Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich auf ihrer gestrigen Sommerpressekonferenz vor den Journalisten der großen weiten Welt wohl ziemlich pessimistisch zur deutschen Wirtschaft. Warum sonst hätte die altehrwürdige “Financial Times” noch gestern Nacht als Top-Titel auf ihrer Homepage verkündet “Merkel warns of fall in economic growth“.
Interessanterweise ist in den deutschen Leitmedien nichts dergleichen zu lesen, zumindest nicht mit gleichwertigem Aufmacher auf ihren online-Seiten. Von Obama ist dort die Rede oder von geretteten Bergsteigern. Und ja, weiter hinten im Text verbirgt sich auch der eine oder andere Beitrag zu Merkels Pressekonferenz, aber mit gänzlich anderer Themen- und Tonlage.
Ich vertraue daher darauf, dass die Damen und Herren Redakteure der FT wissen, was sie da schreiben (vielleicht gab ihnen Angie ja ein Privatissimum, wer weiß?) und übersetze die wichtigsten Passagen mal von deren Website.
“Deutschland kann nicht mehr länger erwarten, aus dem stärker werdenden gobalen ökonomischen Sturm ohne Schäden hervorzugehen, sondern wird sich auf einen signifikanten Einbruch beim Wirtschaftswachstum in 2009 einstellen müssen.”
Puh, klingt ja nun so gar nicht mehr nach “Vollbeschäftigung”, oder? Die FT schreibt weiter:
“Merkel räumte ein, dass viele Deutsche bereits unter dem besonders perfiden Problem hoher Inflation und steigender Energiekosten leiden, und versprach wirtschaftspolitische Maßnahmen, die Deutschlands “wirtschaftliche Erfolge” der letzten Jahre absichern würden.”
Wow, Angie! Ja, das wollen die Deutschen hören, dass Du jetzt endlich mal was anderes machst, als immer nur Steuern zu erhöhen, freundlich zu lächeln und durch die Welt zu reisen. Also, was haste für dein geschundenes Volk auf Lager?
“Diese Maßnahmen würden auf eine weitere Arbeitsmarktflexibilisierung und eine Kürzung der Lohnzusatzkosten abzielen. Doch Merkel räumte ein, dass die Spannungen innerhalb der großen Koalition die politische Entscheidungsfähigkeit vor den Bundestagswahlen 2009 beeinträchtigen könnten.”
Ooooooch, Angie. Das kann doch nicht dein Ernst sein, oder? Aber jetzt wissen wir wenigstens, warum diese Passage der Pressekonferenz den meisten deutschen Medien keine Titelzeile wert war, weil die sagten sich angesichts dieses Rohrkrepierers wohl alle: “What’s news, pussycat?”
Merkel muß aber genaugenommen auch gar nichts mehr bis zum Ende der Legislaturperiode leisten, weil bislang hat sie ohnehin schon Übermenschliches zuwege gebracht:
“Frau Merkel sagte, dass eine der wichtigsten Leistungen ihrer Regierung seit Amtsantritt im November 2005 war, dass die Arbeitslosigkeit um 1,6 Millionen auf 3,1Millionen gefallen ist.”
Höre ich Gelächter im Saal?
Aber immerhin, trotz allem Jubelrausch über diese Leistung konnte Angie sich eine residuale Portion Realitätssinn bewahren:
“Sie sagte gleichzeit aber voraus, dass dieser positive Trend demnächst zu Ende gehen würde, einerseits wegen der sich eintrübenden Wirtschaft und andererseits wegen der Schwierigkeit von Migranten und Langzeitarbeitslosen, Arbeit zu finden. Es könnte erforderlich sein, Arbeitsbeschaffungsprogramme für diese beiden Personengruppen einzurichten, insbesondere in Ostdeutschland, wo die Arbeitslosigkeit doppelt so hoch ist, wie im Westen.”
Soweit die FT in ihrem Beitrag.
Falls ein Leser ähnlichlautendes doch noch in einer heutigen deutschen Gazette entdeckt, bitte per Kommentar mitteilen. Danke















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Die Inflationslüge
Amtliche Statistik verschleiert das wahre Ausmaß
Auszüge aus der National+Zeitung
Preissteigerung bei 3,3 Prozent? Jeder, der heute in den Supermarkt zum Einkauf geht, wird über das wahre Ausmaß der Inflation eines Besseren belehrt. Nur ein paar Beispiele: Innerhalb eines Jahres stiegen die Preise für Nudeln um 27,9 Prozent. Margarine plus 23,3 Prozent. Frische Vollmilch plus 18,1 Prozent. Mehl plus 34,8 Prozent. Speisequark plus 33,1 Prozent.
Bedenkt man weiter, dass Heizöl in diesem Zeitraum um 61,9 Prozent teurer wurde, ist klar, dass für die meisten Menschen die Inflationsrate wesentlich höher liegt als bei den offiziell ausgewiesenen 3,3 Prozent.
Das Problem bei der offiziellen Inflationsstatistik, dem so genannten Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts, liegt darin, dass der Index nicht nach den Konsumenten unterscheidet. Single-Haushalte fließen
hier ebenso ein wie Großfamilien und Rentnerpaare, Gutverdiener ebenso wie Hartz-IV-Empfänger. Der offizielle Verbraucherpreisindex sagt nichts darüber aus, wie unterschiedlich die Teuerung die verschiedenen
Einkommensgruppen trifft.
Die wahre Teuerungsrate
In einer überaus verdienstvollen Arbeit berechnete der Statistikprofessor Hans Wolfgang Brachinger kürzlich den so genannten Index der Inflationsbelastung (Inflationslastindex – ILI). Dieser misst, wie sehr die Inflation einzelne Bevölkerungsgruppen trifft. Das Ergebnis ist frappierend: Die hohe Inflation belastet Geringverdiener in Deutschland
erheblich stärker als bislang angenommen. In Wahrheit liegt die Teuerungsrate für Geringverdiener mit einem monatlichen Nettoeinkommen bis zu 1.700 Euro bei 5,4 Prozent… Selbst Haushalte mit einem mittleren Einkommen von 3.600 bis 5.000 Euro leiden mit einer Teuerungsrate von 4,5 Prozent deutlich stärker unter den hohen Preisen, als aus der amtlichen Statistik hervorgeht. Gut kommen lediglich Topverdiener mit einem Netto-Monatsgehalt über 10.000 Euro davon.
Damit ist klar:
Die hohe Teuerung spaltet die Gesellschaft. Es klafft eine massive Inflationsschere zwischen armen und reichen Haushalten auseinander.
Prof. Brachinger: „Der Anteil der Ausgaben für Konsum sinkt mit wachsendem Einkommen: Wer weniger als 900 Euro netto im Monat zur Verfügung hat, gibt 111 Prozent für Konsum aus – er muss also entweder Ersparnisse angreifen oder Schulden aufnehmen. … Für Geringverdiener ist das bisherige Lebenshaltungsniveau nicht mehr zu halten. … Die Reallöhne bei den einkommensschwachen Haushalten sind viel stärker gesunken, als man bisher wahrhaben will.“
Durch die Inflation werden die Armen damit immer ärmer – und zwar noch wesentlich schneller und stärker als bisher angenommen. Dementsprechend wächst das Wohlstandsgefälle in Deutschland. Das birgt erheblichen sozialen Sprengstoff für die Zukunft. Es ist höchste Zeit, dass die Regierung endlich anfängt, zu handeln.
Alexandra von Grothe-Friedrichstein
@psycho
Dass ausgerechnet die Rechtsradikalen und Neonazis in ihren Propagandablättchen was von “Inflationslüge” labern, ist ein Treppenwitz allererster Güte, findest Du nicht auch?
Ich weiss zwar nicht, wer diese Alexandra von Grothe-Sowieso ist, aber vielleicht schreibe ich ihr mal einen kurzen Leserbrief über die monetäre Praxis eines gewissen Hjalmar Schacht. Mit diesem Namen sollten die Jungs und Mädels von der Nationalen Front eigentlich auch was anfangen können.
Über Schacht würde ich mehr erfahren. Deine Meinung über diese Nazis Zeitung teile ich voll und ganz.
Endlich. Endlich mal eine Kanzlerin, sorry ein Politiker der die Wahrheit ausspricht. Wann gab es das zuletzt?…und dann noch über die schwächelnde deutsche Wirtschaft. Ist das ein Novum? Es geht demnächst bergab, oder doch Vollbeschäftigung? Ja was denn nun Frau Bundeskanzlerin? Ach ne, Moment. Die Deutschen können ja nur Deutsch und kein Englisch. Kommando zurück. Ich versteh die Welt nicht mehr. Aber schaun wir mal, obs auch irgendwo und irgendwann auf Deutsch gedruckt bzw veröffentlicht wird. Oder ist es dann ein Übersetzungsfehler? Ich weiß nicht….and so on
@wgnx
Das klingt so als wäre die monetäre Praxis unter Schacht nicht fein gewesen. Würde auch gern wissen, wieso…
@wgnx
Der Index von Brachinger wird meines Wissens auch von Destatis veröffentlicht. Die Zahlen an sich sind richtig. Statistik ist natürlich eine Krücke, sie müßte schon mit den Menschen an sich logisch verknüpft werden. Ich halte es für nahezu sicher, daß der größte Teil der “Inflationsopfer” niemals Rechtswähler wären.
Genannter Schacht wurde als ziemlich gewieft in Finanzdingen beschrieben, und zwar Mitte der 80-er Jahre von einem russischen Autoren, der ein Buch über Gold schrieb, nebenbei Gold als Währung und die Funktionsweise heutiger Währungen.
Ich habe mich zwar nicht mit den Rechten befaßt, denke aber, daß die Bezeichnung Neonazis blanke Demagogie ist. Es mag ja ein paar vereinzelte Unverbesserliche geben, aber damit ist National nicht beschrieben. Und wir wollen mal an unserem geistigen Auge vorbeiziehen lassen, wer alles aus früheren Bundesregierungen den Treueeid auf Adolf den Eingebürgerten geleistet hat. Nicht nur Kurt Waldheim, der Ösi…. Wer “National” denkt ist noch lange kein Nazi. Der kann kaisertreu oder seinem König davor zugetan sein. Natürlich gibt es Minister, die nicht darauf stolz sind Deutsche zu sein. Die Deutschen können nicht stolz darauf sein, sich ein derartiges Volk als Minister gefallen lassen zu haben.
Im Prinzip werden die Rechten noch als Partei zugelassen, damit keine konzentrierte Opposition entsteht, weil die ehemals Opposition der Grünen als “weichgespült” ausgespielt haben. Sie können geschlossen in die SPD umsiedeln.
Nun “Das größte Glück für die Herrschenden ist die Dummheit der Beherrschten”.
ein paar auffällige Punkte:
Die Deutsche Telekom ist seit Merkel weniger wert als je zuvor Aktienkurs unter 10 Euro. (trotzt massiven Arbeitsplatzabbau)
Deutsche Bahn muß fürchten, das ihre ICE Züge bald auf offener Strecke kollabieren (Köln), dafür gibt es einen sehr gut bezahlten Bahnvorstand (Fr. Sukale 140000 € pro Monat).
Daimler-Benz dümpelt an der Börse lustlos dahin und gibt heute eine Gewinnwarnung raus (10% Einbruch). Leserzuschrift bei Hartgeld.com 17.7.2008 (E-, C-, und S-Klasse, ab September wird die Frühschicht um 2,5 Stunden gekürzt und voraussichtlich bleibt das Werk Donnerstags und Freitags geschlossen).
Siemens entläßt Leute in großen Scharen, und erwägt die EX Vorstände zu verklagen. Da muss die Not schon recht groß sein.
Schlussendlich die Deutsche Bank räsoniert über staatliche Hilfen.
Wie Dottore schon im gelbenforum geschrieben hat:
Wachovia meldet 8,9 Mrd USD Quartalsverlust. Die Aktie steigt danach um sagenhafte 27 Prozent.
Washington Mutual meldet 3,3 Mrd Minus. Aktie steigt um 6,2 Prozent.
Sun Trust Bank (Atlanta) meldet 21 % weniger Gewinn. Die Aktie steigt um 16 Prozent.
Jeder Banker, zuletzt der Chef der BoA, sagt es jedem, der Ohren hat zu hören: Das Schlimmste ist überstanden, jetzt kann es nur noch aufwärts gehen. Da muss man vorne mit dabei sein.
Derweil hat sich die Schulden-Lage (Autos, Kreditkarten, Hypothekenzahlungen)weiter verschlechtert und Ed Yardeni, der alte Haudegen erklärt: “Wir sind jetzt von einer Kreditkrise zu einem Kredit-Crunch gelangt. Das könnte die Wirtschaft mehr treffen als es bisher schon der Fall war.” Hinzu kämen die commercial loans als tickende Zeitbomben.
Bombigen Gruß!
Da kann man sich nur anschließen und schon mal schauen wo die Rettungsboote sind.
Wer die National-Zeitung als “Nazis” bezeichnet, ist wohl nicht bei
Verstand und hat sie gar nicht gelesen! Die zitierte Studie des
Statistikers ist in Ordnung, die Journalisten Alexandra v. Grothe-
Fleckenstein ist eine Journalistin wie viele andere auch, oder viel=
leicht noch besser! Etwas anzugreifen, obwohl man nach dem Lesen
damit einig geht, nur weil es von einer bestimmten Richtung veröf=
fentlicht wurde, grenzt an Schizophrenie u. Realitätsverweigerung!
Keinen Durchblick aber etwas von Nazi Zeitungen faseln.
Wie hoch ist der Informationsgehalt in der ach so “freien “Presse, es gibt in der brd keine objektive Berichterstattung.
Lasst euch ruhig auf die falsche Fährte hetzen,es gelingt dann besser euch insgeheim endgültig das Fell über die Ohren zu ziehen.
Ach, die Tuberkel, ähm Merkel. Die faselt schon gerne Nichtssagendes, aber sie ist trotzalledem die beliebteste Politikerin.
Ich geb´s auf. Deutschland soll zu Grunde gehen, wir haben es nicht anders verdient.
@unabh. publizist/p.foerster
ja, und wenn man dann aufgefordert wird, sachlich zu werden, hat man das anscheinend nicht nötig
Man hat natürlich auch keine Ahnung davon, dass die Wechsel unter Schacht eine Laufzeit von vier Jahren hatten und danch einzulösen waren und auch pünktlich eingelöst wurden.
@psycho + förster:
Gähn. Da hatten alle verkappten Nazis 60 Jahre Zeit sich etwas Neues auszudenken, und das ist alles, was ihnen eingefallen ist? Ein Rückgriff in Onkel Adolf’s Mottenkiste? “Die da oben”, die “Bonzen”, die “Wahrheit, die dem deutschen Volk vorenthalten wird”, “geheimnisvolle Mächte, die Deutschland ins Verderben ziehen”? Das ist ja echt traurig.
Wer keine Ahnung von Deficit Spending, Nachteilen von Preiskontrollen und gelenkter Staatswirtschaft hat, sollte in der Tat das Intellektuellenblatt für Skinheads lesen. Aber bitte nicht Blogs wie dieses.
@psycho
>ja, und wenn man dann aufgefordert wird, sachlich zu werden, hat man das anscheinend nicht nötig
Stimmt, hat man nicht. Einer der vielen Vorzüge eines Blogs …
@wgnx
Nein, das ist ganz und gar kein Vorzug. Ein Vorzug ist es aber, einfach gehen zu können, wenn es zu nieveaulos wird.
@psycho:
Um kurz Hermann Kellenbenz zu zitieren:
” Die Reichsschuld betrug im Frühjahr 1933 knapp 13 Milliarden, nun am Kriegsende, wie erwähnt, 387 Milliarden. 1932 machte die Reichsschuld 15% des inländischen Geldvermögens aus, 1939 war ihr Anteil 43%, 1945 aber 95%, wobei eingeräumt werden muß, daß diesem Geldvermögen nicht mehr der tatsächliche Wert entsprach. Die gesamten Kriegsausgaben betrugen fast so viel wie das deutsche Volkseinkommen in den letzten elf Jahren vor dem Krieg. Im ersten Kriegsjahr verschlangen sie mit 38 Milliarden etwa 42% des laufenden Volkseinkommens, im letzten Kriegsjahr waren sie auf 100 Milliarden angestiegen.”
In sechs Jahren die Verschuldung von 15% auf 43%? Das nenne ich eine solide Nazi-Politik. Demnächst wird Adolf zum GöÖkaZ ausgerufen. Das Nobel-Komitee wartet schon auf die Nominierung.
Ansonsten empfehle ich eine kleine Recherche zum Mefo-Wechsel, dem SIV der Reichsbank. Wie schleiere ich meine Schulden und Ausgaben, bis ich faktisch bankrott bin.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mefo-Wechsel
@Albert
MEFA, schon richtig, nur daß es da jemanden gibt, der Deutschland den Kredithahn zugedreht hatte. Wir schielen vorsichtig auf die City of London und die Wall St.. Und erst dadurch kam es zu dieser Trickserei namens MEFA. Diese Dinger hatten ziemlich perfekt die Eigenschaft außerbilanzieller Zweckgesellschaften, die allerdings wohl heute bei deutschen Landesbanken als “attraktiv” gelten und die das Bundesfinanzministerium vor dem Flopp EMPFAHL. Nur aus diesem Grund wird der Finanzminister der “Rettung” der IVG zugestimmt haben, vor Gericht wäre er totsicher massiv angezählt worden. Deutschland stand 1939, vor Kriegsausbruch theoretisch wieder vor der Pleite. Allerdings lange nicht so pleite, wie die Bundesrepublik, von reinsten Demokraten regiert, quasi ist. 1,5 Billionen €, 3 Billionen Deutsche Mark, Schulden und noch mal erhebliche Summen sonstwo versteckt, weist eindeutig nicht auf höhere Fertigkeiten im Umgang mit Geld hin.
Die Gleichsetzung von “National” mit Neonazi ist ein “Erziehungserfolg”, nun gut, jeder soll glauben, was er denkt.
@Albert
wie gesagt, sachlich bleiben, es ging um Schacht:
Der Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht hatte anfangs
eine Schlüsselposition als
Wirtschaftspolitiker. Ihm war daran gelegen, eine solide, an
Konsum- und Absatzmarkt
orientierte Wirtschaftspolitik zu betreiben und Deutschlands
internationale Handelsbilanz zu
verbessern. Zur Finanzierung der Staatsaufträge entwickelte er
das Konzept der Mefo-Wech-
sel. Über eine eigens dafür gegründete Metallforschungs-GmbH
wurden seitens des Reiches
Wechsel ausgestellt, mit denen die Lieferanten bezahlt wurden.
Die Einlösung der Wechsel
übernahm die Reichsbank. Die Rückzahlung der Wechsel hatte
Schacht genau geplant:”Nach
fünf Jahren mußte die Rückzahlung der Mefo-Wechsel beginnen,
und die dafür erforderlichen
Beträge gingen dem Budget verloren, mußten also auf anderen
Aufgabengebieten ausfallen.”
(K.D.Erdmann, S.133)
Doch nach Schachts 1936 aufgrund seiner Kritik am
Vierjahresplan erfolgtem Rücktritt ver-
kündete Walter Funk, sein Nachfolger als
Reichswirtschaftsminister, daß diese Wechsel vom
Reich nicht eingelöst, sondern in langfristige
Reichsschuldverschreibungen umgewandelt wür-
den. Laut Schacht war dies “etwas Ungeheuerliches”. Die
Wechselunterschrift des Reiches wurde nicht honoriert, und
zwar nicht etwa, weil das Reich zahlungsunfähig gewesen wäre,
sondern weil das Reich es vorzog, sein Geld für andere
Ausgaben, nämlich für die Rüstung zu
verwenden.”(K.D.Erdmann, S.135) Dieser Protest führte zu
Schachts Entlassung aus dem Amt des Reichsbankpräsidenten
durch Hitler.
Aus dem Umgang mit dem Zahlungsinstrument Mefo-Wechsel ist
deutlich zu ersehen, daß die
NS-Führung an einer soliden Staatsfinanzierung nicht
interessiert war.
Unter Schachts Führung gelang es, die deutsche Handelsbilanz
trotz großer Probleme, trotz
des zurückgegangenen Anteils Deutschlands am sich wieder
belebenden Welthandel, einiger-
maßen ausgeglichen zu halten.
(Entschuldigung wegen dem Durcheinander…)
@Miachael @Albert
Wie war das mit der “breuelhaften” Treuhand ?
Die DDR – Abwicklungsgesellschaft war auch nichts anderes als ein finanzielles Paralleluniversum, geschaffen um, ähnlich wie
bei der MEFA, die wahren Kosten nicht direkt im Staatshaushalt offenzulegen.
Während der ermordete Herrhausen sich gegen
den Ausverkauf der Ostindustrie wehrte (es gibt übrigens Gerüchte, nach denen er wie der Schwedische Ministerpräsident
Palme vom englischen Geheimdienst ermordet worden sind), war nach seinem Tod davon nichts mehr zu hören.
Unsere starke Mark war doch 1998 auch nicht mehr das Vorzeige-Modell. Meiner Meinung nach hat Kohl den Mitterand
reingelegt, als er auf den Euro einging: schließlich müssen die
Franzosen jetzt auch nach der gleichen Pfeife tanzen wie wir – und die Wiedervereinigung mitbezahlen.
Dass Klein-Sarkozy jetzt auch in der Nato mitspielen will, ist kein Zufall: Die Franzosen haben nicht kapiert, wie das neue Spiel
funktioniert. Falls die Wirtschaft in Frankreich nicht flott aufersteht, gibt’s dort sowieso noch ein Tänzchen in den Pariser
Vorstädten – geübt wurde ja schon mal. (So schnell kommt man
von MEFA nach Paris…)
@Michael:
Es geht nicht um die Gleichsetzung von Begriffen wie National mit irgendwas. Die National Zeitung ist aber keine vertrauenswürdige Quelle, sondern ein Hort von Leuten, die eine ziemlich gefährliche Agenda vertreten. Wenn man über wahre oder gefühlte Inflation diskutieren will, kann man genauso gut über auf die WirtschaftsWoche oder das Handelsblatt verlinken, die über das Thema ohne braunen Unterton berichten.
Dito der Schuldenstand der Bundesrepublik. Ein tolles Thema in einem Wirtschaftsblog angesichts der Deflationsgefahr. Dann aber bitte nicht mit Schacht als Finanzier der Aufrüstung der Nazis. Sorry, das war keine Selbstverteidigung gegen Sanktionen, sondern ein gezieltes Täuschungsmanöver, um In- und Ausland über die wahren Ziele der Nazis im Unklaren zu lassen.
Das ist damit auch keine Frage von “Erziehungserfolg”. Das ist genau eine Neo-Nazi-Masche zu behaupten, “das Volk” würde von “geheimnisvollen Mächten” absichtlich dumm gehalten. Wer das sagt, hat noch keine Ahnung von pluralistischer Diskussionskultur. Es waren genau die Nazis, die auch die Bildung gleichgeschaltet haben und jegliches Abweichen von der offiziellen Linie bestraft haben. Heute wird niemand geknechtet, sondern jeder ist frei, sich in Japan, den USA, China, Australien, Brasilien oder in Russland verschiedene Ansichten anzuhören. Das Internet macht das denkbar einfach, wenn man es nicht schafft, selbst ein wenig zu reisen und mit anderen Leuten zu reden.
Wichtige Regel für wissenschaftliches Arbeiten: Die Qualität der Quelle muss stimmen. Und das ist bei der braunen Suppe einfach nicht gegeben.
@martin
Es ist schon so, die Wechsel waren zunächst keineswegs verwerflich. 1933 waren die Devisenbestände der Reichsbank erschöpft. Zusätzlich zogen London und die Wall St. sämtliches Kapital ab. Die Devisenreserven sanken von ca. 2,9 Mrd. 1930 auf 75 Mrd. RM 1936. Das 3.Reich weigerte sich abzuwerten, weil Rohstoffimporte teuer geworden wären (siehe heute). Die Gläubiger durften entweder deutsche Waren kaufen oder mußten ein “vorerst” eingefrorenes Konto in Deutschland haben.
Das mit der DDR sehe ich kein bischen anders. Allein die “privatisierte” Bausubstanz ist mehr wert, als die Gesamtschulden, die die Breul “rausgeholt” hat. Die Breulhand hat eine geschichtlich beispiellose kriminelle Energie an den Tag gelegt. Bergbau, Kali, Uran, Kupfer, Kohle: plattgemacht, real hätten Kohle und Kali lästigste Konkurrenz dargestellt. Uran, Preise durch Iwans im Keller. Kraftwerke: plattgemacht. Produktion Optik, Elektronik: plattgemacht. Pharma, hat durchgehalten. Chemie- und Stahlwerke verschenkt. Werften: siehe Skandal Blohm&Voss. Der Steuerzahler hat es ja. Autowerke: an alte Besitzer zurückgegeben und neu investiert. Infrastruktur war Schrott, neu aufgebaut. Trotzdem, die Ergebnisse können sich schon sehen lassen.
Ich hätte die Freudenfeuer in Paris schon lange erwartet. Allerdings hat nicht Mitterand den Fehler gemacht, sondern Kohl. Wir haben mit “Erblasten deutsche Einheit” 60 % Staatsschulden, Frankreich schafft das ohne Wiedervereinigung und kassiert noch deutsche EU Subventionen, um die Landwirtschaft Osteuropas in die Tonne zu kloppen.
@Albert
Ich lese solche Blättchen niemals, verteufele aber auch nichts und niemanden. Für mich gehören alle möglichen Farben bis meinetwegen Blau zum politischen Spektrum. Ich akzeptiere die Meinung der Massen und Minderheiten, solange sie nicht gegen das Grundgesetz verstoßen. Das tun sie offenkundig nicht. Natürlich hat Weißgarnix in einem Punkt recht, die Wähler, die von der Inflation am meisten betroffen sind, wählen nicht rechts. Denn das sind vor allem Bundesbürger ausländischer Abstammung.
@Albert
“Sorry, das war keine Selbstverteidigung gegen Sanktionen, sondern ein gezieltes Täuschungsmanöver, um In- und Ausland über die wahren Ziele der Nazis im Unklaren zu lassen.”
Falsch, wir werden über die deutsche Geschichte belogen. Deutschland wurde mit dem Versiller Vertrag ausgeplündert. Meine Quelle zu den Reichsbankreserven ist ein russischer Autor aus Sowjetzeiten, nicht ansatzweise naziverdächtig, natürlich haben die City of London und Wall St. an der nicht besonders schön verlaufenen Geschichte einen GIGANTISCHEN Anteil. Diese Fakten waren die Ursache dafür, daß die Nazis überhaupt an die Macht kamen. Das war eine Nummer brutaler als die Machenschaften gegen den ehemaligen UN Generalsekretär Waldheim, eine nicht genehme Ösi-Regierung, das Raubgold in Schweizer Banken, und was sonst noch für unappetitlichen Geschichten aus Berlin oder Hamburg ansatzweise bekannt. In diesem, unserem, Land bildet sich eine Klique ein, die Leute verarschen zu dürfen. Wer das nicht glaubt, ist ein “Neonazi”.
Um es ganz deutlich zu formulieren, eine ganze Reihe der berühmtesten deutschen Dichter und Denker wären nach den Anschauungen dieser Gestalten in der deutschen Politik “Neonazis”. Insbesondere Grüne und Rote halte ich für eine Zumutung für den menschlichen Verstand.
in 21 meine ich natürlich von 2900 Mrd. RM auf 75 Mrd. RM Devisenreserven,
@Michael:
Bei der Geschichte ist es immer eine Frage, wo man anfängt, nach den Ursachen zu suchen. Deshalb halte ich den Vergleich mit den üblichen “Dichtern und Denkern” nicht für statthaft. Schiller oder Goethe waren eine Personen ihrer Zeit. Was sie mal gesagt oder geschrieben haben, kann man schlecht in den heutigen Kontext setzen. Oder in den der Nazi-Zeit.
Es ist meiner Meinung nach bei den Ökonomen unstrittig, dass die Reparationen des Versailler Vertrags großer Murks waren. Sie waren eine Rache für die “Reparationen” des Kriegs von 1870/71, die Frankreich durch einen ziemlich cleveren Verkauf von Anleihen abgefangen hatte.
Der Versailler Vertrag hat dazu geführt, dass Deutschland keine nennenswerten Goldreserven mehr hatte, was beim Goldstandard natürlich eine Währung destabilisiert. Und da man in Weimar ums Verrecken keine Schulden machen wollte, kam es zur Hyperinflation.
Die Reichsmark hatte im Gegensatz zur Rentenmark eine theoretische Golddeckung. Das war prima, bis jemand tatsächlich Gold haben wollte. Das war die angebliche Verschwörung gegen Deutschland. Wegen der Deflation in den USA und in England, verschwand erst das Gold und dann die Devisen. So viel für alle, die glauben, Golddeckung sei eine tolle Idee.
Gemessen an der miesen Lage, hat Schacht eine gute Lösung gefunden, die an das Französische Modell erinnert. Nur dass eben nicht der Staat die Schulden macht, sondern eine fiktive GmbH. Schacht wollte sicher auch ein Arbeitsmarktprogramm, um die Wirtschaft aus Depression zu holen. Aber er wusste auch, mit wem er sich eingelassen hatte. Und er wusste, was mit einem Großteil der Gelder angeschafft wurde.
Schacht war konsequent und ist zurückgetreten. Trotzdem war er ein Steigbügelhalter, vielleicht mit guten Absichten, aber schlimmen Folgen.
@Albert
ja, da kommen wir uns eindeutig näher. Selbiger Schacht behauptete, 27 t Gold zu haben, hatte 180 t, gemessen an Englands 3600 t und Amerikas 12200 t, nichts. Schacht war Steigbügelhalter, er hatte keine andere Wahl und ist dann aber auch abgetreten. Er hatte Ahnung von Geld. Die Folgen waren logischerweise, nicht vertretbar.
Kommen wir aber zurück zu den “NeoNazis”, ich stehe denen nicht nahe. Trotzdem sei angemerkt, daß in diesem, unserem Lande, Leute als Nazis tituliert werden, die nur die Ideale, eben doch der deutschen Dichter und Denker vertreten. Das ist nicht akzeptabel. So einfach ist das. Die Autorin oben diskutieren Artikels ist gewiß nicht auf den Kopf gefallen. Und es mag seine Gründe haben, warum der Artikel nicht in meinetwegen der WiWo oder Zeit erschien. Falsch ist er nicht, aber die Wähler dieser Postille sind eigentlich nicht angesprochen. Das spricht gegen unsere Medien, die in jeder Ecke einen Adolf vermuten. Der ist einfach seit 1945 tot.
@Michael:
“Trotzdem sei angemerkt, daß in diesem, unserem Lande, Leute als Nazis tituliert werden, die nur die Ideale, eben doch der deutschen Dichter und Denker vertreten.”
Vor 200 Jahren war es revolutionär, eine deutsche Nation zu fordern, was die Entmachtung der lokalen Herrscher bedeutete. Heute haben sich die Nationalstaaten durchgesetzt und die EU ist als Projekt genauso utopisch wie es damals eine geeinte deutsche Nation schien. Ich mag deshalb den Vergleich nicht, weil “die Dichter und Denker” damals das System der Kleinstaaterei aufbrechen wollten. Viele, die nun “ihre Ideale hochhalten”, tun das aus Angst vor der Öffnung. Wer sich heute auf Schiller beruft, denkt und redet leider oft wie seinerzeit Kotzebue (nein, das ist nur ein Vergleich und kein Aufruf zur Gewalt, Herr Sand).
Was aber nicht heißt, dass jeder gleich ein Nazi ist, dem seine Heimat nicht gleichgültig ist. Ich kann Fan von einem Club sein, ohne auf Fans von anderen Clubs einprügeln zu wollen.
“Das spricht gegen unsere Medien, die in jeder Ecke einen Adolf vermuten. Der ist einfach seit 1945 tot.”
Demokratie muss man sich verdienen. Ich glaube, das vergessen viele, die die Vorteile in unserem Land als Geburtsrecht ansehen. Deshalb muss man seinen Mund aufmachen, wenn “National befreite Zonen” proklamiert werden. Da spricht der Geist der Gewalt und der Ausgrenzung. Ebenso muss man seinen Mund aufmachen, wenn die Linke verklärt zurückblickt, weil Väterchen Ulbricht doch auch Autobahnen gebaut habe.
Wenn ich mir dann ansehen, was Frau von G. an Artikeln im Internet hinterlassen hat, habe ich meine Zweifel, was sie mit dem Ton erreichen will. Das ist nicht Information, sondern Agitation. Dieses Haltung plus die Veröffentlichung in zweifelhaften Medien wecken bei mir den Widerspruchsgeist.
Zum Thema Nationalzeitung
http://de.wikipedia.org/wiki/National-Zeitung_%28M%C3%BCnchen%29
@Albert
Unfug. Alle Volksabstimmungen, die bei den Franzosen, Niederländern und Iren haben ergeben, daß kein einziges Volk in Europa diese EU so will. Es ist eine undemokratische Beamtenhierarchie über den anderen Beamten. Sie ist nachweislich durch und durch schmarotzerhaft und korrupt.
Anders ausgedrückt, wir haben keine Angst vor einem Vielvölkergefängnist Typ Sowjetunion, sondern werden sowas mit aller Macht bekämpfen. Ich bin sehr optimistisch, daß dieses Gebilde in den nächsten Jahren auseinanderfliegt. Sonst steht Bürgerkrieg an. Der Waffenschmuggel hat nicht umsonst alle Rekorde gebrochen.
@Albert
Terrorkrieg ? Gegen wen ? Gegen das eigene Volk ? Tut mir leid, das ist mein Eindruck über die Entwicklung der Jahre seit 2000. Beonders unter der Ägide des sprechenden Hosenanzuges. Überwachungsstaat. Wir sind das Volk, und WIR bestimmen !
Wählt 2009 Blau !
@Europäer
Bekannterweise ist die Geschichtsschreibung die Geschichte der Sieger, so und kein bischen anders ist das, seitdem Geschichte geschrieben wird. Nachzulesen in unzähligen Büchern, z.B. Stefan Heym: “König David Bericht”
Der Verfassungsschutz ordnet diese Postille als Rechtsextrem ein. Da will ich mal gerecht sein, die Hälfte der DVU dürfte auf der Gehaltsliste der Dienste stehen. Und in der Redaktion sitzen garantiert Scharfmacher aus der Zunft.
Wählt 2009 Blau !
@Michael:
Danke für den freundlichen Hinweis. Das verwendete Vokabular ist der beste Beweis dafür, dass man etwas anderes wählen sollte und rechts-links-radikalen Parteien klar sagen soll, was sie sind: Eine Gefahr für den Frieden,den Wohlstand und die Einheit unseres Landes.
Es hat außer Ihnen niemand von Terrorkrieg gesprochen, und Aussagen, “die Regierung” würde einen Terrorkrieg gegen “das eigene Volk” führen, sind genau die Maschen der radikalen Parteien der Weimarer Republik.
Und das ist nicht Siegermentalität, sondern eine Erkenntnis, die sich durch die Geschichte zieht. Eine Radikalisierung der Politik führt immer zum Konflikt. Und die Politik der vergangenen 60 Jahre war in Europa darauf ausgerichtet, Konflikte zu vermeiden.
Man kann zu vielen Dingen anderer Meinung sein als die Regierung. Der Trend zur Kommunikationsüberwachung ist meiner Meinung nach falsch und überzogen. Aber das ist kein Grund, von Bürgerkrieg und Vielvölkergefängnis zusprechen. Demokratie arbeitet langsam, aber sie arbeitet. Man muss einfach ein wenig Vertrauen und Engagement für den Prozess aufbringen. Dazu gehört auch der Respekt für andere. Und die Nation Zeitung und Konsorten stehen genau nicht dafür.
@Albert
Jetzt verstehen wir uns.
@Albert
Wir haben die Wahl, wenn eine Regierung andere Interessen vertritt, als die breite Massen, eine andere zu wählen. Die Radikalisierung hat Ursachen, die selbige Regierungen seit 2000 zu verantworten haben. Mit dem Wohlstand unseres Landes sieht es seit geraumer Zeit nicht mehr besonders gut aus. Wir können uns nicht mit Bananenrepubliken vergleichen, unsere Nachbarn außerhalb der EU heißen Dänemark, Schweiz und Schweden, sowie Norwegen. Daran müssen wir uns messen. Die Einheit verdanken wir nicht der damaligen Bundesrepublik. Die DDR-Bürger haben sie erzwungen, Kanzler Kohl, der US-Präsident und Rußlands Staatschef haben zugestimmt.
Ihr Geschichtsbild hat höchst beträchtliche Mängel. Sie müßten sich nämlich mal die Zeit von 1918 bis 1933 vor Augen führen. Es war eine Zeit, in der kaum eine deutsche Regierung länger als zwei Jahre im Amt war. Es war die Notgeldzeit, die Zeit einer Hyperinflation und die Zeit einer Weltwirtschaftskrise. Aufstände und Attentate prägten die Politik. Und das hatte Ursachen.
“Und die Politik der vergangenen 60 Jahre war in Europa darauf ausgerichtet, Konflikte zu vermeiden.” Wer soll das glauben ? Wie ist es zur Teilung Deutschlands gekommen ? Der Kalte Krieg, der NATO-Doppelbeschluß, die Welt stand jeden einzelnen Tag vor einem Atomkrieg, der auf deutschem Boden seinen Schwerpunkt gehabt hätte.
Europa im Sinne des EU – Vertrages und des Lissabon – Vertrages hätte derartige Demokratiedefizite, daß es ein Vielvölkergefängnis wäre. Darüber wird, wie schon zum EU – Vertrag, das Verfassungsgericht zu urteilen haben. Und der EU – Vertrag wurde vom Bundespräsidenten auf Grund eines Urteiles des Verfassungsgerichtes nicht ratifiziert. Und es ist mit meinem Demokratieverständnis nicht vereinbar, daß die demokratischen Abstimmungen der Franzosen, Niederländer und Iren derartig mißachtet werden. Wir brauchten gar nicht erst abstimmen, wir haben ja unsere Volksvertreter. Siehe Hessenwahl. Ha!
Eine Politik, die andauernd auf Grundgesetzänderungen beruht und die wieder und wieder vom Verfassungsgericht klargestellt werden muß, hat zweifelsohne ganz beträchtliche Legitimationsprobleme. Und jetzt können Sie nachdenken, welche Parteien ich denn wählen könnte.
Sie hätten in der DDR FDJ-Sekretär werden können. Ich habe die Schriebse solcher halbseidenen Gestalten, heute in hohen Bundesämtern, bei mir im Schreibtisch. Das war die kalte Dusche, die Sie aufwecken soll.
@Michael:
“Sie hätten in der DDR FDJ-Sekretär werden können. ”
Eher unwahrscheinlich. Ich stamme aus einer Familie, die nach dem Krieg aus dem Osten fliehen musste, weil sie aktiv verfolgt wurde. Wir verstehen etwas von den fatalen Folgen von Demokratiedefiziten für normale Bürger.
Der Kalte Krieg ist auch nur ein schlechter Ratgeber,weil Deutschland hier nur Juniorpartner war. Aber es ist den verschiedenen Bundesregierungen gelungen, ausgleichend zu wirken und tatsächliche Konflikte zu vermeiden. Waren Entscheidungen wir Wiederbewaffnung und Doppelbeschluss kritisch? Aber klar. Haben Sie zum offenen Konflikt geführt? Nein. Dito die Ostverträge etc. Man muss den Regierungen zu gute halten, dass sie teilweise schwierige Entscheidungen getroffen haben,die im eigenen Land nicht unumstritten waren. Insgesamt hat der Erfolg ihnen aber Recht gegeben. Oder habe ich da einen Krieg übersehen?
Ich weiß, dass die europäische Integration sehr schwierig ist. Sie bedeutet faktisch, dass jedes Land einen Teil seiner Souveränität aufgibt. Bevor jetzt das Geschrei anfängt: Die Bundesländer haben dasselbe getan und gemeinsam Aufgaben an den Bund abgetreten. Es gibt keine bayrische Armee, keine sächsische Mehrwertsteuer,keine schleswig-holsteinische Außenpolitik. Macht dieses “Vielvölkergefängnis” die Bundesrepublik zu einem schlechten Staat?
Über die Organisationsform der EU kann man ja gerne diskutieren. Muss man sogar. Über die Frage, ob es eine Abstimmung aller Deutschen zu einemso weitreichenden Vertrag geben sollte, auch. Wer aber glaubt, das ginge nur durch Radikalisierung, ist auf dem falschen Weg.
Demokratielebt vom Mitmachen. Viele wollen sich aber nicht mehr politisch engagieren, sondern nur kurzfristig ihrem Unmut Ausdruck verleihen.Das macht radikale Protestparteien leider attraktiv. Kommen wir mit damit irgendwie weiter? Garantiert nicht.
@Albert
Machen wir es einfach. Da gibt es überhaupt nichts zu sülzen. Hat die Bundesregierung das Grundgesetz geachtet? In einigen schwerwiegenden Fällen, erst nachdem sie es geändert hat. Die Zustimmung zur Politik der vergangenen Jahre drückt sich klar in Mitgliedszahlen der “Volksparteien” aus. Das ist kein Verweigern von Mitmachen. Es ist keine Politikverdrossenheit. Es handelt sich nicht um kurzfristigen Unmut.
Es ist die weitverbreitete langfristige Ablehnung einer Politik zu Gunsten weniger “global player” zu Ungunsten von ziemlich konstant über 10 Millionen Arbeitslosen einschließlich Hartz IV – Bezieher. Das sind 25 % der Wahlberechtigten. Zu Ungunsten von Arbeitnehmern, noch mal 25 %. Zu Ungunsten von Rentnern. Auch 15 %. Zu Ungunsten von Studenten 5% mit Ausnahme der Sprößlinge “Reicher”. Blieben 25 % Angestellte des Öffentlichen Dienstes, Berufs”gewerkschafter”, und Profiteure des Steuer- und Gesundheitsdschungels. Blieben 5 % Unternehmer.
Paßt gut zu 66 % der Deutschen haben keine nennenswerten Spareinlagen, 10 % haben 66 % der Guthaben, 24 % besitzen also rund 34 %. Unterschicht 66%, Mittelschicht 24%, Oberschicht 10 %. Damit haben wir die Frage des Wohlstandes in Deutschland klargestellt.
Tatsächlich können die Regierenden nur beten, daß die Unterschicht durch die “Reformen” zum Nachteil der breiten Masse völlig paralysiert ist. Daß ihnen nie jemand sagt, was mehr als 4% theoretische Inflation für ihre kläglichen Ersparnisse bedeutet. Das ihnen völlig egal ist, ob sie ein Grundgesetz haben, oder nicht, ob ihnen vielleicht noch ein RFID-Chip ans Ohr geftet wird. Mir liegt Mitleid mit Leuten, die sich mehr leisten, als sie könnten, fern.
Hat die Regierung den Auftrag der Wähler erfüllt ? Das werden die zu entscheiden haben. Sollten die SPD, Grünen und CDU in die Mülltonne der Geschichte wandern, hätten sie es sich redlich verdient.
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