Ein schicksalhaftes Wochenende

by weissgarnix on 12. Juli 2008

Es ist ein schöner, wenn auch schwüler Sommertag hier in Ostösterreich, wo ich seit langer Zeit mal wieder ein Wochenende verbringe. Der Tennistrainer hat mir abgesagt, weil sein Sohn wider Erwarten bei einem Turnier in die nächste Runde kam und daher des fortgesetzten Coachings des Papas bedarf, die Kinder spielen draußen am Pool, ein paar Häuser weiter sehe ich von der Terasse aus eine Nachbarin die Wäsche aufhängen, und im gegenüberliegenden Garten prahlt Herr Primar wieder einmal mit seinem vollautomatischen Robo-Rasenmäher. Mit einem Wort: alles wie immer.

Dennoch ist dieses Wochenende, dass wir kalendarisch mit Freitag 11.07.2008 bis Sonntag 13.07.2008 festhalten wollen, vielleicht eines der wichtigsten und für die Weltwirtschaft entscheidendsten der letzten 30 Jahre. An diesem Wochenende wird nämlich, wenn man den diversen Medienberichten der letzten Tage glauben darf, über die endgültige Weichenstellung zwischen “Deflation” oder “Inflation” entschieden. Darüber, ob unsere Ersparnisse endgültig der Entwertung anheim fallen, zwar nicht auf einen Schlag, aber mit immer schneller steigenden Raten, oder ob wir uns stattdessen auf einen grandiosen Schuldencrash zubewegen, der weltweit den Vermögenswerten den Boden unter den Füßen wegziehen, Geld als solches aber relativ unangetastet lassen wird.

Die Rede ist, wie aufmerksamen Beobachtern klar sein wird, von den laufenden Krisensitzungen in USA zur Rettung von Fannie Mae und Freddie Mac. Und ja, auch wenn das vielleicht ein wenig naiv rüberkommt, ich bin mir ziemlich sicher, dass der Ausgang dieser Episode unseres kleinen Kreditdramas alles andere weitestgehend vorzeichnen wird. Notabene, ich rede nicht davon, dass am Montag 8:30 der finale Kataklysmus vor der Tür steht, wenn sich Sonntag abend herauskristallisieren sollte, dass die Amis sich so oder so entscheiden. Aber ich rede davon, dass man danach wesentlich klarer sehen wird, als das bislang der Fall war, wohin die finale Reise geht. Und das brächte einen ganz entscheidenden Vorteil: man könnte sich entsprechend darauf vorbereiten, und so das Schlimmste für sich und seine Angehörigen vielleicht verhindern.

Was passiert konkret? – In meinen Augen, so interpretiere ich die diversen Berichte in Medien und Blogosphäre, gib es in USA in dieser Angelegenheit 2 gegensätzliche Lager: auf der einen Seite FED-Chef Bernanke und Finanzminister Paulson, die ziemlich massiv für die unmittelbare Rettung von Fannie und Freddie eintreten werden, entweder in dem man sie gleich verstaatlicht, oder indem ihre Schulden einfach nur durch die Regierung garantiert werden. Bernanke wird ziemlich sicher rund um die Uhr sein Credo predigen, dass alles andere als eine dieser beiden Vorgehensweisen zur ultimativen Katastrophe führen könnte, nämlich zu generellem Vertrauensverlust an den Finanzmärkten. Da keiner besser als Bernanke weiss, was das zur Folge hätte, wird er seine Argumente sehr überzeugend präsentieren, unterstützt von einem – bislang in der Öffentlichkeit seltsam unbeholfen auftretenden – Finanzminister Paulson, dem alleine schon seine zahllosen Wallstreetbuddies darob vermutlich schon seit Wochen in den Ohren liegen. Paulson ist es ziemlich sicher auch persönlich nicht ganz egal, was mit seinem Vermögen von grosso modo 700 Mio USD passieren wird, wenn in dieser Sache was anbrennen sollte.

Unnütz zu erwähnen, dass einer der beiden Vorschläge das aktuelle Basisszenario der allermeisten Player an den Finanzmärkten ist. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, denn jede andere Lösung, die auch nur andeutungsweise in den Raum stellt, dass Fannie und Freddie nicht die ultimative Unterstützung der US Regierung genießen könnten, wäre ein Schock, ein sehr unsanftes Erwachen aus einem, bisweilen auch von der US Regierung geflissentlich gepflegten Traums. Bye, bye “Bailout always and forever”, Hello echter, kalter Kapitalismus … das klingt für die meisten Wallstreeter auf Powerpoint Charts sowie in Studien und Analysen für das zahlende Publikum gut, aber keineswegs in der eigenen unternehmerischen Realität. Und warum auch, hatte nicht die FED (und hinter ihr die US Regierung) gerade erst bewiesen, dass selbst so eine Pups-Investmentbank wie Bear Stearns nicht pleite gehen durfte? Wie könnten sie also zwei derartige Schwergewichte wie Fannie und Freddie einfach mal so im Regen stehen lassen? Wie könnten sie es wagen, derlei als Möglichkeit überhaupt nur anzudeuten?

Ben und Hank sehen sich aber dummerweise konfrontiert mit einigen Widersachern, denen Bear Stearns bereits zu weit ging. Die dem “Sozialismus” in den USA keinen Boden bieten wollen, zumindest nicht auf ein derart spektakuläre Weise, wie es im Fall von Fannie und Freddie der Fall wäre. Eine ganze Reihe von Senatoren und Kongressabgeordneten ist skeptisch, häufig bedrängt von den eigenen Wahlkreisen, dass man doch wohl unmöglich den Steuerzahler ins Gebet nehmen könnte, um das Versagen von ein paar Wallstreet-Fat Cats und deren maßlose Gier zu heilen. Diese Logik trifft zwar im Kern nicht unbedingt zu, aber sie klingt überzeugend und populär, insoferne hat sie in den jetzt stattfindenden Krisensitzungen durchaus Gewicht. Problematisch könnte diese Überzeugung werden, wenn sie sich mit dem Glauben in die solide Basis und die High Spirits der “great US Economy” paart, dem sich viele Politiker in den USA tatsächlich hingeben. Wer sich also schlußendlich durchsetzt ist die Frage, eventuell versucht man auch einen Kompromiß zu finden, indem irgendwie ein pseudo-privates Vehikel vorgeschoben wird, über dass die Rekapitalisierung von Fannie und Freddie erfolgt, in dessen Hintergrund aber zweifellos mit staatlichem Geld hantiert wird. Da weder die aktuelle Regierung noch die nächste dafür auch nur 1 cent aus dem laufenden Haushalt verwenden oder deshalb gar die Steuern erhöhen wird, ist klar, dass dies ziemlich unmittelbar auf die öffentliche Verschuldung der USA durchschlagen wird.

Da die nächste US Regierung aber nicht nur derlei Altlasten bewältigen sondern auch die laufende Konjunktur fiskalisch befeuern wird müssen, werden zusätzliche Schulden unter dem Titel “Fannie und Freddie” nicht die einzigen bleiben. Auch das laufende Haushaltsdefizit wird sich dramatisch ausweiten, wie Bill Gross von PIMCO erst kürzlich schrieb, könnte Barack Obama als erster “1 Trillion Dollar Deficit”-Präsident in die Annalen der Geschichte eingehen.

Frage: woher das ganze Geld nehmen? Und hier jetzt ein weiteres Mosaiksteinchen im großen Puzzle: entweder es finden sich genügend Verrückte weltweit, die bei fallendem Dollar weiterhin niedrig-verzinste US Treasuries zeichnen, oder aber es greift Bernankes bekannter Plan B, über den er die Welt bereits in 2002 informierte, nämlich die “US Dollar Printing Press”. Im Kontext des Jahres 2008 bedeutet dies natürlich keine echte Papierpresse, sondern primär die direkte Zeichnung von US Staatsanleihen durch die FED, ohne dass diese von der Regierung zunächst auf dem Finanzmarkt an Investoren emittiert werden. Bernanke war in besagter Rede sehr unzweideutig, damit lassen sich beliebig hohe Dollarbeträge fabrizieren, aber dies ist ins unseren Breitengraden keine Neuigkeit, das wissen wir aus der eigenen Geschichte bestens, wie sowas funktioniert. Die Folgen kennen wir aber deshalb auch nur allzugut, nicht wahr?

Meine ganz persönliche Meinung ist, dass es darauf hinauslaufen wird. Wie konkret Fannie und Freddie gerettet werden, weiss ich natürlich nicht. Und ob Hank Paulson bzw. sein Nachfolger tatsächlich in vollem Umfang direkt in die Notenbank-Kasse greifen müssen, und ob sie das offen oder verdeckt machen, weiss ich auch nicht. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie die beiden großen Hypothekenbanken direkt und damit eine ganze Reihe weiterer Finanzinstitute indirekt einfach so abstürzen lassen. Oder das sie auch nur eine Lösung wählen, die die Akteure an den Finanzmärkten darüber in Unsicherheit läßt, was ja noch schlimmer wäre. Ich glaube, sie werden ein ziemlich deutliches Zeichen setzen, und dieses Zeichen wird vermutlich krass inflationäre Folgen haben. Auf kurze Sicht zumindest.

Das stellt aber weder für Bernanke noch irgendeinen anderen Politiker ein großes Problem dar, weil mit Inflation hatten die Amis noch nie Sorgen. Der Durchschnittsamerikaner kann mit den Geldwertängsten etwa der Deutschen schlicht überhaupt nichts anfangen. Warum auch? Geld wird unmittelbar konsumiert oder investiert, also warum sich darüber den Kopf zerbrechen, was es übermorgen noch wert ist?

Daher werden US Politiker und Notenbankpräsidenten niemals einen deflationären Schuldenkollaps im Hier und Heute riskieren, weil morgen und übermorgen vielleicht Geldvermögen nur noch die Hälfte wert ist. Das könnten sie der Bevölkerung schlicht nicht erklären, vor allem nicht im Wahlkampf für das US Präsidentenamt.

So oder so, es dürfte sich lohnen, das aktuelle Wochenende im Kalender anzustreichen und sich das eine oder andere Memento anzufertigen, denn vielleicht wird man sich in nicht allzuferner Zukunft mit Wehmut daran zurückerinnern wollen.

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Inflationierung! • Börsennotizbuch
14. Juli 2008 um 23:45

{ 63 comments… read them below or add one }

1 psycho 12. Juli 2008 um 14:05

Geldumlauf der EZB:
2000 : 371 Mrd
2007 : 675 Mrd

Das BIP hat sich in 7 Jahren nicht rund verdoppelt, die Geldumlaufsgeschwindigkeit (M1/BIP) hat also rasant zugenommen.

Hinzu kommen: weltweit steigende CPIs, steigende Zinsen, extrem gestiegene Rohstoff- und Edelmetallpreise, stark gestiegene Verschuldung.

Wer glaubt, hier könne noch über etwas entschieden werden, hat nicht mehr alle Nadeln an der Tanne.

2 psycho 12. Juli 2008 um 14:08

Und ausnahmsweise noch einer, weils so schön passt:

vergleiche hierzu Gelbes Forum, 11.7. 20:35

ZUR ERINNERUNG für Herrn Küssner

aus der Süddeutschen vom 24.6.1998

Crash-Propheten warnen vor globaler Krise

Der in Branchenkreisen bekannte Analyst Jürgen Küßner sieht den Dow-Jones-Index zur Jahrtausendwende auf 1000 Punkte abrutschen, auch ein Sturz auf 400 Punkte
sei möglich.”Die Aktien sind weltweit längst überbewertet”, warnt er.”Die Euphorie wird ein jähes Ende finden”, ist der Anhänger der Elliott-Theorie überzeugt. … “Im Moment befinden wir uns noch in der sehr euphorischen fünften Welle”, erläutert Küßner. Sie dauere bereits ungewöhnlich lange, seit 1978. Kippe sie um, gehe der Kurs auf das Niveau der vorhergehenden, vierten Welle zurück. Schlimmstenfalls auf den damaligen Dow-Stand von 400 Punkten.

3 Christian 12. Juli 2008 um 14:10

Wie du schon andeutest, sind die Amis ja nun größtenteils Schuldner, nicht Gläubiger. Solange also Löhne im selben Tagesrhythmus wie die Preise in den Schaufenstern erhöht werden, ist für Joe6pack alles in Butter. Die Gläubiger (also z.B. Deutschland als Obervolldepp) werden enteignet. Schon sind die USA fein raus und die Reparationszahlungen haben sich auf etliche Billionen $ erhöht. Würde man Fanni und Freddy pleite gehen lassen, würde man ja direkt Jou6pack das Vollversagen des eigenen Staates darlegen. Da dieser aber über mehr als ausreichend Waffen verfügt und der durchschnittliche Soldat bestimmt ebenfalls davon betroffen wäre, wäre dieses Vorgehen keine so tolle Idee. Witziges Szenario wäre dies aber, denn es entstehen ja jetzt schon Zeltstädte. Diese würden immer größer werden. Und so würden die Amis mit einer ähnlichen Behausung enden wie sie angefangen haben. Nur fehlen heute die Räder darunter, hehe.
Es spricht demnach viel für Hyperinflation. Helikopter-ben zum Cheffe der FED zu machen, hatte bestimmt schon sehr gewichtige Gründe. Seine Vermögenswerte kaufkraftmäßig zu halten, dürfte also für alle Gläubiger dieser Welt ein sehr schwieriges Unterfangen werden. Der Goldpreissprung am Freitag lässt eine hohe Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario ebenfalls erkennen.

4 Max 12. Juli 2008 um 14:13

Wie ich immer schon sagte:

Kapitalisieren läßt sich im fiat-money-System alles, von der Scheiße erst noch geboren werdender Rindviecher in Argentinien über das Magma unterm Yellowstone-Nationalpark bis zur benutzten Monatsbinde von Paris Hilton.

Damit ist auch völlig klar, dass FM + FM gerettet werden, koste es , was es wolle. The show must go on, und das wird sie auch noch ein Weilchen.

Einzig limitierend sind verwertbare Rohstoffe, Nahrungsmittel, aber allen voran fossile Energieträger.

Derzeit gibts aber noch genug abbauwürdige Ölschiefer und ölquellen, und selbst die Neger fangen mit ihren Nussschalen noch genug Fische, damit sie ihre 15 Kinder irgendwie durchbringen.

Aber bis auf die Wurst hat eben alles mal exakt und genau EIN Ende. Das ist aber trotz hysterischer Weltuntergangsapologeten zum Glück immer noch ein Stückchen weit entfernt.

Mit diesen Überlegungen ist mir aber schon lange vor Dottore, Hannich und ähnlichen Schwafelköpfen klar gewesen, dass es schlußendlich nur eine Entwicklung gibt: die in Richtung steigender Inflation.

Wir erleben seit kurzem gerade den Beginn derselben.

Max

5 martin 12. Juli 2008 um 14:32

Hank und Ben werden am Montag ziemlich sicher mitteilen, das
den notleidenden Instituten die finanziellen Mittel zur Verfügung
gestellt wurden – aber nicht, auf welche Weise. Die Druckerpressen
sind die einzig übrig gebliebenen Vasallen, die zwei Zauberlehrlinge
haben schlicht nichts anderes mehr, nachdem am Freitag bereits Staatspapiere abverkauft wurden.Jetzt kommt die Hyperinflation …

6 Brandmeier 12. Juli 2008 um 14:39

Hallo,
” was währe der Kapitalismus, wenn er seine Verlußte nicht sozialisieren könnte????”

7 Max 12. Juli 2008 um 14:57

@ Brandmeier

Wer nicht mal 2 Zeilen ohne gravierende Rechtschreibfehler hinbringt, hat garantiert wirtschaftlich den großen Durchblick!

Da bin ich mir völlig sicher.

Max

PS: Wenn ich etwas hasse wie die Pest, ist das der primitive Neid ungebildeter Leute auf alles und jeden, der sich erlaubt, etwas mehr zu haben wie einer mit mühsam absolviertem Hauptschulabschluss.

8 martin 12. Juli 2008 um 15:14

@ Max

Leider wird der durch die “Elite” verursachte Schlamassel aber eben
diese Klientel wieder nach oben bringen, Lafontaine und Co. sitzen
schon in den Startlöchern. Also rechtzeitig Sicherungen einbauen,
in den 20ern haben in der Hyperinflation massenhaft Leute gerade aus der Bildungsschicht alles verloren…

9 Ewald 12. Juli 2008 um 15:29

Wie lange wird es wohl dauern bis die Hyperinflation von der Politik offen zugegeben werden wird? mE 3-4 Jahren.
Wann wird der Sozialempfänger einen 20-prozentigen Aufschlag durchsetzen können? mE in 1-2 Jahren.

10 Max 12. Juli 2008 um 15:37

Hallo Martin.

Geschichte wiederholt sich eben.

Toleranz ist nur solange möglich, so lange alle mehr als genug haben. Danach garantiert nicht mehr.

Genau das ist der Grund für die Einführung von fiat-money, ein Versuch, der sicher a la long zum Scheitern verurteilt sein wird.

Allen alles zu geben (Wohlfahrtsstaat mit enstpr. Staatsverschuldung) , nur damit keiner mehr mit Argusaugen übern Gartenzaun schielt, um herauszubringen, was sein Nachbar hat und tut, war sicher ein ganz interessantes Experiment.

Ein Experiment, übrigens, das sogar noch etliche Zeit weiterläuft, zumal wie ich oben geschrieben habe, einfach alles möglich ist. Allerdings kommt nun erstmalig ein Ablaufdatum der Sache langsam übern Horizont herauf.

Dass sich an der Sache etliche auf Teufel komm raus auch bereichert haben, ist unbestritten. Aber nicht nur Manager und Politiker, auch Asylanten und eigene Arbeitsscheue, die die Hand aufhalten, wos nur geht.

Als bekennender Egoist hätte ichs genauso gemacht, wenn ich die Möglichkeit im Großen als Konzernchef oder ähnliches vorgefunden hätte.

So bin ich halt in der Nahrungskette irgendwo in der Mitte als Kleinräuber gelandet, aber durchaus zufrieden damit.

Tigern und Löwen gehe ich tunlichst aus dem Weg, menschliche Karnickel sind allerdings jederzeit fällig.

Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen kann ichs aber nur jedem raten, es genauso zu machen – es rechnet sich absolut!

Max

11 frank 12. Juli 2008 um 15:44

@max: solche blutleeren, selbstgerechten menschen wie du bereiten mir starke kopfschmerzen.

‘die neger mit ihren 15 kindern’ – wie tief muss man sinken bzw. welch eisiger wind muss einem (ein leben lang?) ins gesicht blasen, um sich zu solch einem asozialen ausspruch hinreissen zu lassen…?

um den kontext nicht aus den augen zu verlieren: du bist ‘arm’. mein mitleid hast du.

12 Christian Wagner 12. Juli 2008 um 15:49

“Geldumlauf der EZB:
2000 : 371 Mrd
2007 : 675 Mrd”

Tja, das deckt sich noch mit der gefühlten Wahrnehmung, dass nach Einführung des Euros die Preise nominal gleich hoch geblieben sind, sprich: gesamte kumulierte Inflation von fast 100%.

13 permabird 12. Juli 2008 um 16:09

@Max

“Tigern und Löwen gehe ich tunlichst aus dem Weg, menschliche Karnickel sind allerdings jederzeit fällig.”

Nach oben buckeln und nach unten treten – klingt ja fast wie eine Klischeebeschreibung des Kleingeistes bekennender Egoisten.

Wer Schreibfehler findet darf sie gerne behalten!

14 Max 12. Juli 2008 um 16:10

@ frank

Alle bis zum St.Nimmerleinstag durchzufüttern wirds leider auch nicht spielen.

6,7 Mia. Leute sind jetzt schon objektiv betrachtet bei weitem zu viel. Da wird die Zäsur auch ganz massiv kommen müssen.

Das ist nicht asozial, sondern logische Konsequenz.

Max

PS: Bitte Großschreibung beachten!
Ich könnte dich sonst womöglich glatt noch mit einem politisch korrekten Gutmenschen verwechseln!

15 Max 12. Juli 2008 um 16:19

@ permabird

Nur so gehts heutzutage, ich habs nicht erfunden, aber zum Glück ehestmöglich erkannt.

Und, um mal einen österr. Fußballtrainer aus Kroatien zu zitieren, der Zeit seines Lebens zu dämlich war, anständig deutsch zu lernen – “Das Erfolg gibt ma Recht”.

Dir wohl eher nicht, befürchte ich.

max

16 frank 12. Juli 2008 um 16:26

@permabird: danke! sehr zutreffende ‘analyse’.

@max: ich schreibe weiterhin klein. mit wem du mich verwechselst ist mir dabei egal. wie verzerrt ist deine wahrnehmung, dass du dir einbildest, dass ich mich vor dir rechtfertigen muss oder dein befehlsempfänger bin?

und keine angst: dich verwechselt niemand mit einem ‘gutmenschen’ – deine postings haben dich längst als frustrierten alten mann outen lassen.

17 frank 12. Juli 2008 um 16:29

erfolg = selbstsucht?

18 Michael 12. Juli 2008 um 16:33

Natürlich wird Heli sein Versprechen halten. :-) Mal abwarten, was passiert, wenn mal noch ein paar Billiönchen den Amis das Leben erleichtern. Da sollten sich die Hauspreise glatt erholen. Die “Konjunktur” dank kunstvoller Hedonistik zu neuen Hochs auflaufen. Ölpreis ? Kein Problem, den Aliphaten ein paar Ketten gecrackt und schon wird das Zeug hedonistisch werthaltiger. :-) DOW ? Da hat ein Vorredner wohl eine Null, oder waren es zwei Nullen, …, vergessen. :-) Danach müssen noch ein paar Autowerkstätten aufgeräumt werden. Deflation ist was für die Gläubiger, aber das ist deren Problem. Mal abwarten, wie lange es dauert, bis die Löhne täglich überwiesen werden. Und die Steigerungsraten….!! :-)

Im Ernst, bietet jemand eine andere Lösung an ? Deflation ? Ernsthaft ? Das kriegen nur deutsche Deppen hin.

19 Max 12. Juli 2008 um 16:35

@ frank

Wer die Realität weder erkennen kann noch will, sollte Leuten, die dazu imstande sind, nicht unbedingt Frustration vorwerfen.

Du darfst dir aber gerne meine postings ausdrucken, und in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten kannst du dann abhaken, was darin richtig war.

Max

20 Goldkueken 12. Juli 2008 um 16:38

Hallo Weissgarnix, schoener Artikel. Wie viele andere – und offenbar auch Du – schwanke ich in der Zukunfts-Einschaetzung des Finanzsystems auch zwischen Deflation und Inflation.

Zum Thema: Hast Du diesen Reuters Artikel von gestern gelesen:
http://www.reuters.com/article/topNews/idUSWBT00938820080711
Mein Englisch und mein Witschafts-know-how ist nicht so doll. Aber steht da nicht, dass die FED eventuell die Schulden von Fannie+Freddy uebernehmen will, und als Ausgleich dafuer deren Immobilien-Hypotheken als Pfand nehmen will?

In den Kommentaren hier hacken die Leute ziemlich aufeinander rum. Muss das sein?

Das kleine Goldkueken

21 Oswald Spengler 12. Juli 2008 um 17:01

Als bekennender Sozialist sehe ich das Scheitern des Kapitalismus mit großem Vergnügen.Wie mir scheint war die Vorfreude der große ewige Gewinner zu sein doch etwas früh.:-)
Hier wird es einige politische Veränderungen im System geben und Konsequenzen für die Verantwortlichen.Außerdem freue ich mich schon auf das Ende der US-Vormundschaft für Deutschland.

Freitag war schon ein sehr guter Tag.Jetzt fehlt zu meinem Glück nur noch ein Irankrieg.

Bin mir aber sicher dass die Amerikaner auch dass noch schaffen.

22 Martin² 12. Juli 2008 um 17:49

@ Mr. Spengler

Ich empfehle dir mal die Bücher von G. Edward Griffin (im Kopp-Verlag erschienen) und die Bücher von Gary Allen (“Die Insider”) und diverse Dokumentarfilme, z. Bsp. die von Alex Jones oder von Aaron Russo “America: Freedom to Facism”. Es gibt noch mehr zu der Thematik, aber die bieten mal einen recht guten Überblick. Sozialismus ist sicherlich nicht das, für das es die meisten Menschen halten – oder gehörst du zum Rockefeller-Clan? :-D
Das “Scheitern” des Kapitalismus, wird, wenn wir großes Pech haben, in den Weltozialismus enden – auch bekannt als die neue Weltordnung -> dann werden die linken Traumtänzer aufwachen!

zur Thematik: Es stink nach Hyperinflation…. – die Zeit läuft halt doch nicht linear ;-)

23 ergo sum 12. Juli 2008 um 17:50

@ wgn: Als ehemaliger Chef von Goldmann Sachs dürfte Herr Paulson wohl denn doch nicht gar so unbedarft sein, wie Du ihn hinstellst. So von ungefähr wird man schließlich bei Goldmanns nicht Chef. Bekanntlich sind Goldmanns durch ihre konservative Politik im Gegensatz zu Ackermann & Co von der Krise verschont geblieben.

24 martin 12. Juli 2008 um 18:09

@ergo sum

Habe ich da was verwechselt oder ist es nicht Goldmann Sachs, die
sich weigert, an Basel II mitzumachen. Die Bilanzen hätte ich gerne mal selber überprüft, bevor ich weiß, ob sie tatsächlich von
der Krise verschont worden ist. Leichen lauern überall; naja, die
können nicht mehr lauern: aber ihr Anblick ist gar erschröcklich…

25 Tom B 12. Juli 2008 um 18:12

über die fehlkonstruktion von f+f und der faktisch privaten fed gibt es einen sehr guten post von roubini, der vor dem bail out schon vor jahren gewarnt hat:

http://www.rgemonitor.com/roubini-monitor/252974/insolvency_of_the_fannie_and_freddie_predicted_here_two_years_ago_what_happens_next_or_how_to_avoid_the_mother_of_all_bailouts

PS zum abbau von frustration hilft oft ein fussbad in einem wirklich guten wein, ein jérobam vom chateau margaux etwa.
nur zu empfehlen. sogar meinem hund hat es geholfen

26 Quadrillion 12. Juli 2008 um 18:29

Wenn es bei einer Bank brennt, so braucht die Zentralbank nur den großen Schlauch auf sie zu richten und so lange Geld zu spritzen, bis das Feuer gelöscht ist. Genau dies machen Regierungen und Notenbanken in der aktuellen Finanzkrise. Damit verhindern sie vorerst, dass aus der Krise EINIGER eine Krise für ALLE wird.

Am Ende bleibt allerdings eine Frage: Ist es denkbar, dass die Leute das Vertrauen in jedwedes Geld verlieren, also auch in Zentralbankgeld? Erst dann nämlich wären auch Staaten und Notenbanken am Ende mit ihrem Latein. Und unser Geld wäre es auch. Die Rettungsspritzen würden wirkungslos verpuffen…

27 Coki 12. Juli 2008 um 20:05

@Quadrillion
“Am Ende bleibt allerdings eine Frage: Ist es denkbar, dass die Leute das Vertrauen in jedwedes Geld verlieren, also auch in Zentralbankgeld? Erst dann nämlich wären auch Staaten und Notenbanken am Ende mit ihrem Latein. Und unser Geld wäre es auch. Die Rettungsspritzen würden wirkungslos verpuffen…”

Solange die Grundversorgung gesichert ist (und in Deutschland haben wir ja ein dafür geeignetes System ;) ), sehe ich diesbezüglich keine Probleme auf uns zukommen.

Gruss,

Coki

28 Otto 12. Juli 2008 um 20:09

hallo,
nachdem ich erst jetzt dies hier lesen konnte, gibt es bei mir die Frage:
Kann mir jemand (@wgn?) im laufe der nächsten Woche mit hinreichender Sicherheit sagen ob es eine Infla oder Defla geben wird?
Ich habe vor, mir einige Hektar Wald zu kaufen (gibt es hier bei uns noch!), so als Inflationsschutz. Falls es aber doch zur Defla kommt, wäre da nicht Bares besser?
Ich bin z.Zt. hin und hergerissen! Aber ich denke, das geht einigen hier ebenso, daher die manchmal sehr flotten Spüche!

Übrigens, ich habe heute gelesen, dass Russland seine Wertpapiere von FM+FM nicht hergeben wird. Begründung ist, dass sie als ebenso wertvoll (?) angesehen werden wie Staatsanleihen der USA! Donnerwetter! Oder wollen die nur nicht zum gestrigen Kurs verkaufen?
Grüsse
Otto

29 sonne 12. Juli 2008 um 20:15

Hallo weissgarnix !

Prima Beiträge schreibst Du hier ! Freu mich das ich durch ein anderes Forum auf Deine Seite aufmerksam geworden bin .
Also ich denke man entscheidet sich für Inflation .
Entschuldung der Staatshaushalte durch Inflation .
Dann Einführung einer neuen Währung , für die es dann auch wieder Vertrauen geben wird .
Dann kann das Spiel der Vermögensumverteilung von unten nach oben durch Zins und Zinseszins von neuem beginnen und weitergehen .
Durch die Inflation werden ja auch riesige Vermögenswerte (Sachwerte) in die Taschen derer gespühlt ,die genug von dem
derzeit üblichen Zahlungsmittel haben .
Also Inflation !

Gruß

sonne

30 weissgarnix 12. Juli 2008 um 20:16

@Otto

Ich werde das jedenfalls ziemlich genau beobachten, und wenn mir was dazu einfällt, schreibe ich es hier ohnehin. Und im Gelben wirst Du ja auch recht gut informiert.

31 weissgarnix 12. Juli 2008 um 20:23

@Alle

Erstens: ich schliesse mich Goldküken an, seid lieb zueinander! Ich möchte nicht jeden Kommentar lesen und dahingehend überprüfen müssen, ob sich irgendeiner beleidigt fühlen könnte, gegen irgendwelche Paragraphen verstößt usw.

Zweitens: Paul Krugman hat wohl gestern diesen Beitrag zu Fannie und Freddie geschrieben, in welchem er ganz ausdrücklich FÜR einen Bailout der beiden ist.

http://krugman.blogs.nytimes.com/2008/07/11/fannie-freddie-sweden-japan/

Begründung: noch jede größere Finanzkrise hätte mit einem Bailout des Finanzsystems geendet, das wäre in Schweden so gewesen und in Japan auch, warum also sollte es in USA anders sein? Außerdem hätten doch Fannie und Freddie nur solche Hypotheken refinanziert, die von ehrlichen, für ihr Geld hart arbeitenden Amerikanern aufgenommen wurden, zumal mit einem meistens doch recht beträchtlichen Eigenanteil, also warum gerade die pleite gehen lassen?

32 Otto 12. Juli 2008 um 21:02

da habe ich es gefunden:
*******
Schuldscheine der US-Immobilienfinanzierer
Russland bleibt Freddie und Fannie treu

Russland will trotz der Probleme bei den angeschlagenen US-Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae seine milliardenteueren Schuldscheine der halbstaatlichen Banken behalten.
*********
Im Handelsblatt: http//www.handelsblatt.com
Viel Spass damit! Game Over ist abgesagt.

33 weissgarnix 12. Juli 2008 um 21:31

Auch Buiter in der FT für Verstaatlichung:

http://blogs.ft.com/maverecon/2008/07/time-for-comrade-paulson-the-pull-the-plug-on-the-fannie-and-freddie-charade/#more-279

Endlich aufhören mit den Lügen und der Verschleierung der wahren Natur des US Hypothekenmarktes aufhören, schreibt er, und diese beiden ehemaligen Staatsfirmen, die nie privatisiert werden hätten werden dürfen, wieder in Staatshand überführen …

34 martin 12. Juli 2008 um 21:32

@Otto

Mit was, glaubst Du, wirst Du im nächsten Jahr mehr verdienen:
mit dem Verkauf von Porsche, BMW,VW, Öl? Falls Du auf Öl tippst,
solltest Du Wald kaufen: Wald ist das Öl, das sich noch über dem Boden befindet…Die Frage Hyper oder Defla ist da vollkommen
egal ! Ich hasse es, zu frieren.

35 Michael 12. Juli 2008 um 21:42

@Otto

“HB MOSKAU. “Schuldverschreibungen von Fannie Mae und Freddie Mac sind in ihrer Qualität de facto nicht minderwertig verglichen mit US-Staatsanleihen und verfügen immer noch über die höchste Bonitätsbewertung, die für Investitionen in Gold- und Devisenreserven nötig sind”, teilte das russische Finanzministerium am Samstag mit.”

Das ist nun mal so, die Papiere sind kein bischen minderwertiger als Treasuries oder Bundesanleihen, in der Tat sind sie sogar werthaltiger als Regierungsversprechen, sie sind durch Schulden auf irgendwelche Hütten unterlegt. Bei Worten von Politikern wäre ich mir nicht so sicher. :-)

36 J.Kramer 13. Juli 2008 um 01:33

Es wird sich gar nichts ändern. Ein Paar Banken gehen pleite, Der Staat (Steuerzahler) springt ein, Gold bleibt ein Rohstoff wie alle anderen Rohstoffe auch. Aktien werden weiter fallen, die Konjunktur wird sich abkühlen. Irgendwann sind die amerikanischen Häuschen so billig, daß die Schnäppchenjäger massenweise zuschlagen. Bis dahin sind 2 Billionen Dollar abgeschrieben, alles geht seinen gewohnten Gang.

Solange Mensch konsumieren will, braucht niemand Angst zu haben. Erst wenn er das nicht mehr will, und auf Geld fürArbeit pfeift, wird`s eng.

Also keine Panik.

37 samuiman 13. Juli 2008 um 01:55

wer sich ein bisschen mit CFR oder TLC beschäftigt hat, der wusste schon vorher, was kommt, nämlich inflation, bzw. hyperinflation…die neue währung steht doch schon in den startschuhen, der Amero, es haben sich doch schon diverse “gestalter” der amerikanischen politik verplappert…und anschließend kommt die nächste grosse runde mit der endgültigen weltwährung, dann ist das endziel “sozialismus für alle”, “feudalismus für wenige” erreicht ;-) wer hat denn schon alles gold gekauft , grins ?

38 Blechraucher 13. Juli 2008 um 05:48

Hi Leute, also das Fuck & Funny gerettet werden glaub ich nicht. Irgendwoher muss das Geld doch kommen. Meine Meinung: Heli-Ben und seine Schärgen schinden Zeit, bis die Israelis im Iran losbomben.
….
Und wenn der Ahhmett LeckmichamArsch (oder wie der heißt) sich dann wehrt kommen die Amis als Retter, um die armen Juden zu beschützen. Und die ganze Welt hält Iran dann für die Achse des Bösen.

Die Tent-Cities in den USA sind dann das Ergebnis der Kamel-Treiber, und die Bekloppten Amis glaubens auch noch. :D haha

Die US-Regierung machts wie immer: Bei Problemen nen Krieg anfangen (diesmal: Israelis anstiften), sich als Retter aufspielen, und irgend einen Trottel die Schuld geben.

39 sonne 13. Juli 2008 um 08:07

Hallo J Kramer

So einfach wie Du denkst wird das nicht , denke ich .
Meiner Meinung nach ist die Geldmenge die durch Kredite geschaffen wurde schon viel zu groß . Die Kredite sind leider nicht aus Spareinlagen vergeben worden . Sie Dir mal den Vortrag an
http://video.google.com/videoplay?docid=1218626257944570167&hl=de
Die Kreditausfälle werden sich in Zukunft immer stärker häufen .
Das ist aus meiner Sicht eine Spirale die nur durch eine Währungsreform gelöst werden kann .
Die Kreditausfälle werden ja wie man sieht Vergesellschaftet . Das heist das andere Leute mit Krediten sollen zu den eigenen Krediten über die steigenden Preise auch noch die Kredite der anderen die geplatzt sind, mitbezahlen . Da kann man darauf warten bis deren Kredite auch faul werden.
Außerdem sinkt der Konsum durch die steigenden Preise (wachsende Geldmenge ) . Das heist die Kriese schlägt jetzt auf den Handel durch und nächstes Jahr auf die Industrie .
Also bis diese Geldblase die durch Kredite geschaffen wurde geplatzt ist, wird es erst mal mit zunehmender Geschwindigkeit bergab gehen .

Gruß
sonne

40 Frankie Bernankie 13. Juli 2008 um 10:11

@ j.kramer

“Solange Mensch konsumieren will, braucht niemand Angst zu haben. Erst wenn er das nicht mehr will, und auf Geld fürArbeit pfeift, wird`s eng.”

Yo, das isses. Das ist in wenigen, lakonischen Worten das ganze Geheimnis. Der Kapitalismus wird weiterleben, solange sich Menschen finden, die eine Kapitalrendite erwirtschaften wollen, sprich, bereit sind, für andere zu schuften.

41 Thorqemada 13. Juli 2008 um 11:44

“Solange Mensch konsumieren will, braucht niemand Angst zu haben. Erst wenn er das nicht mehr will, und auf Geld fürArbeit pfeift, wird`s eng.”

Wen die Bezahlung der Arbeit kein Konsumieren zuläßt nützt der “gute Wille” nichts.
Wir nähern uns dem in großen Schritten, der ausbleibende Konsumrausch trotz Rekordarbeitsmarktzahlen belegt es!

42 Frankie Bernankie 13. Juli 2008 um 12:00

Was in dieser Diskussion überhand nimmt: der Verweis auf alle möglichen Bücher und Aufsätze, die zum Studium anempfohlen werden. Mein Gott , das hier ist doch kein Proseminar! Man sage, was man sagen will, kurz und knackig!

Das hier ist doch bloss ein blog und dient der Kurzweil, n’est-ce pas?

43 I.I.Oblomow 13. Juli 2008 um 12:15

Bin mal beim Schmökern im Internet zufällig auf diesen Satz gestoßen:

“A USA Today news story earlier in the year reported that the total compensation for government employees from 2000–2007 had risen by 16%, while their private-sector counterparts lagged behind with an increase of 11% over the same period.”

Ob diese Aussage zutrifft oder nicht, weiß ich nicht. Wenn sie aber zutrifft, dann kann es mit der US-Inflation in den vergangenen 7 Jahren nicht weit her gewesen sein, größenordnungsmäßig so um die 2% p.a.

Und wenn nun zusätzliche Lasten (F & F etc.) zu tragen sind, Immobilienpreise sinken und die Wirtschaft stagniert, dann sollte das eher deflationär wirken (siehe auch Beispiel Japan). Es sei denn, die Gewerkschaften setzen eine entsprechende Lohnerhöhung durch.

44 Andillo 13. Juli 2008 um 12:20

Ich sehe hier im Artikel einen Denkfehler. Der Author meint, dass im Fall eines Deflationskollaps das Bargeld unangetastet bliebe. Damit bin ich definitiv nicht einverstanden.

Zwar ist klar, dass falls es mal zur Dollar-Hyperinflation kommt, dann ist Gold/Silber das beste, was man haben könnte (wohl fast das Einzige).

Und beim Deflationscrash? Diese Annahme geht davon aus, dass Papiergeld bei einem solchen Kollaps den Wert behalten würde (oder eher steigern). Ich denke eher, dass dann auch die Währung abverkauft würde.
JA, es würde einen deflationären Kollaps geben, aber nur gegenüber Gold/Silber betrachtet (“echtes Geld”) und ev. einigen anderen Rohstoffen, nicht aber gegenüber Papierwährungen. Schaut Euch doch an, was mit dem Dollar jeweils passiert, wenn wir in eine brenzlige “deflations-nahe” Situation à la Bear Stearns-Krise im März oder jetzt Freddie/Fannie-Fall kommen. Da wird der Dollar auch gleichzeitig panisch abverkauft und Goldpreis explodiert dann.

Zwar ist es richtig, dass beim 1929 USA-Crash der Dollar König war. Jedoch damals war der Goldstandard da und der Dollar war goldgedeckt. Somit behielt er auch wirklich den Wert, hatte man dollars, hatte man im Prinzip Gold. Jetzt ist die Situation eben genau umgekehrt.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Papierdollars plötzlich deflationär eine enorme Aufwertung erfahren könnten.

45 weissgarnix 13. Juli 2008 um 12:56

@Andillo

Mit den Währungsparitäten ist das so eine Sache, und in der Tat weiss niemand, wie sich der Dollar gegenüber dem Euro oder dem Yen in einem solchen Fall verhalten würde. Gäbe es nur einen Schuldenkollaps, dann wäre meine Vermutung, dass er ceteris paribus steigen müßte, weil US Schuldner ihre assets weltweit verkaufen und Dollars in die USA repatriieren würden. Es mag aber diverse kompensatorische Effekte in einem solchen Fall geben, eventuell auch solchem, die netto überwiegen.

Das war aber gar nicht mein Punkt. Mein Punkt bezog sich auf ein und denselben Währungsraum. Und da ist es relativ sicher, dass Euro-Cash an Kaufkraft gegenüber jedem Asset gewinnen würde, vermutlich auch gegenüber Gold.

Gold kommt aber dann ins Spiel, wenn die Frage lautet, wie der Neustart zu bewältigen ist. Und vielleicht gibt’s dann den Euro ja auch gar nicht mehr

46 ergo sum 13. Juli 2008 um 12:58

@ martin (Nt.25):
Da hast Du genau recht. Weil nichts für Goldmanns dabei herausspringt, machen sie nicht mit bei Basel II. Sie hatten sich ja von vornherein nie an dem Hypothekenschwindel beteiligt.

47 Max 13. Juli 2008 um 13:06

Also ich würde eine Deflation geradezu herbeiwünschen.

Ich würde täglich dreimal in meiner Kohle baden wie Dagobert Duck.

Leider spielts das aber nicht und ich werde zusehen müssen, dass meine Piepen tunlichst zumindest halbwegs ihren Wert behalten.

Max

PS: Weil sich oben einer grade so stolz als bekennender Sozialist geoutet hat: Ich bekomme Magenschmerzen, wenn ich die Worte “sozial” bzw. “solidarisch” lesen muss.

Diese Brüder sind nämlich an der inflatorischen Tendenz hauptsächlich schuld, weil Arbeitsscheue aller Herren Länder mit gutem Geld geradezu zugeschissen wurden, und somit die Staatsverschuldung nicht mehr in den Griff zu kriegen ist..

48 Magier der Märkte 13. Juli 2008 um 13:57

@Max:
Überleg mal wenn all die Arbeitsscheuen plötzlich arbeitswütig wären, dann wäre der Max vielleicht mal ins Schwitzen gekommen bei all der Konkurenz.

49 martin 13. Juli 2008 um 14:32

Die stark gestiegenen Geldmengen bedeuten stark gestiegene Zinslasten, deshalb wird die Arbeit teuer und ausgelagert. Logischerweise fallen da auch immer mehr nach unten durch -
das ist aber kein Grund für Häme, sondern schreit vielmehr nach
einer Währungsreform, damit wieder mehr Gerechtigkeit einkehrt.
Die Frage darf nicht lauten: Sozialismus oder Kapitalismus, das
ist Schnee von gestern. Schuldzuweisungen helfen überhaupt nicht,
die gewaltige Geldmengenausweitung zu stoppen. Die Gretchenfrage
ist doch, wie man die riesigen Geldbestände wieder loskriegt.

50 Blogger 13. Juli 2008 um 15:16

Dieses Wochenende wird nicht das entscheidene Wochenende sein, sondern eines von vielen. Die Finanzkrise begann vor einem Jahr schleichend. Jetzt sind wir an einer Schwelle dieses Prozesses, an dem es heißt “Point of no Return”, wie weißgarnix richtig darstellt. Auch wenn wir uns hier über FM+FM unterhalten, sind, wenn ich richtig gelesen haben, in den letzten Monaten über 250 Hypothekenfinanzierer pleite gegangen. Das hinterläst auch Spuren, allerdings keine in den großen Medien. Ein anderer Artikel zeigte auf, dass am Freitag den 11.07. der Tag bei den US-Anleihen war, an dem ein Ausverkauf stattfand.
Ich denke, jedem Informierten sollte längst klar sein, was zu tun ist. Die Masse kommt auch hier wieder zu spät.

51 webmax 13. Juli 2008 um 16:31

Schön, hier die gefestigten Weltbilder Einiger zu sehen, die erkennbar durch die Komplexität der Abläufe überfordert sind.
Wir sollten nicht die menschliche Natur mit ihrer Gier als Triebfeder vergessen, eben so wenig, daß Bäume in den Himmel wachsen. Ich behaupte, daß jedes menschlich erdachte(Finanz-) Konstrukt in der Realität scheitern, ja ins Gegenteil umschlagen kann und wird, wenn mandamit “zu hart am Wind segelt”.

Wir sehen doch, daß die von der Warenmenge (=BSP) per Zinseszins völlig abgehobene und gesetzlich kaum regulierte oder abgeschöpfte Geldmenge erst in Assets geht, dadurch der Mehrheit ein deflationäres Lebensumfeld schafft (keiner weckt die Gewerkschaften auf, die globalisierte Arbeitsplatzdrohungsdroge wirkt), und plötzlich mit Macht – über die Erhöhnug der Grundbedarfskosten von Nahrung und Energie – als Inflations-Tsunami zurückschlägt…

Von da an ist es nur noch eine Wissens- und auch Machtfrage, ob eine aufgeklärte Mehrheit ein faires Geldsystem erzwingen kann. Oder ob die Lügen-Plutokratie wieder einen Schritt voraus ist…

Weissgarnix sei Dank für den Fortbildungs-Rahmen hier!

52 webmax 13. Juli 2008 um 17:53

So schaut es aus:
” Die USA sind in einer ausweglosen Situation. Die Konsequenzen werden dramatisch ausfallen. Es wird zu Phänomen kommen, die wir sonst nur aus der so genannten Dritten Welt kennen:
*
Drastischer Absturz des Dollars
*
Drastische Zinserhöhungen
*
Verarmung der Bevölkerung
*
Massenarbeitslosigkeit
*
Deindustrialisierung
*
Währungsreform

Endstation einer Nation, die über ihre Verhältnisse lebt. ” http://www.mmnews.de/index.php/20080713612/MM-News/USA-Der-Untergang.html

53 boris 13. Juli 2008 um 18:03

In dieses Wochenende wird Entscheidung in Sinne der Inflationsentwicklung gemacht.
Richtig!

Es wird eine strategische Entscheidung sein.
Falsch!

84 Mlrd $ könnte Bernanke noch herauszaubern. In einige Zeit werden da aber neuere Engpasse entstehen mit Summen in Billionenbereich. Die wird BB nicht emittieren können egal wie stark er dafür plädiert, weil kein geistiggesunde US Politiker so was je unterstutzen wird.

Also, bei dem nächsten Mal wird der großer Krach eingeleitet, was aber nicht zu Deflation führen wird wegen folgenden Gründen.
a) Es gibt zu fiel $$ in Ausland. Wenn sie mal zurück sind (und das werden sie bestimmt), werden sie Geldmasse enorm vermehren.

b) 30% der USA Bevölkerung welche auch jetzt sich kaum über Wasser halten kann, wird wegen Inflation und Arbeitslosigkeit, in ihren Physische Existenz bedroht. In diesem Fall das Beste was dieser Leute noch zu tun können ist zu Waffen greifen. Und das bedeutet Bürgerkrieg.
Um so eine Entwicklung zu vermeiden wird Papa-Staat sehr tief in seine Taschen greifen müssen was wiederum zu Inflationszyklus führen wird.

Meine Prognose für Nachkrachzeit in USA.

Die unteren 30% werden da in fünf Jahre wahrscheinlich etwa so leben wie jetzt (nach unten geht es kaum). Die Hauptverlierer werden die oberen.
Der Hochfinanz wird vernichtet obwohl es noch eine weile dauern wird. Die Firmen dessen Wert oft bis 90% von der Geistigeneigentum besteht werden pleite. Extrasteuern für Superprofite werden eingeführt und verstecktes in Ausland Geld nach Amerika reingeholt.

Ich bin auch mir sicher dass ist in diesem Jahr der wilden Kapitalismus endgültig zu Geschichte gehören wird. Nach 1929 könnten sie noch mal zu Macht greifen, aber nie mehr. Für solche Unterfangen ist unseren Planet einfach zu klein und Ressourcenarm geworden.

54 martin 13. Juli 2008 um 18:04

“Schön, hier die gefestigten Weltbilder Einiger zu sehen, die erkennbar durch die Komplexität der Abläufe überfordert sind.”
Zitat webmax

@webmax

Mach Dir mal die Mühe und lese die Komplexität der Meinungen
hier, bevor Du solch abstruses Selbstbeweihreucherungs-Geschwätz
hier ablädst…

55 Michael 13. Juli 2008 um 19:40

Um es mal höflich zu formulieren, einige Kommentatoren müßten mal langsam einen Termin mit ihrem Psychiater machen. :-)

56 Michael 13. Juli 2008 um 19:48

Stimmt, Norbert Walter verkündt, es geht noch mal etwas öliger zu, ein paar Wochen später kriegt goodnights Madam endlich ihren BMW wieder. :-) Norbert Walter, wie lange habe ich auf diesen Kommentar warten müssen. Endlich. :-) Aber er empfiehlt noch nicht den Kauf von Gold, das wäre mir auch noch wichtig. :-)

57 J.Kramer 13. Juli 2008 um 19:51

Bei einigen Kommentatoren ist wohl der Wunsch der Vater der Gedanken.

58 Landei 13. Juli 2008 um 20:19

Vorerst werden erst mal Maulkörbe verpaßt und Sündenböcke gesucht:
http://afp.google.com/article/ALeqM5ioiCCW6AP1VlCEkjY_QRDZKMuZ5A

59 Eskimo Joe 13. Juli 2008 um 21:00

Vielleicht erleben wir ab morgen den Anfang von dem Albtraum-Szenario: Rette sich wer kann. Wenn dies eintritt dann Gute Nacht.

60 Tobias 13. Juli 2008 um 21:07

Hallo! weissgarnix.de bringt die Problem wirklich sehr gut auf den Punkt! Gratulation! Damit habt Ihr sicher ein Alleinstellungsmerkmal in dem Bereich, denn sonst redet man ja nur oft um den heissen Brei herum! Aber auch:
das-bewegt-die-welt.de

finde ich sehr gut und informativ! Ihr könntet doch eure Artikle verlinken!

61 Michael 13. Juli 2008 um 21:28

Vergeßt den Weltuntergang, ein stinknormaler, ekelhafter Salamicrash. Spaßfaktor Null. Goodnight zeig den Ölhändlern mal unverbindlich deinen Desert Eagle AE. :-)

62 martin 14. Juli 2008 um 14:57

“Immer mehr Geld landet so auf dem Spieltisch,
obwohl es das Geld eigentlich gar nicht gibt.”

(Alfons Frese/Tagesspiegel von heute)

63 permabird 15. Juli 2008 um 00:30

@goodnight

“Denn letztlich ist unser politisches System dank Grundgesetz relativ Bomben-sicher gegenüber individuellen Vergehen.”

Stimmt – sogar Dr. Seltsam fürchtet das Verfassungsgericht ..
Bei unserer Brave-New-EU wäre ich da aber nicht so sicher, uups..

Darauf erstmal einen irischen Whiskey ohne Eis !!

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