Die “lost decade” und ihre möglichen Spätfolgen

von weissgarnix am 9. Juli 2008

Seit vorgestern ist es offiziell: der S&P 500 vollendete einen 10-Jahreszeitraum mit negativen Realrenditen, eine “lost decade”, wie es neudeutsch so schön heisst. Das mag dem einen oder anderen ein teilnahmsloses “Na und?” entlocken, und da Aktien in unseren Breitengraden eh nicht gerade zu den Vorzugsinvestments gehören, ist die Nachricht per se kein Schocker. Dennoch kann ein Ergebnis wie dieses über kurz oder lang dramatische Folgen haben und zwar auf der anderen Seite der Bilanz: bei den Schulden. Und hier inbesondere den Pensionsverpflichtungen und langfristigen Anwartschaften aller Art.

Es dürfte bekannt sein, dass langfristige Schulden wie die vorgenannten in den Bilanzen einzelner Jahre “abgezinst” verbucht werden. Was bedeutet das? – Nichts anderes, als dass auf den voraussichtlichen zukünftigen Zeitpunkt der konkreten Inanspruchnahme aus einer Verpflichtung eine voraussichtliche Höhe projiziert wird (also zB 100 Millionen im Jahr 2030), die dann mit dem sogenannten “Barwert” in der Bilanz anno 2008 gezeigt wird. Dieser Barwert wiederum ist nichts anderes, als die 100 Millionen des Jahres 2030 verringert um alle Zinsen, die theoretisch bis dahin auf einen Geldbetrag erzielt werden können, sodass aus den Zinsen und Zinseszinsen bis 2030 genau diese 100 Millionen “angespart” werden.

Nehmen wir also mal einen durchschnittlich erwarteten Zinssatz von 5% als Beispiel, dann wären unsere 100 Millionen in der Bilanz 2008 mit einem Betrag von exakt 34,18 Millionen anzusetzen. Ganz genau, so wenig. Der Zinseszinseffekt ist über einen Zeitraum von 22 Jahren sehr mächtig, und 5% kalkulatorischer Zins sind nicht ohne.

Halten wir also mal fest: in den Bilanzen all jener, die Pensions- und anderslautende langfristige Verbindlichkeiten zu bilanzieren haben, stehen diese mit deutlich geringeren Werten, als tatsächlich bei Fälligkeit zu leisten sein werden. Wieviel weniger, hängt vor allem von 2 Faktoren ab:

  1. der Höhe des gewählten Kalkulationszinses
  2. der Länge der noch verfügbaren Ansparphase

Zu 2. nur kurz: es sollte unmittelbar einleuchten, dass die Wirkung des Zinseszinseffektes umso größer ist, je länger die verbleibende Ansparphase ist. Beträgt diese, wie in obigem Beispiel, satte 22 Jahre, dann wird der Effekt dramatisch hoch sein. Stehen dafür hingegen nur ein paar Jahre zur Verfügung, dann kann der Effekt natürlich auch nicht richtig zur Geltung kommen. Bilanzierende müssen demnach also weitaus höhere Verbindlichkeiten in ihren Bilanzen ausweisen.

Aber jetzt zu 1., wo der Knackpunkt der ganzen Geschichte liegt. Je höher der gewählte Zinssatz, umso höher die Fähigkeit, einen Teil der Verbindlichkeit anzusparen (zumindest theoretisch). Und daher umso niedriger die ausgewiesenen Verbindlichkeiten in den Bilanzen per Ultimo 2007 oder 2008.

Wie wird nun dieser Zinssatz in der Praxis gewählt? – In aller Regel wird ein Mischsatz aus mehreren Realrenditen genommen, wie sie sich aus dem langjährigen Durchschnitt ergeben. Für Aktien sind das zB aktuell die genannten 5%, für Staatsanleihen rund 1-1,5% weniger, Unternehmensanleihen etwa 0,5% mehr als Staatsanleihen, usw. In welchem Verhältnis diese Raten im Kalkulationszins berücksichtigt werden, hängt von der Zusammensetzung des Portfolios ab, in welches der Ausgangsbetrag investiert wird. Besteht dieses nur aus Bonds, dann kann der kalkulatorische Zins logischerweise keine Aktienrenditen enthalten, besteht es nur aus Aktien, dann erkauft man sich die Möglichkeit eines höheren kalkulatorischen Zinses mit dramatisch höheren Volatilitäten im aktuellen Portfolio (aus dem man aber dummerweise die laufenden Pensionen bezahlen muss). In der Praxis sind daher die allermeisten Pensionsportfolios ein Mix aus etwa 50% Bonds, 30-40% Aktien und 10-20% “Alternative Assets” wie Hedge Fonds, Private Equity, Commodities und dergleichen.

Daraus ergibt sich, dass die Zusammensetzung des kalkulatorischen Zinssatzes im wesentlichen von Bond- und Aktienrenditen bestimmt wird. Real, wohlgemerkt, also nach Abzug von 2-3% Inflation p.a.

OK, dies alles vorausgeschickt, hier nun unser Problem: falls sich eines Tages die Erkenntnis durchsetzen sollte, dass reale Renditen auf Pensionsportfolios nicht mehr 5% und mehr betragen, sondern lediglich bei 2-3% liegen, dann werden aus unseren obigen 100 Millionen in der Bilanz 2008 nicht mehr 34, sondern ganze 52-65 Millionen.

Jedem klar, was dann passieren wird?

Wobei: eine derartige Anpassung würde nicht auf einen Schlag erfolgen und ziemlich sicher auch nicht über die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht werden, sondern direkt ins Eigenkapital. Aber die betroffenen Firmen hätten von letzterem in jedem Fall plötzlich sehr viel weniger, als davor. Einige müssten darob Rekapitalisierungsrunden fahren, andere würden schlicht pleite gehen.

Insoferne sind Schlagzeilen wie die obige zum S&P500 mit Argusaugen zu beobachten. Falls aus solchen einzelnen “Dekaden” plötzlich längerfristige Trends werden, dann haben wir ein Problem, gegen das sich die aktuelle Kreditkrise ausnehmen wird, wie ein erfrischendes Lüftchen an einem lauen Sommerabend.

The Good News, however: bis dahin haben wir noch ein wenig Zeit. Und wer weiss, vielleicht kommt es auch gar nicht dazu, weil wir den Kapitalismus schon vorher an die Wand fahren …

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1 Matze Juli 9, 2008 um 11:30

Dieses Dilemma hat Warren Buffett in seinen Shareholder Letter’s sehr gut
Diese Annahme führt ausserdem dazu, dass der Dow Jones im Jahr 2099 bei rund 2.000.000 Punkten stehen wird…

Ab Seite 18f.
http://www.berkshirehathaway.com/letters/2007ltr.pdf

ich kann übrigens jedem der sich nur ein bisschen für “vernünftiges” Investieren interessiert die gesamten Shareholder Letters empfehlen – Im Grunde ist dort die gesamte Strategie von Buffett “haarklein” erklärt;

2 goodnight Juli 9, 2008 um 11:55

@Weissgarnix

“Es dürfte bekannt sein, dass langfristige Schulden wie ”

=>Nope, jetzt bin ich aber irritiert, Weissgarnix, alter Controller, sowas wie “Schulden” sagt man nicht…wenigstens nicht außerhalb des betriebsinternen E-Mail-Verkehr…nope, das nennt sich cash incentives für die Mitarbeiter oder schlimmstenfalls Rückstellungen, aber nicht doch “Schulden”, nee Schulden sind was ganz anders, sowas haben nur die anderen ;-)

“Schlagzeilen wie die obige zum S&P500 mit Argusaugen zu beobachten”

=>Nope, die großen Pensionsfonds sind doch nicht blöde, die sind …äh…böse, böse, böse…die versauen gerade den commodity-sektor…und meine Rendite ;-( Nope, die investieren ja nicht nur im S&P 500, keine Sorge.

“Jedem klar, was dann passieren wird?”

=>Yep, sprach meine Wenigkeit nicht mal von Demografie als MOAD (Mother off all Dooms)? Na, und keiner wollte es hören :-(
Das Thema Pensionsrückstellungen war ja schon vor 5 Jahren auf der Agenda…egal, das ist in Deutsche Land ein Tabu-Thema, weil da ja unsere Eltern irgendwie Thema sind, verdammt ;-)

“The Good News, however: bis dahin haben wir noch ein wenig Zeit.”

=>Yep, verlassen wir uns einfach auf den hundsgemeinen Kapitalisten…und die noch hundsgemeineren Juristen ;-) , d.h. zum einen gibts da Konstruktionen wie CTA, d.h. das ganze Gedöns erscheint garnicht in der eigenen Bilanz….und die, die nicht clever genug waren, die Pensionsgelder über ne off-shore-Rumpf-Zweck-Gesellschaft-Verein-Stiftung-whatever laufen zu lassen, die werden am Tag X einfach alles wesentliche outsourcen und den dann leeren Mutter-Konzern zusammen mit den Pensions-Verpflichtungen verhökern oder direkt in die Insolvenz schicken….oder vorher einfach nee neue “fair value”- Klausel entwickeln…Easy going…

“You want to know something funny? You actually made me think about the law. I managed to go through three years of law school without doing that.”
Mitch (the firm)

3 VolkswirtBLN Juli 9, 2008 um 12:16

Die Frage, die man stellen muß: in welcher Höhe sind reale Renditen langfristig zu erwarten? Sind Unternehmensgewinne als Anteil am BIP mean reverting? (Meiner Meinung nach ja!) Inwieweit läßt sich zukünftiger Konsum mittels Krediten in noch größerem Umfang vorfinanzieren? (wird m.M. sehr schwierig werden)

Wenn man dies alles Zusammenfaßt, dann kann es durchaus in 2018 heißen: The 2nd lost decade…

4 Christian Wagner Juli 9, 2008 um 12:20

Also ich glaube, Du bringst da Bilanzierung und wirtschaftliche Auswirkungen etwas durcheinander, unabhängig davon, ob ich mich in der HGB-, IFRS- oder US-GAAP Rechnungslegung befindet.

Zwar ist es schon so, dass für die Barwertberechnung, d.h. Abzinsung der Rückstellungsverpflichtung ein realistischer Rechnungszins (ab 2009 gilt dies dann auch für HGB, in der Vergangenheit waren dies gemäß EStG 6%), herangenommen werden muss. Dies ist aber erstmal eine bilanzielle Betrachtungsweise der Ertragslage. Hintergrund ist der, dass zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Pensionsrückstellung, d.h. wenn aus der Anwartschaft ein echter Anspruch auf Pensionszahlung entsteht, aus der RENTENZAHLUNG kein echter Betriebsaufwand mehr enstehen darf. Ich spreche aber hier von Aufwand, und nicht davon, ob genügend Vermögen vorhanden ist.
Die Vetrachtung der Vermögenslage geschah ja zum Zeitpunkt der vorjährigen Bilanzierungsjahre, nämlich dahingend, dass das Vermögensasset bewertet und bilanziert wurde. Sprich: Fallen die Aktien oder Zinspapiere in den Keller, müssen sie abgeschrieben werden.
Somit begehst Du nen Gedankenfehler, nämlich dahingehend, dass Du für die Barwertberechnung die laufende Rendite und die negative Rendite aus Abschreinbungen der Assets saldierst. Über den Gesamtlaufzeitraum mag Deine Betrachtung richtig sein, zwischen den Jahren darfst Du aber eben nicht die Rendite bzgl. laufender und “außerordentlicher” Rendite (Abschreibungen) für die Barwertberechnung saldieren.

5 VolkswirtBLN Juli 9, 2008 um 12:40

@ Wagner

Das Problem ist nicht die Abschreibung, sondern wenn ich die nächsten 10 oder 20 Jahre keine 6% oder 7% reale Rendite auf Aktien bekomme, sondern vielleicht nur 3% oder 4%. Dann muß ich meine Ansparsumme drastisch erhöhen, um am Ende das gleiche Vermögen zu haben. Die Folge ist dann, dass ich z.B. bei Rentenversicherungen entweder mehr einzahlen muß oder weniger rausbekomme.

6 Christian Wagner Juli 9, 2008 um 13:01

@VolkswirtBLN

Schon klar. Aber seh´s doch auch mal anders. Die laufenden Renditen steigen (bei Zinspapieren), Richtung Junk-Bonds-Status. Da freue ich mich als Bilanzleser jahrelang, denn der Kostenanteil (nicht Zinsanteil – aber den bekomme ich ja auch auf´s Konto gutgeschrieben) ist sehr niedrig. Kurz vor Betriebsrente sagt dann Vater Staat: I.O.U – viel eingezahlt, nix kriegste ;-)

Unabhängig davon sprach weissnix von den bilanziellen Folgen, und sie sind nun in seiner Ausführung nicht vollständig korrekt.

7 weissgarnix Juli 9, 2008 um 14:11

@Christian Wagner

Die laufende Rentenzahlung steht überhaupt nicht zur Debatte, sie ist übrigens weder nach GAAP noch nach IFRS erfolgswirksam. Selbst im HGB ist sie nur bei “falscher” Verbuchung (die aber in der Praxis sehr häufig zu finden ist) teilweise erfolgswirksam.

Zudem interessiert in der Praxis nur die Vermögens- und nicht die Erfolgsbetrachtung. Dies alleine schon deshalb, weil in die G&V nur “normalisierte” Beträge für a) den Zuwachs der Anwartschaften und b) die kalkulatorischen Zinsen gebucht wird, jeglicher Rest wird direkt mit dem Eigenkapital verrechnet (zB Wertänderungen beim Pensionsvermögen).

8 martin Juli 9, 2008 um 14:54

Vor einigen Jahren konnte man noch Wald für’n Appl un’n Ei kaufen,
wär sicher die bessere Anlage gewesen. Also alles geht in die Sachwerte – und wenn alles in die Sachwerte geht, dann aber flott
mitmachen: denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

9 Christian Wagner Juli 9, 2008 um 14:59

Trotzdem: Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Du vergleichst ne betriebliche Erfolgsmessung (dafür gibt´s ne GuV) mit dem Vermögensausweis (Bilanz).
Hintergrund einer zinsgerechten Bewertung der Pensionsrückstellung soll sein (was nach gutem alten HGB nicht immer der Fall war, denn wann habe ich in den letzten Jahren 6% Zinsertrag auf meine Assets bekommen?), dass zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Pensionsrückstellung sämtliche Rentenzahlungen das betriebliche Ergebnis nicht belasten und zwar (theoretisch-rechnerisch bis der Berechtigte in die Grube springt). Will sagen, das was über den Aufwand gebucht wird als Rente (Lohn+Gehalt) wird “finanziert über eine entsprechende Auflösung der Pensionsrückstellung (Buchungssätze unterlasse ich hier mal – nicht jeder hier ist Buchhalter). Wenn´s gut läuft, ist bei der “Deadline”, sprich Ableben die Rückstellung verbraucht. Das heißt: zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Pensions muss der ganze, künftige AUFWAND (nicht Kapital!!!!) der Höhe nach in der Pensionsrückstellung enthalten sein. Ist das nicht der Fall, dann tritt irgendwann im Zeitpunkt X der Umstand ein, dass eben die Rückstellung verbraucht ist, und dann laufende Rentenzahlungen das betriebliche Ergebnis belasten. Dann stimmt quasi die Erfolgsrechnung der vorangegangen Jahre nicht. Das war´s und ist alles.

Eine Verrechnunng von Rückstellung und Pensionsvermögen (sog. Plan-Assets) sind nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich (wenn zB sog. CTA-Vermögen – wer nicht weiß was das ist soll bitte googeln). Ansonsten gibt es zB keine Verknüpfung zwischen zB ner Aktie und der Rückstellung. Du musst als Unternehmen ja nicht mal eine Aktie halten. Die Rentenzahlung kannst Du zB aus den liquiden Mitteln zahlen. Ausgabe ist nicht gleich Aufwand!

10 weissgarnix Juli 9, 2008 um 15:11

@Christian Wagner

Ich will das hier nicht in eine BWLer-Diskussion abdriften lassen, daher mein letzter Kommentar zu dem Thema:

Periodenaufwand und Erfolgsrechnung sind davon selbstredend tangiert, stehen aber definitiv nicht im Vordergrund. Nach GAAP als auch IFRS ist eine Verbindlichkeit definiert als der Barwert zukünftiger negativer Cash Flows. Dieser ist – gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Plan assets zu passivieren. Punkt. Schluß.

Was interessiert mich da noch die Erfolgsrechnung? Zumal ich Dir doch gerade eben schrieb, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil des zukünftigen Aufwands nicht über die G&V sondern direkt in das OCI, sprich das Eigenkapital gebucht wird. ZB Änderungen in den Werten der Plan Assets nach bestimmten Rules.

Die “Erfolgsrechnung” selbst ist im HGB, GAAP, IFRS und jedem Bilanzstandard der großen weiten Welt ein Unterkonto des Eigenkapitals, nichts weiter. Wir reden also in letzter Konsequenz IMMER über einen Vermögensstatus.

Verstehe daher ehrlich gesagt nicht, worauf du mit deinen Ausführungen hinauswillst. Aber wie gesagt, das werde ich hier auch nicht weiter vertiefen.

11 Eskimo Joe Juli 9, 2008 um 15:40

Selbstversorger ist die beste Rendite. Wenn Ihr ein Häuschen mit Garten habt, habt wisst Ihr was zu tun ist. Ich habe meine Mami überzeugt, dass ich im Spätsommer im Garten mehrere Aronia-Sträuche pflanzen darf. Aronia ist eine Heilpflanze und besser bekannt als Apfelbeere/strauch.
Die Aronia beinhaltet Zucker, Säure, Pektin, Gerbstoffe, Vitamine C, B1 und B2, Provitamin A, Folsäure, Anthocyane, Flavonoide und Ballaststoffe. Insbesondere der sehr hohe Gehalt an Anthocyanidinen in der Beere schützt den Menschen, indem diese freie Radikale binden.
Ein Allheilmittel sozusagen. Und die Pflege der Aroniapflanze ist nichts besonders aufwendig.
Eine Investition in Gartenkunde- und Pflege lohnt sich, denn wen sich Geld in Luft auflöst eines Tages muss ich meine Jäger- und Sammler Instinkte wieder aktivieren bzw. reaktivieren.

12 mylli Juli 9, 2008 um 15:55

@ weissgarnix

deine realen Renditen kommen mir ein bisschen hoch vor bei den Anleihen: Staatsanleihen real 3.5 bis 4%, wo gibts (gabs in den letzten Jahren) denn bei uns sowas?

Werden bei der realen Betrachtung des S&P die Dividenden berücksichtigt? Eigentlich ist er ja ein Preisindex, oder?

Beim DAX sind ja die Dividenden schon drinnen, wenn bis 2010 nichts weitergeht mit den Aktien, dann gibt es sogar nominal inklusive Dividende im 10-Jahres Vergleich ein Minus!

13 Michael Juli 9, 2008 um 17:39

Ich will es auch nicht abdriften lassen, die Pensionsverpflichtungen des Bundes sind anteilig garantiert nicht geringer, von Frankreich ganz zu schweigen. Deshalb haben wir doch den Euro gekriegt, die Franzosen sagen, die Krauts sind schuld, die Krauts meinen, aber nicht ohne Froschschenkel. :-)

Warum wird denn seit geraumer Zeit “Tafelsilber” angefangen bei Telecom und Post verscherbelt ? “Warum werden real die Renten gesenkt ? Die Betrachtung von Weissgarnix trifft sehr genau ein Kernproblem. Ebenso wissen die Knülche, warum sie den Ölpreis hochtreiben. Nix mit Öko und CO2-Schnulli, das Problem heißt fehlendes Geld und Inflation. DOW 2.000.000, klingt nach Lira und stimmt, aber auch DAX in Dollar gerechnet 2.000.000 heißt €/$=1, Gold gleich … :-)

14 weissgarnix Juli 9, 2008 um 18:00

@mylli

Du hast recht, für den Euroraum wären diese Renditen wohl etwas zu hochgegriffen. Ich zitiere in Pensionsdingen meistens UK-Werte, weil dort sitze ich bekanntlich im Board eines solchen Fonds. Daher sind mir die dortigen Parameter so aus dem Stehgreif eher geläufig.

15 m.dietz Juli 9, 2008 um 21:46

Wie würde ich als Rentenfonds agieren ? Natürlich überwiegend Staats – Anleihen, damit ist eine “lost decade” fast sicher. Rohstoffe ? Blanker Wahnsinn. Ganz vielleicht Uran und Gold/Silber. Immobilien, ja auch heute. Aktien ? Immer.

16 martinsgarten Juli 9, 2008 um 21:57

@ m.dietz
Wie würde ich als Rentenfonds agieren ?

hat der ein große Summe zu verwalten, möchte ich im Moment nicht in seiner Haut stecken. Er kann mehr falsch als richtig machen. Aus diesem Grund gehen mir Anlageempfehlungen auch am Allerwertesten vorbei. Ich bleibe bei Gold und Silber.

17 egghat Juli 11, 2008 um 15:26

Der S&P 500 in EURO hat die verlorene Dekade schon vor ein paar Monaten erreicht. Der steuert langsam auf 15 verlorene Jahre zu … Ich habe aber leider keine Möglichkeit, das zu berechnen … Und online gibt’s einen S&P 500 in Euro und langfristig nirgendwo

bye egghat

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