Wie erklärt man einem eher jungen und in wirtschaftlichen Dingen vielleicht nicht sooo beschlagenen Hörerpublikum die Bankenkrise, noch dazu binnen 1 Stunde zwischen 23:00 und Mitternacht? Und auf eine Weise, die die Quote nicht 10 Stockwerke tief in den Keller stürzen lässt?
Das fragte sich auch Holger Klein, Moderator der Talksendung “Nightline” des hessischen Radiosenders “You FM”. Und rief dann ausgerechnet bei mir an … Et voilà, das Ergebnis als mp3, unzensiert und aus dem Stehgreif, trotzdem garantiert jugendfrei ab 2 Jahren, 61 Minuten weissgarnix pur.
Und wie erklärt man nun die Kreditkrise? – Na wie wohl: man bedient sich der Lehren eines berühmten “Österreichers” … Nee, nicht Mises, Hayek oder Schumpeter. Sondern Falco. Ja, genau Falco, der mit “Jeanny” und “Rock me Amadeus”. Der hat nämlich, in Sachen Krise, eine simple Formel geprägt, die wesentlich klarer und konzentrierter auf den Punkt bringt, worum es dabei geht, als es die großen Vordenker der österreichischen Schule je vermochten. Und besser für die Quote, als Ludwig oder Friedrich August, war er sowieso …
Ich fand es jedenfalls sehr lustig. Hört es Euch mal an!




















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Für meinen Geschmack unterbricht der Moderator zu oft mit seltsamen Fragen, da ist es schwierig beim Faden zu bleiben. Aber sehr interessant, man hört dir gern zu
Cool.
Gut erklärt wie der Kapitalismuss funtioniert…
Super! Macht echt spass zuzuhören – mehr davon.
Fabelhaft, wgn — wirklich ein anregendes Gespräch. Du hast das famos gemacht mit der Kettenbrief-Analogie, die Holgers Zuhörern bestimmt einleuchtete.
Hey cool.
Sind den heute die Besucherzahlen explodiert? *g
der hardnäckige Vergleich mit dem Schneeballsystem ist cool. Nix anderes isses nämlich!
kann ich ein autogramm haben?
Ja, es ist ein Kettebrief. Nur, daß er nicht nach dem Dominoprinzip fällt, sendern im Zweifelsfall hyperinflationiert. Wir sind auf bestem Wege.
Sehr schön erlärt.
Du sagtest im Interview, dass die Banken keine Ahnung haben (können), welche Hypothek und damit welches Haus ihnen gehört. Wie kann man dann auf der anderen Seite wissen, wieviel eine bestimmte Hypothek noch wert ist?
@Holmes
Ja, diese Stelle ist zugegebenermaßen ein wenig verworren. Was ich meinte war, dass die Holder der Mortgage Backed Securities an einem Ende der Kette bei Ausfall der zugrundeliegenden Hypotheken nicht auf die dahinterstehenden Sicherheiten zugreifen können (bzw. nicht leicht), weil durch die ständige Umverpackerei die gerichtsfeste Dokumentation der Beziehung Haus->Hypothek->MBS-Tranche verlorengegangen oder nicht mehr eindeutig ist. Die Deutsche Bank hatte bekanntlich dieses Problem anfang des Jahres ziemlich massiv (in Cleveland glaube ich), haben wir im Gelben auch recht intensiv diskutiert.
@Holmes
“Wie kann man dann auf der anderen Seite wissen, wieviel eine bestimmte Hypothek noch wert ist?”
Frag mal die hier…
http://physik.htu.tugraz.at/
“Banken und Wirtschaft: Viele Algorithmen der theoretischen Physik finden auch in anderen Gebieten Anwendung, z.B. in der Dateninterpretation und in Wirtschaftssimulationen. ”
Die erklären dir das dann…
Früher hätte ein Bleistift und ein Zettel gereicht ob er heute wohl auch noch reicht… Wait and see.
Jung? Danke
@ Nanuk
Bist von der TU? Ich war mal auf der KFUni.
@mylli
Ne…
Aber kann mir mal einer sagen welcher Kamikazepilot bei den 10Jährigen in den USA bei 4% noch kauft…
Da ist nichtmal bei 13% value…
@Nanuk
Das ist doch die von Wgn. angesprochene 1 Millionen-$-Frage ! Wie kriegen die Amis mit einem schwachen und jährlich 10 % schwächeren $ das Zeug mit Renditen unter 4 % weiter verscherbelt ? Macht eine jährliche Negativrendite von 6%.
Meine 3%-$-Bundesanleihen stehen mit knapp 5 Jahren Haltezeit mit -17 % nach Zinsen im Feuer. Gold glänzt allerdings um +220%. Die USA als weltweit nicht zu überbietender Schuldner haben da logischerweise ein Problem. Dasselbe, wie mit den Öl- und Goldpreisen. Die Lösung wird angegangen, es gibt sie.
@ Michael
“Meine 3%-$-Bundesanleihen stehen mit knapp 5 Jahren Haltezeit mit -17 % nach Zinsen im Feuer. Gold glänzt allerdings um +220%.”
–> Das ist ein bisschen unfair: Gold glänzt nur in Dollar mit 220%, in Euro hats sichs so ungefähr verdoppelt, oder? Die 3%-$-Bundesanleihen haben in Dollar doch auch besser performt, oder?
@mylli
Macht man mit Aktien auch so. Deshalb sind stürzende Kurse von Bankaktien auch nur temporär dramatisch.
Bundesanleihe ist mir in $ egal, aber wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, gelle ? Gold bringt weitaus mehr, als der $ verlor, ist durchaus erträglich.
Nur Jahres-”Performance” läßt sich leider nicht garantieren.
richtig Gold hat sich in $ ungefähr verdoppelt, das heißt, wenn man 10kg gekauft hat und bei 100% Gewinn die Hälfte verkauft, waren 5 kg kostenlos.
Hi Leute,
…. weissgarnix, sauber argumentiert, toller Überblick und gesunde Einstellung.
Hab ne Frage an dich und zwar geht es um folgendes:
Beschäftige mich gerade mit der Subprime-Krise und der globalen Rezessionsgefahr. Über welche Übertragungskanäle kann die globale Wirtschaft von der amerikanischen Konjunkturschwäche angesteckt werden? Der Außenhandelskanal leuchtet ein. Konjunkturelle Übertragungseffekte zwischen Volkswirtschaften können sich aber auch über die internationalen Finanzmärkte vollziehen. IWF konstatiert in seiner empirischen Studie, dass von der Entwicklung der US-Aktienkurse starke Einflüsse auf die Aktienmärkte anderer Länder ausgehen. Kannst du mir diesen Transmissionskanal erklären? Wäre dir echt dankbar.
Gruß, Kuki
@Michael
“Die Lösung wird angegangen, es gibt sie.”
Gestern gab es neue 10 Jährige und neue 30 Jährige und das zu den Preisen. Armageddon ist aufgeschoben…
.
Ach ja die böse Deflation kommt ja wieder bei den niedrigen Ölpreisen
Ist aber glaub ich nur ein Dollar play ,wenn Trichet in 2 Monaten schlechte Laune hat ,reden wir wieder ganz anders.Jetzt heist es auf die Projektionen der EZB warten die kommen nächsten Monat glaub ich.Wer mutig ist kann sich ja ein paar Shorts zulegen bei den 10 Jährigen.
Aber immer auf eigenes Risiko. Ich geb keine Garantie oder sowas.Ich hab auch keine Glasskugel und koche auch nur mit Wasser.
Bei 117 im T-Note Future sollte schluss sein…
Mir sind Bonds lieber die entsprechen mehr meiner Natur…
@weissgarnix,
prinzipiell habe ich meine Einschätzung zur aktuellen Finanzkrise in dem Interview wieder gefunden.
Ich denke teilweise war der “normale” Radiozuhörer bestimmt überfordert die Zusammenhänge zu verstehen.
Aber im ganzen gesehen ein guter Beitrag in den öffentlichen Medien.
Man konnte an der Reaktion des Moderators erkennen, das die ständig mittels Medien beruhigte Masse, wohl eher ahnungslos erscheint.
Ein Hinweiß noch zum Ratschlag zum Immonbilienkauf.
Ich rate jedem zur Zeit ab in Immobilien zu investieren, auch wenn eine grössere Menge an liquiden Mitteln zur Verfügung steht.
Wir merken es jetzt bereits an meinem Arbeitsplatz (Mittelstand, 600 Mitarbeiter). Aktuell sind etwa 200 Kollegen zunächst über Kapazitätsmassnahmen nach Hause geschickt worden. Unsere Gesellschafter sind Investoren, die werden sich das nicht lange anschauen.
Also prinzipiell hört man überall von Arbeitsplatzeinsparungen, Entlassungen etc., ich denke da ist eine aktuell gekaufte Immobilie eher ein Klotz am Bein, wenn man flexibel am Arbeitsmarkt reagieren will.
Als evetuell Hartz4ler wird man später auch mit dem Haus Probleme bekommen.
Weiterhin denke ich das die Immobilienpreise bzw. der -markt hier in Deutschland übersättigt sind, da wird sich noch was tun.
Aber wie gesagt, das ist meine eigne persönliche Einschätzung, die Investition in (andere) Sachwerte unterstütze ich voll und ganz.
Gruß
Jupp
Ich denke das ist für Otto-Normalhörer schon verteufelt anspruchsvoll.
Der Moderator versucht durch die Unterbechungen den Hörern Zeit zu verschaffen um zu verstehn und den immer noch komplizierten Stoff in ein oder zwei Sätze zu fassen, die für jeden eingängig sind.
Wirklich, die fachfremden Menschen, inklusive mir, haben gar keinen Überblick was da alles läuft und was da für Geschäfte getätigt worden sind und werden.
Und können sich das in der Regel auch gar nicht vorstellen, weil viele dieser Geschäfte mit den erlernten und angeborenen Vorstellungen, was geht und was nicht, in keiner Weise in Übereinstimmung zu bringen sind.
Das können nur noch Juristen und Finzanzleute und als Normalbürger gefühlt ist vieles davon, was rechtens ist, hochkriminell!
@Radiostar…äh…weissgarnix
Eat this:
http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/:Kolumne_Thomas_Fricke_Eine_zauberhafte_Katastrophe/396075.html
FTD.de – Kolumne: Thomas Fricke: Eine zauberhafte Katastrophe – Kolumnen
@jupp
Yep, jupp, so isses, …auch wenn weissgarnix jetzt hier die Immobilien-Boom-Party in ausrufen will….kauft bloß keine Immobilie in Deutsche Land…denn Deutsche Land ist Rentner Land, d.h. die Nachfrage nach Immobilien wird in den nächsten ca. 20 Jahren dramatisch einbrechen. D.h. Eure Immobilie wird mindestens die Häfte ihres Wertes verlieren….und wenn Ihr die dann noch abzahlen müsst…yep, dann goodnight
Yep, natürlich könnt Ihr in München, Stuttgart oder D-Dorf investieren…aber die Preise in München und Stuttgart sind am Zenit….vielleicht noch D-Dorf…aber auch dort kommt der demographische Hammer…
Whatever…ist auch egal, weil Eure Immobilie in 40 Jahren sowieso der Pflegeversichung gehören wird
“It’s better to be on the edge of a party, don’t you think?”
Mandy (midnight in the garden of good and evil)
Der Goodnight ist ein Prophet, der leider in vielem Recht hat.
@goodnight
Ich weiss, mein “Austro-Denglish” ist nicht immer gleich voll verständlich aber ich glaube, ich sagte da was von wegen: “Wer zur Miete wohnt und sich mit dem Gedanken trägt, zu kaufen, für den wäre jetzt kein schlechter Zeitpunkt.”
Immer vorausgesetzt natürlich, man glaubt nicht an deflationären Kollaps, Game-Over und dergleichen. Für diesen Fall erwähnte ich auch das Zauberwort … “Cash”
@Thorqemada und Jupp
Das war im Prinzip die große Schwierigkeit bei der ganzen Sache: aus dem Stand die Dinge so zu erklären, dass möglichst viele es verstehen, und das zu einer Uhrzeit, bei der die meisten ohnehin nur noch abschalten und sich passiv berieseln lassen wollen.
Sprich auf alle Begriffe, Links und dergleichen verzichten zu müssen, wie man sie hier im Blog oder in einem Gespräch unter Fachkundigen verwenden könnte.
Das Hörer-Feedback war aber durchaus positiv. Ich erhielt sogar Mails von Lehrern, die den Mitschnitt im Unterricht nutzen wollen und dergleichen …
@ goodnight
Verdammt, ich hab dir schon längst im herdentrieb gesagt, dass du mal Madame mit Ergebnissen der Glücksforschung konfrontieren sollst, weil sie ja immer die Menge maximiert.
@weissgarnix
Nope, keine Sorge, ich sprechen Denglish, Globish und alles andere auch….aber Du sagtest klar und deutlich:
“KAUFEN”
Und wer in unserem Gewerbe den Begriff “Kaufen” in den Raum wirft, der kennt die Konsequenzen … fragen wir mal Herrn Kerviel …warte ab, wenn der erste Lehrer anruft und in den Hörer schreit: “Sie haben kaufen gesagt, und nun ist mein Leben ruiniert”…yep, Radio is danger zone…aber vielleicht rettet Dich dann doch noch die Inflation…wenn sie schneller laufen kann, als die Nachfrage sinkt…yep…also sagen wir einfach mal “Laufen” statt “Kaufen” …. natürlich ohne Gewähr
“Run…Forrest…run”
Jenny (forrest gump)
@mylli
Yep, ich befürchte, Madame wird das Glück sehr schnell auch ohne Forschung finden, allein, indem sie den Anteil an meinem gegenwärtigen Vermögen und zukünftigen Einnahmen maximiert…verdammte Scheidungsanwälte
Yep, die einzige Hoffnung, die bleibt: Vielleicht hat sie ja weissgarnix im Radio gehört (auf der Fahrt vom Fitnessstudio)…und kauft sich mit “meinem- bzw- dann-zukünftigen- ihrem- Geld”…also “cash”…. ne Immobilie in Deutsche Land…. hähähähähä…
“There is no winning! Only degrees of losing! .”
Gavin (the war of the Roses)
@goodnight
Das Glück gehört denen, die sich selber genügen.
Arthur Schopenhauer
@goodnight
Keine Bange, mein Rechtsanwalt hat unmittelbar vor dem Interview einen 15-minütigen Disclaimer verlesen, den habe ich hier aber rausgeschnitten …
Ich habe den Beitrag auch gehört, weiterempfohlen usw.
Eigentlich alles hier schon diskutiert, klar, sollte ja eine Zusammenfassung sein. Ob allerdings ein eher unbedarfter, von Blöd und TV berieselter Zuhörer das alles bis zum Ende gehört hat?
Zu den Immos:
Ich bin der Meinung, dass ein selbstbewohntes, schuldenfreies (!!) Haus mit Garten eigentlich mit die beste Absicherung gegen die Unbillen des Lebens darstellt. Bei Mietimmos bin ich sehr skeptisch! Ich kenne einige Leute, die Wohnblöcke haben (6 -12 Parteien) und enormen Ärger mit Mietnomaden, ausstehender Miete, Reparaturen usw. haben. Also da ist abzuraten!
Was ich aber gut finde, ist der Kauf von landwirtschaftlichem Grund, hier vor allem Wald!
Diese Idee hatten schon etliche, es ist nicht viel am Markt zu haben! Hier im bayerischen Wald noch einige Flächen. Wald war schon immer die ‘Sparkasse des Bauern’; für schlechte Zeiten ist damit teilweise vorgesorgt.
Wichtig: Nicht auf Kredit kaufen!!!!
Gruss
Otto
Goodnight, das ist das Problem der Propheten, nicht die Vorhersage, der Zeitpunkt macht die Schwierigkeiten!
“Wald war schon immer die ‘Sparkasse des Bauern’; für schlechte Zeiten ist damit teilweise vorgesorgt…”
Da läuft das Schnitzel sozusagen frei herum und für die Pilzpfanne muss man sich nur bücken.
@Kuki
Zunächst mal sind die Vermögenspreise immer ein wichtiger Transmissionsmechanismus, hier insbesondere die im Ausland. Warum? Weil durch den schwachen Dollar ein Euro-Investment nominal in Dollar mehr wert ist, und deshalb nominal gefixte Schulden aus dem Verkaufserlös einfacher getilgt werden können. Oder anders gesagt: trotz weltweit einbrechender Börsen hat ein US-Investor aufgrund der Dollarschwäche eventuell mit seinen Euro-Aktien in Dollar einen Gewinn oder zumindest keinen Verlust erzielt. Die Verlockung, derartige Positionen als erstes zu liquidieren, wäre also groß.
Generell werden Vermögenspreise durch 2 (unsichere) Faktoren beeinflußt: 1) zukünftige Gewinnerwartungen und 2) zukünftige Zinserwartungen. Wenn also nun zB durch geringere Gewinnerwartungen für US Unternehmen deren Aktienkurse sinken (bzw. nicht nur Aktien sondern etwa auch Immobilien) dann, stehen eine ganze Reihe von Finanzierungsvereinbarungen “unter Wasser”, und Schuldner werden bemüht sein, irgendwie zusätzliche Sicherheiten aufzutreiben oder, falls die Bank die Reissleine zieht, Tilgungsmittel beizubringen. Und das wäre dann eine Situation, die, wie oben beschrieben, erklären kann, warum auch nicht-US-Werte fallen.
Generell gilt unter Eingeweihten die Regel: “Investors sell what they can, not what they should”, das erklärt den Kontext auch ein wenig, denn eine Reihe von US Werten, die man verkaufen müßte, um Schulden tilgen zu können, sind eventuell nicht mehr so liquide, dass man dies ohne größere Einbußen oder überhaupt könnte. Nimm zB mal die Deutsche Bank und ihr Casino da in Las Vegas aus meinem jüngsten Beitrag, das ist exakt dieselbe Story: die Deutsche hatte bestimmt keinen Bock darauf, in Las Vegas ein Casino zu betreiben, aber es blieb ihr halt nichts anderes übrig. Zur Refinanzierung dieses Engagements wird sie aber anderweitig Mittel aufbringen müssen, etwa indem sie nach wie vor liquide Vermögenspositionen abstößt, unter Umständen solche, die weder mit “Immobilien” noch mit “USA” was zu tun haben, zB also eine europäische Industriebeteiligung.
Hallo zusammen!
Das ist mein erster Kommentar. Also haut mich bitte noch nicht gleich in die Pfanne!
Ich hab das interview auch mit großem Interesse durchgehört. Für mich ist aber beim Thema “kommt Inflation oder Deflation?” eine wesentliche Frage offengelieben. Was ist Gold? In einer Inflation bleibt ihm ja fast nix anderes übrig, als daß sein Preis in der zugrundeliegenden Währung steigt. Zumindest war das seither immer so. D.h. hier wird es üblicherweise als Sachgut betrachtet. Aber ist in einer Deflation Gold ein Sachgut oder Geld?
@ Dayzz
In so einer richtigen Deflation mit Depression und halbem Weltuntergang verliert Gold meiner Meinung nach teilweise die Rolle als Geld. Wer braucht fürs nackte Überleben schon Gold?
Stattdessen werden Blei, Zigaretten, Damenstrümpfe und Kartoffeln neue Zahlungs(Tausch?)mittel.
Als Sachgut würde ich Gold aber auch nicht betrachten, da man es für fast nichts gebrauchen kann.
@mylli:
Zum Teil gebe ich Dir recht. Ich kann mir ein Überleben ohne Blei, Zigaretten und Damenstrümpfe auch nicht vorstellen.
Ich denke aber eigentlich gar nicht so sehr an den halben Weltuntergang, sondern an die Frage, was der Goldpreis zu tun geneigt ist, wenn das Geld knapp wird. Und warum. Für mich gibt es da zwei gegensätzliche Standpunkte, die beide logisch klingen, und ich als Nicht-Ökonom weiß halt nicht, welcher schwerer wiegt.
a) Der Goldpreis sinkt, weil jeder sein sinnloses Gold gegen werthaltige und lebensnotwendige Damenstrümpfe eintauschen will.
b) Der Goldpreis steigt, weil Geld knapp ist und Gold / Silber die Rolle von Geld übernehmen.
@ Dayzz
Ich fürchte, ein Ökonom kann Dir zwar sagen, dass a) schwerer wiegt. Der zweite aber dann, dass b) schwerer wiegt. Also brauchst einen dritten Ökonomen, der sagt, welcher Ökonom recht hat und so geht das dann ad infinitum weiter.
Ich glaube: zuerst b) dann a) weil es entweder viel schlimmer wird ode,r wenn es besser wird, Gold seine Geldfunktion wieder verliert.
@mylli
“Ich fürchte, ein Ökonom kann Dir zwar sagen, dass a) schwerer wiegt. Der zweite aber dann, dass b) schwerer wiegt. Also brauchst einen dritten Ökonomen, der sagt, welcher Ökonom recht hat und so geht das dann ad infinitum weiter.”
=>Nope, man kann auch einfach goodnight fragen
Also:
Geld ist ein symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium.
Gold ist ein symbolisch generalisertes Wertaufbewahrungsmittel.
Blei ist ein reales Kommunikationsmedium.
D.h., je nach Zivilisationsstufe steigen wir auf- (Geld)…oder abwärts (Blei)….weil, je realer, umso mehr Evolution.
Ergo: Der Goldpreis steigtnur im Übergang von der Zivilisation zum Doom. Und da der Goldpreis gerade sinkt, ist Entwarnung angesagt.
“Well, you know what they say. A bullet always tells the truth.”
Rayburn (man on fire)
P.S.
Hat der gute weissgarnix in seinem Radio-Beitrag nicht zu Gold ganz laut “KAUFEN” gesagt?
O.K., O.K., ich schweige ja schon
“Sticks and stones can break your bones but words cause permanent damage! ”
Barry (talk radio)
@ goodnight
Lese gerade Deine Kommentare – mein aufrichtiges Mitgefühl.
“Ein alter Börsianer kann alles verlieren – nur nicht seine Erfahrung.”
[André Kostolany]
“Das in der Tat häufig zu beobachtende pluralistische Meinungsbild der Ökonomen ist dem Umstand zu verdanken,…”
Wirtschaft, Geld und Handel sind doch alles menschengemachte Phänomene. Die sollten doch eigentlich zu 100% erklärbar sein (zumindestens bei den Experten). Dann las ich, es gäbe da mehrere Schulen… also, da hat’s mich erstmal umgehauen.
@mylli:
“Als Sachgut würde ich Gold aber auch nicht betrachten, da man es für fast nichts gebrauchen kann.”
Vergiß es!
Die Siliziumchips, mit denen ich mir meine Brötchen verdiene, müssen ja irgendwie mit den Beinchen des Gehäuses verbunden (“gebondet”) werden. Und was nimmt man dazu? GOLD. Und zwar sehr reines Gold.
Also: ohne Gold -> nix PC, nix iPod, nix Handy, nix Fernsehen..
Gruß, Gojko.
P.S.: OK, gebe zu es ist mengenmäßig wenig Gold, weil Drähte dünn. Aber trotzdem..
@ gojko
vergiss nicht auf vergoldete kontakte in aufgepimpten karren. Ich hab ja auch fast nix geschrieben, nicht garnix.
Bei Deiner Erklärung des BearStearns Bailouts durch die Notenbank habe ich etwas Zweifel. Es würde mich wundern, wenn die (mögliche) Überweisung an ML aus der Segniorage bezahlt würde. In Wirklichkeit wird es doch so sein, dass man stattdessen irgendeine (schlechte) Sicherheit in die ZB-Bilanz packt und so der Bailout durch eine Verschlechterung der Bilanzqualität der FED bezahlt wird.
Die Folge wäre wohl ein Wertverfall des Dollars, bei dem somit die Dollar-Halter in ihrer Gesamtheit die Sache bezahlen. Umgekehrt profitieren davon all die Amerikaner, die ihr Kapital nicht in Dollar, sondern im Ausland angelegt haben. Im Ergebnis stimmt es natürlich, dass Joe Sixpack, der kein Auslandsvermögen hat, das ärmeste Schwein von allen ist.
@Tarantoga
Da die FED New York die betreffenden Bear Stearns Assets bei sich konsolidiert, wird das schwer möglich sein, was du da sagst. Sollten diese Assets tatsächlich umfallen, schlägt das voll auf die Bilanz der FED durch, was entweder ihren Gewinn verringern oder Verlust erhöhen wird.
Hi,
weisgarnix, vielen Dank für die Antwort. Ich hätte eine wichtige Frage, kannst du dich bitte diesbezüglich bei mir melden: enolog2001@yahoo.de
Gruß, Kuki
Guter Beitrag
Würde mir mehr Hörbeiträge wünschen.
Gruß
Sehr gelungen, wie der Bogen gespannt wird von den einzelnen US-Häuslebauern bis zur Häufung der Crashs in unserer Zeit! Instruktiv und gleichzeitig spaßig anzuhören.
Gibt es denn schon das “neue” mp3 von der letzten Radiosendung?
Lieber WGN,
leider teile ich so ziemlich gar nichts an deinem Erklärungsversuch. Der auch keiner ist, wenn man mal zum Kern deiner Aussagen (sicherlich umkleidet mit beneidenswerten Faktenwissen) vordringt, da du letztlich sagst, das Kapital spekulativ ist. Mhm.
Leider ist Kapital immer spekulativ, egal in was es investiert ist. Und das irgendwann etwas kracht, liegt einfach daran, das vorher mit etwas immens spekuliert wurde.
Also kannst du mir jetzt für jede Blase sagen:” Liebe Leute, da hat wer im Vorfeld spekuliert und spekulieren tut man, da man sich eine höhere Rendite davon versprochen (auch unter der Berücksichtigung der Kreditrückzahlungen) hat als anderswo und da war wohl zuviel Spekulation!” und auch die implizite Aussage, die Höhe einer Spekulation ist das Ausgangsniveau des Wirtschaftens eines anderen, platzt die Spekulation, fällt auch der Andere, ist doch ebenfalls nicht neu, sondern immerwährendes Spiel des Kapitalismus, also Tautologie!
Dier Katze faucht, weil sie faucht; IST KEINE ERKLÄRUNG!!!!!
sondern eine Tautologie = ein Satz der immer wahr ist!
Aber ich lausche..
Hallo..(;
Ich habe mal eine Fragen ; )
ich Möchte umbedingt einen Podcast von der Nightline *.*
und gibt es das ?? Bitte könnt ihr mir einen Link schicken ??