2008 um 13:57

@egghat

Momentan kannst du meines Erachtens nur auf den fahrenden Zug aufspringen und hoffen, dass er möglichst lange fährt. Ich habe meine Shorts unter großem Zähneknirschen gecovered und suche jetzt einen vernünftigen Long-Einstieg, war aber bislang nichts zu machen.

Das Problem, so wie ich es sehe, ist folgendes: rationale Überlegungen machen keinerlei Sinn mehr. Fundamentals sind völlig uninteressant geworden. Diejenigen, die die Probleme bei den Investmentbanken als allererstes aufgezeigt haben, die Shorts und Hedgefonds nämlich, werden jetzt dafür bestraft, und zwar nicht mit der Peitsche, sondern mit der Keule. Denen wird das nicht noch mal passieren, da kannst du Gift drauf nehmen. Die nächsten paar Wochen werden wir daher eine Bullenstory Marke “Disneyland” erleben, ganz so wie früher. Enjoy now, pay later!

Die ganzen Gold- und Cash-Freaks liegen daher alle falsch: Gold wird fallen und Cash wird auch an Wert verlieren, wegen der jetzt erst recht nicht totzukriegenden Inflation. “dottore” PCM wird auf sein Game-Over zum wiederholten Male ein paar Monate länger warten müssen. Die Devise lautet für die nächsten Wochen long, long, long. Und nochmal: dafür gibt es keine rationale Begründung, aber dieser Markt beruht auch nicht auf Rationalität. Die Deutsche Bank wieder bei 60? Nach allem was wir zwischenzeitlich von Goldman und Morgan Stanley gehört haben? Ein echter Joke! Dass ich heute meine DB-Shorts covern mußte, unter Verlust all der schönen Gewinne, die ich seit einem Stand von 58 erzielt hatte, und noch einem Nettoverlust obendrauf, macht mich wirklich stinksauer. Aber ich wette, wenn die DusselBank ihre Quartalszahlen berichtet, und gegenüber dem Vorjahr nur um 80% weniger verdient hat, dann steigt sie nochmals 20% auf 70 …

27 EuroOptimist 19. September 2008 um 14:02

Also mir ist das Geld des amerikanischen Steuerzahlers und die Frage, wie er die Schulden abtragen soll, relativ egal. Das einzige, was mich als Europäer interessiert ist, wie wir uns aus der Finanzierung des Schlamassels heraushalten können. Es ist nämlich nicht unser Schlamassel, und trotzdem haben wir schon viel zu viel draufgezahlt, weil wir so viele USA-gläubige Deppen an den Schaltstellen haben. Da bin ich ganz konservativ.
Um das zu beurteilen, müssen noch viele Details auf den Tisch. Was bedeutet “schlechte Kredite übernehmen”? Gebt Sie mir! Ich nehme sie gern für 1 Euro:-). Also: wieviel Geld bekommen die Banken für den Ramsch? Wenn der Staat sie für 50% des Nennwerts übernimmt und ihre Fälligkeit abwartet, kann er langfristig vielleicht noch was verdienen. Gleichzeitig begrenzt er die Abschreibungen auch für die Pakete, die von ausländischen Banken gehalten werden. Paulsen wird zum Marketmaker. Das Ausland wird also auch entlastet, und der US-Steuerzahler steht mit seinem Geld dafür gerade. Es müssen sich doch bald unglaublich viele Möglichkeiten für die Welt ergeben, sich am Unglück des US-Steuerzahlers zu laben! Schliesslich macht das den anfänglichen Charme des Sozialismus aus.

28 sh 19. September 2008 um 14:52

@ weissgarnichts
Sachte, sachte. Bärenmärkte sind eben gefährlich weil irrational. Es ist bekannt, daß in Bärenmärkten sowohl longs als auch shorts Federn lassen, so paradox das letztere auch erscheint
(Spruch: ob long, ob short, das Geld ist fort).
Und dieser ist der Vater aller Grizzly-Bären.
Es ist sehr gut möglich, daß jetzt wieder für eine Weile Long angesagt ist, aber verlassen möchte ich mich nicht drauf. Was ist
falsch daran, im Moment sein Pulver trocken zu halten?
(außer man glaubt an die derzeitige “Währungsreform-übers-Wochen-Ende”-Gerüchte)

29 anti-nwo 19. September 2008 um 14:55

Wie gesagt, die Sprengung des Weltfinanzsystem durch die Aushöhlung des US-$ wird weitergeführt.
Wer rettet dann die FED?
Alle werden enteignet, da helfen nur Immobilien und Gold.

Was für ein Wahnsinnsplan ?!?

30 OswaldSpengler 19. September 2008 um 15:01

Das war der letzte Schuß von Hanky – direktes Aufkaufen von Allem und Jedem durch den Staat.Es war von vornherein klar(den Goldbugs) dass es dazu kommen mußte.Kann man bei Hartgeld nachlesen.
Das nächste Drama , abgesehen vom ganzen Rest, werden jetzt die Währungen und die T-Notes sein.Jetzt bekommt die ganze USA Flodderwirtschaft ihr Downgrade.
Erfreut euch aber noch ein wenig an den tollen , vom Staat subventionierten, Kursen.

31 egghat 19. September 2008 um 15:36

@weissgarnix

Ich sehe das ähnlich. Volkswirtschaftlich und langfristig ist der Mega Bailout ein Desaster. Für die Aktien aber positiv.

Ist übrigens der Fahrplan vom Smart INvestor.

1.) The Final Sell off (nach meinem Geschmack eigentlich nicht breit und tief genug), aber wer will sich über die Tiefe des Sellouts beschweren, wenn es Investmentbank 2 und 3 (und 4 wohl auch), Immobilienfinanzierer 1 und 2 und Sparkasse Nr. 1 danach nicht mehr gibt …

2.) Danach eine kräftige, inflationsgetriebene Hausse, die dann in den Final Meltdown übergeht.

Schau’n mer mal.

32 f.lübberding 19. September 2008 um 15:40

Egghat

Also es ist kurz nach 16.00 Uhr – und Paulson wird heute niemanden enttäuschen. Sonst müsste er nämlich die Börsen dicht machen. Das Problem ist aber das, was weissgarnix eben gesagt hat: Rational ist gar nichts mehr und fundamental ist völlig egal. Wenigstens in das , was man Markt nicht mehr nennen sollte … .

Die heutige Rally ist völlig Gaga. Der Markt wird nur noch von Emotionen regiert – und der blanken Angst. Diese Angst haben natürlich nicht die Normalbürger mit ihren Ersparnissen. Die bekommen das nicht mit. Sie haben diejenigen, die tatsächlich einen Absturz erwarten müssen – und sich bis zuletzt dagegen wehren. Das ist aber in Zusammenbrüchen normal. Euphorie und Depression wechseln dann in schneller Folge, weil der Mensch zwar anpassungsfähig ist, aber eine zu schnelle Anpassung Schocks auslöst.

Genau in diesem Wahn lebt der Aktienmarkt. Da knallen die Kurse durch die Decke, obwohl die Finanzkrise in den Aktienmärkte eigentlich noch gar nicht angekommen ist. Und
die Bewertungen nur dann sinnvoll sind, wenn man mit 50 % Inflationsraten rechnet … . Und warum gehe die Leute long? Weil alle long gehen und niemand die Party verpassen will. Das ist wie eine Orgie vor der Hinrichtung zu feiern … . Außerdem ist ja shorten verboten … .

Und die Regierung legt einen Einlagensicherungsfonds für Geldmarktfonds auf. Also sie kann dann gleich auch für jedes andere Marktsegmant einen solchen fonds aufmachen. Die vermehren sich dann wie die Kaninchen. Sinnvoll ist das nur wenn man eine untere Linie in den Markt ziehen will.

Und genau hier wird es spannend. Natürlich braucht man den Supermüllschlucker. Es kommt auf die Austattung an. Da ist noch nichts entschieden. Ich habe die Rede von Paulson jetzt nicht gehört, nur einige Zitate gelesen. Aber wenn er sagt:

“Wir müssen jetzt weitere entschiedene Maßnahmen ergreifen, um die Ursachen der derzeitigen Schwäche des Finanzsystems gründlich und tiefgreifend zu entfernen”.

Dann ist das hinreichend unverbindlich, um sich für Montag alles offenzuhalten. Ob es nur um die Dimensionen geht wie in den 30er Jahren – oder auch um den Modus.

33 Nanuk 19. September 2008 um 15:57

Selbst wenn wir alle zur Hölle fahren…
Jetzt ist Wochenende habt spass und vergesst den ganzen Dreck für ein paar Tage…

Morgen spiel Schalke gegen die Eintracht da werden wir den Bankern mal zeigen wo der Hammer hängt…
:)

34 OswaldSpengler 19. September 2008 um 16:09

Genau…Werd heute abend feiern gehen und muss dann leider wieder büffeln..
wünsch dir nen schönes WE

35 weissgarnix 19. September 2008 um 16:32

Hier aus Hank Paulsons Statement. Fannie+Freddie wollen sie ja demnach auch nochmal so richtig aufpumpen:

First, to provide critical additional funding to our mortgage markets, the GSEs Fannie Mae and Freddie Mac will increase their purchases of mortgage-backed securities (MBS). These two enterprises must carry out their mission to support the mortgage market.

Second, to increase the availability of capital for new home loans, Treasury will expand the MBS purchase program we announced earlier this month. This will complement the capital provided by the GSEs and will help facilitate mortgage availability and affordability.

36 martin 19. September 2008 um 18:03

“statt nach fair value mit den historischen Anschaffungskosten bewerten und in dem Ausmaß wertberichtigen, wie konkrete Ausfälle zu erwarten sind”

Eben, genauso ist es, Bravo!
Und gleich noch fair value verbieten, am besten in der Verfassung.
Und allen die Ursache erzählen: man hat die Welt gezwungen, erfundene Werte in die Bücher zu schreiben, damit die Geldgier der englisch-amerikanischen Finanzjongleure sofort ganz viel Geld einstreichen konnten.
Denn das ist die schlichte Wahrheit, man wollte absahnen mit Wolkenkuckucksheimen und ließ die Realwirtschaft samt Beschäftigten im Gegenzug hops gehen.
Eigentlich müßte es ‘blue value’ heißen, im Dunst bierseeliger
oder opiumhaltiger Luft eingebildete Werte als reale sehen.
/nitram

37 anti-nwo 19. September 2008 um 18:40

Kritisiert irgendjemand aus der freien Welt die US-amerikaner? Merkela, Sarkozy oder Kacynski ???
Ich meine, irgendwas hat da doch wohl nicht gestimmt, das sowas entstehen konnte.
Trotzdem wird versucht die Welt zu amerikanisieren.

Die Amis sollten sich langsam Tipps bei Mugabe holen.

38 itzmi 19. September 2008 um 18:51

Ein paar einfache Fragen – in der Hoffnung, dass mir jemand darauf antworet:

1) Hat sich die Angst vor illiquiden Finanzanlagen mit dem “General-Bailout” (Stichwort RTC) erledigt, denn alles was verkauft werden soll findet nun per Definition einen Käufer ?

2) Treffen Zahlungsausfälle nun nicht mehr die kreditgewährenden Banken, sondern die FED / RTC, und die Banken können sich nun wieder neuem Geschäft widmen ?

3) Heisst das, dass am langen Ende die FED dem US Bürger unter der Prämisse “zahl so wie es dir möglich ist” ein Haus finanziert hat ?

4) Warum soll dadurch die Inflationsrate in USA steigen ? Schließlich wird die Zahlungsforderung stehen bleiben, nur das ultimative Inkasso-Druckmittel “Zwangvollstreckung” KANN – muss aber nicht – nach Bedarf angewandt werden.

5) Werden die toxischen Hypotheken-Kredite, die bei ausländischen Gläubigern liegen, bei Fälligkeit bedient (ebenso die Zinszahlung) um die Kreditwürdigkeit der USA nicht zu gefährden ? (die Argentinier haben es vorgemacht, wie man es nicht machen sollte – aber die waren in Fremdwährungen verschuldet und konnten vermutlich deshalb nicht anders / d.h. Pesos hätten auch die Arg. generieren können).

6) Muss der General-Bailout ausländischen Banken in gleicher Weise zugute kommen (UBS, Credit Suisse, Deutsche Bank, Landesbanken, ….) ?

39 plancom 19. September 2008 um 19:35

Die Erwartungshaltungen an Bernanke, Paulson und co. jetzt ins Unermessliche gestiegen sind und ich bezweifele ernsthaft, dass sie diese erfüllen können.
Was ist, wenn der Rettungsfonds nicht in der Form kommt, wie gewünscht, was wird der nächste Strohhalm im Sumpf der Krise sein?
Man sollte vielleicht den Egoismus der Menschen nicht außer Acht lassen.
Hat Bernanke am Ende seiner Gleichung gar einen Wert vergessen einzukalkulieren?
Ich weiß es nicht.

Es wirkt surreal, geradezu manisch.

40 martin 19. September 2008 um 19:51

@itzmi
Die Reaktion beginnt:
http://www.mmnews.de/index.php/200809191102/MM-News/US-Rentenmarkt-implodiert.html

Niemand kann verhindern, daß die Besitzer der Papier
an echtes Geld kommen wollen: reale Werte.

Die zerstörten Finanzmärkte sind nicht mehr zu retten, deshalb werden die Zinsen stufenweise steigen – ohne wirklich bedient werden zu können. Das bedeutet das unendliche Nachschießen von Steuergeldern – daran ändern
die vorgenommenen Maßnahmen gar nichts.
zu2) Es trifft die Wirtschaft: sie bekommt von den Banken kein Geld mehr – es sei den, staatlich abgesichert.
zu 3) der Bürger bezahlt sein Haus über die Steuern (!)
5) die Fälligkeit wird in die Zukunft verschoben
6)Die müssen die jeweiligen Staaten selbst bezahlen -very tricky -oder absaufen lassen
/nitram

41 gojko 19. September 2008 um 20:37

@weissgarnix: “rationale Überlegungen machen keinerlei Sinn mehr. Fundamentals sind völlig uninteressant geworden.”

Das war doch schon immer so. Kurzfristig regiert das Bauchgefühl. Fundamentaldaten greifen nur auf lange Sicht.
Außerdem: “rationale Überlegungen” und Börse, wie geht das denn zusammen? :-)

Gruß, Gojko.

42 weico 19. September 2008 um 21:22

@weissgarnix

wunderschön wie Du schreibst:
“Aber dieser “Rettungsplan” ist die strunzdoofste Idee des Jahrhunderts, ach was sag ich, vermutlich des Jahrtausends. Wer kümmert sich denn um diese ganzen Papiere und die dahinter stehenden Kreditforderungen, wenn sie erst mal beim Staat gelandet sind? Wer? Niemand, ganz einfach! Und in einem rechtlichen Umfeld, in dem sowieso jeder, der keine Lust mehr hat, seine Hypothek zu bedienen, dies halt einfach auch nicht mehr macht, und damit ungeschoren davon kommt, da wird es in diesen Positionen zu Mörderausfallsraten kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber wie gesagt, wen interessiert das schon, “kostet ja eh keinen was” …”

….kosten tut es sehr wohl etwas …!

Es kostet den Finanzmärkten das Wertvollste :D AS VERTRAUEN der ANLEGER…!

Dieser Vertrauensverlust wird sicherlich noch folgenschwere Auswirkungen haben.

P.S:
“dottore” hat sich zwar,ein weiteres mal, im Zeitpunkt geirrt (Kunststück, wenn die Kapitalismus-”Spielregeln” immer ändern..)…aber für den weiteren Verlauf der Krise könnter Er, mit seinem deflationäre Crash-Szenario (wenn auch nicht ganz so schlimm wie Er immer annimmt ..), wohl doch absolut richtig liegen.

weico

43 Max 19. September 2008 um 21:24

Na, lb. Leute!

Kriegt ihrs wenigstens jetzt so langsam mit, was im fiat-money-System so alles möglich ist?

Was für biedere Scheisse ein PCM laufend verzapft, weil er sich nix vorstellen kann, das über sein eingeschränktes konservatives Verständnis hinausgeht?

Die jahrzehntelange (temporär auch durchaus erfolgreiche) Rettung des kaputten Systems hat erst begonnen!

Ist mir aber eigentlich auch wurscht, wenn ich damit profitiere.

Max

44 weissgarnix 19. September 2008 um 21:39

@weico

Natürlich hat PCM recht. Aber er unterschätzt die Widerstandskraft genau dieser Institution, die er nun wirklich intensiver studiert hat als alle anderen, und das zurückgehend bis 4000 vChr., auf das entschiedenste.

Eine der ältesten Regeln der Menschheit lautet: den Sieger fragt man nicht danach, WIE er gewonnen hat. Und im entscheidenden Moment will auch keiner wissen, ob es sich in Wahrheit nicht um einen Pyrrhus-Sieg handelt … der Sieger geht vom Feld, der Verlierer liegt am Boden.

Der Staat hat gewonnen. Der Sieg ist schmutzig und unehrenhaft, aber es ist nun mal der Sieg.

So einfach ist das.

45 ~ haAalbgoOott ~ 19. September 2008 um 21:49

*
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!!!! ~ G ~ A ~ M ~ E ~ XXX ~ O ~ V ~ E ~ R !!!! (*)

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= > … (Voll-)Gott schütze Euch alle … !!!

46 Max 19. September 2008 um 21:55

PCM ist leider ne Knalltüte.

Völlig unnotwendig, aber wenn einer unbedingt meint, darf er sich ja jederzeit eins seiner schlauen Werke zulegen.

Wies ablaufen wird, habe ich euch nämlich schon vor Wochen angekündigt – den Anfang sehen wir grade jetzt, der Rest kommt in Bälde noch.

Irgendwie müssen und werden nämlich sogar die Amis ihre neue Auffanginstitution besichern. Preisfrage – womit?

Max

47 Hansi 19. September 2008 um 22:13

mit Schokolade? *duck und wegrenn*

48 permabird 19. September 2008 um 22:14

@ ~ haAalbgoOott ~

” !!!! ~ G ~ A ~ M ~ E ~ XXX ~ O ~ V ~ E ~ R !!!! ”

* Insert Coin *

49 Max 19. September 2008 um 22:22

nö, Hansi!

Das wäre ja auch absolut nicht zielführend.

Ich denke mal zB. an das Felsmassiv der Rockies, den Schnee in Alaska oder den Sand auf Hawaii.

Schaun wir mal, was es werden wird.

Max

50 ~ haAalbgoOott ~ 19. September 2008 um 22:40

Im Ministerium für Staatssicherheit am Spree-Ufer …

… brennt noch Licht … in den oberen Etagen.

51 Hansi 19. September 2008 um 22:51

“Ich denke mal zB. an das Felsmassiv der Rockies, den Schnee in Alaska oder den Sand auf Hawaii.”

Welch perverser Wert für ein paar Papierfetzen, die sich eine Spezies, in ihrer Unfähigkeit eine stabile Gesellschaft zu formen, per geistiger Onanie aus den Lenden geprügelt hat.

52 doc del oro 19. September 2008 um 22:57

Halbgott,
dort ist gerade Grillparty … man grillt Shorties … man hat die BaFin ermächtigt (ahem), die armen Würstchen vorzuführen, gefesselt und geknebelt, den Rest erledigt Spenglers Peleton :o (

53 ~ haAalbgoOott ~ 19. September 2008 um 23:18

“dort ist gerade Grillparty … man grillt Shorties … man hat die BaFin ermächtigt (ahem), die armen Würstchen vorzuführen, gefesselt und geknebelt, den Rest erledigt Spenglers Peleton :o (”

= > … wenn’s nur das wäre …

= > … ich habe heut um 14:54 den Absprung vollzogen … genau wie wgnX … RAUS ! … es war einfach offensichtlich das das Empire JETZT handelt … (wenn es auch keinen Blassen hat, in welche Richtung … gell, Peeeeeeeeeeeer ? ? ? )

= > … sorry … mag der ein oder andere auch auf die Lügen-Märchen der k*ckdämlichen Politsp*stis reinfallen … die Spekulanten sind gewiss nicht Schuld am Armaggedon des real-existent gewesen Kapitalismus …

= > … es wird übrigens auf der “Grillparty” mehr gegrillt als Shorties …

= > … die Welt wie wir sie kannten ist … P L A S M A !

( … 99,56% der Leute werden sich nach dem Kapitalismus sehnen, den wir hatten …)

54 Unwissender 19. September 2008 um 23:31
55 sebastian 19. September 2008 um 23:50

und wann geht der paulson zurück zu goldman? stehen ja jetzt ganz gut da, oder? konkurrenten weg, schulden weg, keine iif.

56 Miesespeter 19. September 2008 um 23:53

Gerade nachgesehen: die Erde dreht sich immer noch um die Sonne! Kann natuerlich sein, dass am Wochenende Paulsen….

What happened to you guys?

Das ist nicht der erste Bailout eines nationalen Bankensystems, schaut euch doch mal um, sowas passiert staendig. Hin und wieder muss halt der Staat das Bankkapital auffuellen (remember Berlin?)

Mir voellig unverstaendlich, was die Amis da so lange drum rum eiern, das waere diese Woche beinahe schief gegangen, und das System ist noch lange nicht vom Eis….

Jetzt von Rallye zu traeumen, dann muss man zunaechst mal die Frage beantworten, wer denn die Neuverschuldung auf sich nimmt, ohne welche nach oben nicht viel geht….der Staat wird bis auf weiteres gut damit beschaeftigt sein, die Altverschuldung at par zu halten…..

57 Nanuk 20. September 2008 um 07:43

@all
Viel schlimmer ist das man die unsichtbare Hand Amputiert hat…
Wie soll es jetzt zu einer Eindeckungsrally kommen…
Wenn die Kurse weiter fallen.

Die Aktien werden einfach nur einstürzen!
Man kann dann nur hoffen das das Geld in US Staatsanleihen flieht.
Wobei ich da jetzt vorsichtig währe da man den Bond Guys ne volle Breitseite verpasst hat.

Denn jetzt stellt sich jeder die Frage wenn er US Staatsanleihen kauft was wenn die noch etwas im Köcher haben… ich bin da ja auch nicht sicher.

58 Max 20. September 2008 um 08:18

@ Nanuk

Wenns tief genug runter geht, gibts auch für alles Käufer.
Nennt sich schlicht u. ergreifend “Börse”.

Also abwarten und Tee trinken.

Max

PS: Deine Hysterie in Ehren, aber denkst du nicht auch, du machst dich damit langsam lächerlich? Wie so viele andere auch.
Ist natürlich trotz allem noch lange kein Vergleich mit dem Schwachsinn, den ein gewisser DT grade im Gelben völlig ungestraft von sich gibt.

59 Nanuk 20. September 2008 um 08:48

“PS: Deine Hysterie in Ehren, aber denkst du nicht auch, du machst dich damit langsam lächerlich? Wie so viele andere auch.
Ist natürlich trotz allem noch lange kein Vergleich mit dem Schwachsinn, den ein gewisser DT grade im Gelben völlig ungestraft von sich gibt…”

Junge ich hab hier vor 2 Tagen gesagt shorted die US Staatsanleihen…
Wer das gemacht hat jetzt ein nettes Wochenende!
Du must dich meinem Bären Modus nicht anschliessen kannst ja dagegen setzen…
Its a free World…
Ich bin weit davon entfernt Hysterisch zu sein glaubs mir ich hab Nerven wie Drahtseile!

Ich sage nur worauf ich mich vorbereite die Betonung liegt auf ICH!
Risiko managen nennt sich das wohl und nochmal in einem Bärenmarkt gewinnt niemand nicht mal die Bären!!!

Also muss hier auch gar kein neid aufkommen…

Mir währe es lieber back to bull und wir saufen alle Champus nur ist da der Wunsch und die Hoffnung Vater des Gedanken und die narrt einen bekanntlich des öfteren im Leben.

60 starship trooper 20. September 2008 um 09:53

Bereits der Eingangskommentar von HRR hat mich ermuntert den folgenden Link einzustellen:

[url]http://www.rexresearch.com/articles/ocultech.htm[/url]

Nicht vom Titel abschrecken lassen …

61 starship trooper 20. September 2008 um 09:55

Vielleicht klappt es jetzt mit dem Link?

http://www.rexresearch.com/articles/ocultech.htm

62 Chefarztfrau 20. September 2008 um 11:16

Bloß D-Land hält noch stramm den Privatisierungskurs. Paläo-Con Volker Kauder empfiehlt europäische Finanz-Aufsicht nach deutschem Vorbild. In Zukunft sollten die Finanzinstitute aber direkten Zugriff auf die europäischen Staatshaushalte haben. Das gibt Synergien.

63 Unwissender 20. September 2008 um 12:40

@Nanuk

Ich sehe das ebenfalls sehr entspannt. Paulson und Co. ziehen hier ein richtig gutes mediales Ablenkungsmanöver ab – die Aktienmärkte sind hierzu ab besten geeignet – und hinten werden in Zukunft die Bondanleger und Taxpayer kräftigst zur Kasse gebeten.

Es wird immer weniger Geld in die US-Bonds laufen. Die Anleger werden sich nach Alternativen umsehen “”müssen”" und da gibt es sehr wenige gute Alternativen bei den Sachwerten.

Rethfeld von Wellenreiter-Invest zeigt es uns heute sehr schön mit einem Statement zur historischen Zinsentwicklung. Die Anleger werden ihre höhere Risikoprämie einfordern, und bekommen!

@Max

Hysterie haben derzeit wohl eher einige Herren in den USA und UK. Dies zeigt die aktuelle Entwicklung!

Japan, here we come!

64 starship trooper 20. September 2008 um 15:25

@Unwissender,

Sehe ich genauso – allerdings formulier(t)e ich meine Schlagzeile dazu noch etwas härter (Links s.u.):

“Umsturz in den USA erfolgt! – Volksvertreter paralysiert!”

http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&sid=aVPBaUbYV_qQ&refer=home
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Banker-in-der-Politik-Die-gro%DFe-Goldman-Familie/414882.html

Dies war und ist ein kalter Staatsstreich – und zumindest in einigen amerikanischen Foren, wird inwischen der Ruf laut “Mistgabeln und Gewehre” hervorzuholen …

65 Lucky 20. September 2008 um 17:54

Gerade bei CNBC aufgeschnappt:

Draft of the Treasury’s Proposal for Toxic Debt
Link: http://www.cnbc.com/id/26803766

Obwohl es sich also nur um eine erste Vorlage handelt, gibts einige interssante Details, z.B.:

…purchase…mortgage-related assets from any financial institution having its headquarters in the United States.

Und was ist mit Gedlinstiuten,die ihre Zentrale nicht in den USA haben?

…the Secretary shall take into consideration means for–
protecting the taxpayer.

Wer glaubt eigentlich jetzt noch so einen Blödsinn?

The Secretary’s authority to purchase mortgage-related assets under this Act shall be limited to $700,000,000,000 outstanding at any one time

700MRD. – ob das wohl ausreicht, scheint mir, nach Allem, was man so hört und liest, etwas optimistisch. Aber es ist ja nur ein Entwurf. Man kann ohne weiteres ja noch eine 1 vor die 7 stellen…

Folgerichtig wurde auch das Statutory Limit on the Public Debt.
auf $11,315,000,000,000 erhöht.

Als Nicht-VWL/BWL kundiger überblicke ich vielleicht auch nicht die Tragweite dieses Palns, jedoch werde ich mit Sicherheit den $ in nächster Zeit shorten…

66 Dozoern 21. September 2008 um 12:36

Ich weiss nicht weshalb manche hier so pessimistisch sind hinsichtlich der Paulson`schen Fondslösung? Schliesslich haben wir Deutschen es der Welt doch vorgemacht, wie man eine riesige Vermögensillusion, die brutal abgeschrieben werden muss, zeitlich streckt und unschädlich macht: Remember? Die Wiedervereinigung. Da wurde ein ganzes Land mit 12 Mio Menschen in das “Sondervermögen Deutsche Einheit” (Vermögen!, lol,lol,lol) überführt und die Bundesbürger dürfen die Schulden daraus noch heute abstottern. Über den Steuerzuschlag, über geringer Wachstumsraten, höhere Inflation, geringere Löhne, etc..

Dagegen ist das in den USA doch peanuts – oder?

67 DividendenJaeger 21. September 2008 um 13:09

So wie die Verhältnisse im Versicherungsmarkt waren, können sie nicht bleiben. Hier werden die Prämien steigen, vielleicht soweit, dass das Geschäft vielfach nicht mehr lohnt. Damit ist allen mit schlechter Bonität der Zugang zur Refinanzierung erschwert. Hier wird immer der Fokus auf den Immobiliensektor gelegt aber ist gibt noch andere. Kommunen und Konzerne benötigen auch Geld. Fiat hat heute gemeldet Probleme mit der Kapitalbeschaffung zu haben. Da zeigt sich der Übergriff auf den Realmarkt. Der Massenbailout hilft hier nicht weiter. Abgesehen davon steht die USA vor der Rezession bzw. steckt schon drin und wird auch Jahre damit zu kämpfen haben.
Schwächt sich der Dollar ab, womit zu rechnen ist, führt das zu einer importierten Inflation, die nicht hilfreich wäre.
Steigende Arbeitslosenzahlen, höhere Staatsverschuldung, sinkendes Steueraufkommen, Zurückhaltung bei Investitionen, verschlechterte und verteuerte Liquiditätversorgung werden zu einer Verknappung von Geld führen und damit den von PCM angedeutete Trend zur deflationäre Depression einläuten. Da kann der US Staat soviel faule Kredite aufkaufen wie er will.

Der Steuerzahler wird übrigens keinen Cent für den Bailout hinlegen, weil er dazu nicht in der Lage ist. Es geht nur eine Einsparung von Ausgaben mit der Folge von noch mehr Arbeitslosen und einer verlotterten Infrastruktur.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis den USA die Zahlungsunfähigkeit droht.

Den Bailout , so wie Ihn die Amerikaner vorhaben finde ich verfehlt. Hätte die Banken in der Verantwortung belassen. Die faulen Sicherheiten bei der FED hinterlegen und einen langfristigen Kredit gewährt der dafür sorgt, dass die Banken Ihre Fehler aufarbeiten können. Dazu ein Auflagenpaket, damit das nicht mehr so leicht möglich ist (unter anderem zur Nachhaltigkeit, langfristige Ziele für das Management). Zinshöhe so, dass man zwar operieren aber seine Last abtragen kann. Die Japaner haben das doch ähnlich durchgezogen.

Damit könnte man das System länger am laufen halten, stürzt aber trotzdem ein wegen Debitismus (Woher Renditen/Zinsen nehmen? Läuft in der Praxis nur über exponentielle Verschuldung bis zum Kollaps).

68 R2D2 23. September 2008 um 16:34

Mal schauen was passiert, wenn der Plan durchgeht. Eigentlich kann die Finanzierung nur aus dem Ausland kommen.

Da könnte lustigerweise die Chance liegen. Immerhin sitzt mit China der Hauptgläubiger wegen der Dollaranbindung im gleichen Boot.
> Freundlicherweise bewegen sich ja auch die USA wirtschaftspolitisch fast schon “auf Linie”. An der Verstaatlichung der Kreditinstitute zur Eindämmung des zügellosen Kapitalismus und zum Wohle des Volkes hätte der gute Mao sicher seine Freude gehabt ;-)

Man stelle sich das vor, der Dollar crasht (was bei dem Inflationierungsplan ja nunmal früher oder später naheliegend ist).

Dann knallt es aber auch unmittelbar in China, eigentlich. Warum eigentlich:
> Wenn die Ihre Währung aufwerten und sich vor vom Dollar lossagen, dann nicht.
> Wenn nicht, dann -na ja- wie soll man den Aufstand von ca. 1 Mrd. (!) Bürgern bezeichnen.

Meiner Meinung nach hängt damit ein Schlüssel des ganzen in China. ich denke, die werden erstmal noch zahlen und Bonds kaufen. Das gibt ein paar Monate / Jahre (?) Ruhe. Die Frage ist nur wie lange – das die Kohle irgendwann einmal mir einer positiven Rendite zurückkommt ist ja nunmal ziemlich unwahrscheinlich.

Wie man es dreht und wendet, es ist nicht die Frage “ob” es den Bach runtergeht, sondern nur noch “wann”.

Wer gerne einmal weinen oder lachen möchte: http://www.macroanalyst.de
Die Entwicklung der US Wirtschaft im Vergleich zur EU aus volkswirtschaftlichen Sicht.

69 Burton 1. Oktober 2008 um 21:32

Wie lange wird dieser Rally denn Deiner Meinung nach anhalten, wenn er angenommen wird… ein paar Tage, Wochen oder sogar bis Ende Jahr ?

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