Auf Bloomberg lief vorhin ein Interview mit Martin Hennecke, Analyst der “Tyche Group” in Hong Kong. Er gelangt zur Ansicht, dass aufgrund der hohen US Staatsverschuldung ein wirtschaftlicher Kollaps in den USA womöglich nicht in die Deflation, sondern in die Hyperinflation mündet. Als Beispiel dient ihm die Weimarer Republik. Sein Fazit: Gold und Silber kaufen!
Das Interview ist kurz und knapp, deutsches Transkript hierunter von mir.
Quelle: Bloomberg.com
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Moderator
Martin Hennecke ist der Treasury Group Senior Manager der Tyche Group in Hongkong, herzlich Willkommen! Ich habe mir gerade einige ihrer Kommentare angesehen, und auch den Marktbericht, den sie mir vorab gegeben haben. Darin sagen Sie, sie erwarteten eine „Depression” in den USA. Wir sprechen also Ihrer Meinung nach nicht von „Rezession” sondern „Depression”. Nun, wie schlimm muss man sich das vorstellen?
Hennecke
Ja, genau. Nun, zunächst mal, „Rezession” in den USA ist ja keine Neuigkeit mehr. Jeder, der sich ein wenig auskennt, mit Ausnahme von Ben Bernanke, geht davon aus, dass sich die USA bereits in einer Rezession befinden …
Moderator
Nun, ja. Technisch gesehen ja natürlich nicht …
Hennecke
Doch, technisch gesehen sehr wohl. Ich meine, ich nutze für meine Aussagen ja keine manipulierten Inflationsraten. Und wenn man die BIP-Zuwachsraten auf die echten Inflationsraten umrechnet, dann befinden wir uns bereits in einer Rezession. Weil unter Berücksichtigung der echten Inflationsraten die realen Zuwächse längst nicht mehr so hoch sind, wie behauptet. Daher sprechen die meisten unabhängigen Analysten längst von Rezession, sogar Alan Greenspan sprach glaube ich kürzlich davon, dass sich die USA bereits in der Rezession befänden. Aber trotzdem, wir haben noch immer so hohe Schulden im System, 53 Billionen, wenn man alle privaten und öffentlichen Haushalte zusammenaddiert, dafür muss sich einfach noch eine Lösung finden. Daher glauben wir, dass es noch viel schlimmer kommen wird, vielleicht sogar schlimmer als 1929. Eben weil sich die USA in einem deutlich schlechteren Schuldenzustand befinden, als damals.
Moderator
Wenn sie von 1929 und der Großen Depression sprechen, dann Sie Arbeitslosigkeit von 30% und mehr, sowie himmelhohe Preise in Relation zu den Einkommen, etc.?
Hennecke
Nun, wenn sie sich die Daten mal ansehen, die Schuldenniveaus usw, dann werden Sie feststellen, dass die Situation schlimmer ist als 1929. Zudem ist der große Unterschied zu damals, dass heutzutage auch die Staatsfinanzen außer Kontrolle geraten sind. Es gab ja sogar einen Bericht der St. Louis FED, in dem es hieß, die USA wären unter Einrechnung aller bestehenden Zahlungsverpflichtungen bereits pleite, was einen Riesenunterschied zur Great Depression der 30er Jahre darstellt. Daher könnten wir diesmal tatsächlich eine Hyperinflation als Folge sehen, und keine Deflation wie in den USA der 30er. Also eine Situation ähnlich der in der Weimarer Republik der 20er Jahre.
Moderator
Wenn Sie Hyperinflation sagen, dann haben wir ja aktuell ein gutes Beispiel dafür in Simbabwe. Wobei es sich hier jedoch ursächlich um einen Zusammenbruch des Angebots aus politischen Gründen handelte. In der Weimarer Republik hingegen waren es im Prinzip die enormen Zahlungsverpflichtungen, die aus den Reparationszahlungen für den 1. Weltkrieg erwuchsen.
Hennecke
Es gab verschiedene Gründe, und die Reparationszahlungen waren natürlich einer davon, aber im Endeffekt führte das zu einer immensen Verschuldung. Schulden, denen man nicht mehr nachkommen konnte, die völlig außer Kontrolle gerieten. Und wenn Sie sich die Schuldensituation der heutigen USA vergegenwärtigen, dann kommen Sie zu ähnlichen Schlussfolgerungen, nämlich dass die Schulden ein Niveau erreicht haben, das nicht mehr bedienbar ist. Und darin ähnelt die Situation durchaus der der Weimarer Republik, und was jetzt im Einzelnen zu diesen Schulden geführt hat, spielt eigentlich keine Rolle. Und dieses Mal hat die FED auch kaum eine Möglichkeit einzugreifen, selbst wenn sie kompetent wäre: wenn sie die Zinsen erhöht, dann killt sie damit die Wirtschaft der USA, und das bringt den Dollar zum Einsturz. Und wenn sie die Zinsen nicht erhöht, dann killt sie gleich den Dollar und danach die Wirtschaft.
Moderator
Sie empfehlen denn Leuten nun, sich mittels Gold und zu einem geringeren Teil auch Silber gegen dieses Szenario abzusichern. In gewissem Umfang empfehlen sie auch, Lebensmittelvorräte anzulegen, um im Notfall die Versorgung sicherzustellen. Sie sind aber nicht so überzeugt von Energie-Investments. Warum?
Hennecke
Nun, da Energie zu einem guten Teil in der industriellen Produktion verbraucht wird und sich hier im Zuge einer Depression, nicht nur in USA sondern auch in Europa, ein Nachfrageeinbruch abzeichnet, sollten auch die Preise zurückkommen. Zumal hinsichtlich des Angebots das Bild nicht ganz so klar ist, keineswegs so klar wie beim Gold, von dem man sagen kann, dass sowohl Südafrika als auch Australien in der Produktion an ihre Grenzen stoßen.
Moderator
Leuten, die jetzt aufgrund ihrer Aussagen den Dollar verkaufen und etwa den Euro kaufen wollten, raten Sie aber davon ebenfalls ab. Warum?
Hennecke
Genau. Der Grund ist, dass wenn man nach Europa sieht, einige Länder in einem noch schlimmeren Zustand sind, als die USA. Nehmen Sie mal Spanien, das mögen die besten Fußballspieler sein, aber sie haben ein riesiges Zahlungsbilanzdefizit, schlimmer als in USA, und ihre eigene Housing Bubble, ebenfalls schlimmer als die amerikanische, und davon 97% zu variablen Zinssätzen finanziert. Oder nehmen Sie Frankreich. Frankreich hat im Prinzip zugegeben, pleite zu sein. Oder Griechenland. Das sind also alles keine Optionen. Edelmetalle sind daher die erste Wahl. Doch wie sie schon sagten, im Renminbi lohnt es sich vielleicht zunehmend auch, investiert zu sein, und jetzt, wo der chinesische Aktienmarkt korrigiert, sollte man vielleicht ein wenig Geld in chinesische Aktien stecken.
Moderator
Danke für das Gespräch.




















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Dieser Hennecke ist ein harter Brocken, vielleicht ein bißchen zu
forsch, aber wenn man das hier liest:
http://www.russland.ru/ruwir0010/morenews.php?iditem=10230
merkt man, daß da kein Schwätzer unterwegs ist. Die Bridgewater -
Bosse haben sich da keinen Monopoly – Spieler eingefangen, der
Mann ist wirklich gut ! Wie es ausschaut, werden noch einige
Bullen geschlachtet, bevor die Bären satt sind…
Es gibt ja auch nicht so viele Möglichkeiten, seine Schulden loszuwerden, wenn man defacto zahlungsunfähig ist, aber Gelddrucken darf. Alternativ bliebe noch die Möglichkeit, alle Schuldner zu enteignen. Als EZB oder Bund würde ich mir deswegen durchaus Sorge um das Häufchen Gold in den USA machen.
Letztendlich bleibt das Resultat aber das selbe: Wertverlust der Gläubiger.
Gewiß, Inflation ist das Paradies der Schuldner. Die Inflation wurde für derzeit 50 Staaten, dazu gehört Rußland, mit Steigerungen über 10 % angegeben. Das nennt man dann galoppierende Inflation. Der folgt u.U. die Hyperinflation, damit haben auch die Russen dank ihres Glaubens an einige Institutionen der Dollar-Szene (IWF, Weltbank) reichlich Erfahrung gemacht. Vor wenigen Jahren haben nämlich russische Kinder dank des Dollars auf Müllkippen nach Eßbarem gesucht. Sicher, das nächste Mal wird kein Gorbatschow, sondern eine Raketensalve Problemlöser sein.
Was Staatspleite in den USA oder im Westen angeht, ich wäre nicht sehr besorgt. Mit dem fiat money sind die Staaten, nicht nur Frankreich oder Griechenland, Spanien, von Italien und Japan ganz zu schweigen, auch Deutschland und Großbritannien lange pleite, und dieses Glibbergeldsystem hat immer noch nicht seinen letzten Atem ausgehaucht…
Sollte man da ängstlich sein, die immer mal wieder gescholtenen Bergvölker der Eidgenossen haben ziemliche Mühe sich vor Aufwertung zu drücken, das wäre der einzige entwickelte Staat, der nicht pleite wäre. Das Land ist nicht als Steuerparadies, sondern als Fluchtburg für von Inflationisten ramponiertes Geld weltweit der wichtigste Finanzstandort. Für Leute, die ihr Erspartes nicht gern durch die Schulden von Erdbeerpflückern, Ballerinen und Politclowns entwerten lassen wollen bietet sich also der Schweizer Franken an. Die Eidgenossen werden heftig dementieren.
Wir hatten mal einen Alu-Chip, äußerst preisstabil. Es gab kaum Lohnsteigerungen, die Preise für Lebensmittel waren konstant gering, Mieten und Hauspreise lächerlich, alles war knapp, die Welt war einheitlich grau, aber im Prinzip Null Inflation.
Es wäre eine Geschäftsidee im Raum südlich Leipzig, in auflässigen Tagebauen und Ruinen von Teerwerken, ein Erziehungslager für Linke einzurichten, nämlich die DDR im Kleinformat. Auch für Manager-Schulungen sehr instruktiv, damit die Knülche wissen, was sie anrichten, wenn sie Industrien auslagern.
Dann übernimmt nämlich zwangsläufig der Staat das Ruder und als logischer Schluß kommt so etwas wie die “gepriesene” frühere DDR raus, das angestrebte Europa im Kleinformat. Jede Wette, die Ostbezirke werden besonders instruktiv. Da braucht man unser Merkwürden nicht mal Wendehals nennen. Nur der Stasi 2.0 Kreator müßte sich fragen lassen, ob er nicht gerade Hochverrat begangen hat. Dafür wäre man im real existierenden nicht nur im Rollstuhl gelandet.
@Christian, welches Geld würde dir besser gefallen, das aus dem Arbeiter und Bauern “Paradies” (gerade für die war es keins) oder doch lieber solcher Schund wie der Dollar ? Der geht bestimmt unter, nö, er wertet halt ab, unwahrscheinlicher wäre auf.
hallo,
ich denke, dass dies auch hierherpasst, @wgn wird es schon kommentieren! Der BWL Bote hat ja manchmal etwas krude Ansichten!
Also Link: http://www.bwl-bote.de/20070814.htm
Viel Spass damit!
Otto
Ich setze lieber auf Dollar! Denn Ben Bernanke hat gesagt: “Der Dollar ist stark”!
Und an eine Rezession/Depression glauben sowieso nur Berufspessimisten!
Das überzeugt mich!
Gold wurde bereits einmal, vor vielen Jahrzehnten, von der US-Regierung physisch beschlagnahmt. Ist somit auch ein bißchen riskant.
@systa
mit Ausnahme historischer Münzen, die ich auch nicht empfehlen könnte, da zur Zeit überteuert.
@Dummschwätzer
die Rezession und Depression soll übler werden als die “Reformen” ? Das ich nicht lache. Dann kann unser aller Merkel schon mal ihr Blauhemd bügeln.
@Michael
Ich bin wohl Nostalgiker. D-Mark gefiel mir ganz gut, Franken habe ich. Ich habe nichts gegen Fiat-Money, aber bitte dann von gewissenhaften Leuten gelenkt, nicht so von US-amerikanischen und japanischen Clowns. Mir graut’s schon, wenn ich die Tips von diesem merkwürdigen japanischen “Finanzguru” höre.
Wie aber immer im Leben: Nutze die Möglichkeiten. Auch diese wird es in und nach der Krise geben.
@Michael
Ein bißchen Spaß muß doch sein, ihr alten Trauerschwäne
)
Von welchen Reformen redest Du (ich) da?
“die Rezession und Depression soll übler werden als die “Reformen” ?
Wobei das mit dem Franken auch so ne Sache ist. Sollte die UBS oder Credit Suisse doch mal ein wenig ernster in die Breduille geraten, hat die Schweiz auch fertig. Oder Sie lassen die beiden halt über die Klinge springen. Gut für den Fanken kurzfristig, nicht gut für die Schweiz als Finanzplatz und damit den Franken langfristig. Aber irgendeinen Tod wird man bei dem, was da kommt, wohl sterben müssen.
Endlich mal jemand der Klartext redet. Zu den direkten Schulden muss man noch die Rückstellungen auf Verpflichtungen addieren und dann kommt man auf 113 Billionen Dollar (z.B. Kranken – und Rentenversicherung).
Der Mann ist mir sehr sympathisch und unterstreicht die These für die nächsten “Monate Rette sich wer kann”.
So ist das nun mal wenn man keinen Weltkrieg,ein Dank an Otto Hahn, mehr führen kann.
Man wird restlos umdenken müssen,ob man da zu fähig ist ?schaun mer ma.
Wie sagte einst Keynes? “Langfristig sind wir alle tot”. Nun denn
Also ich hab mir während meines Urlaubs das Buch “Die Goldverschwörung” zu Gemüte geführt. Da wird auch sehr gut beschrieben, dass der bestehende Verschuldungsgrad (Stand 2003!!!) Ausmaße erreicht hat, die eine Tilgung der Schulden unmöglich macht. Also unabhängig ob dieses Problem über eine Inflation oder wie in Argentinien über eine Tilgungsweigerung erfolgt – das Fiat-Money ist weg! Ob Gold das Problem 100% löst weiß ich nicht, denn in den 80iger-Jahren kostete die Unze Gold schon mal 820 Dollar. Wer da gekauft hat und bis heute das Gold gehalten hat, hat zwar nominal immer noch 820 Dollar (bzw. momentan über 900 Dollar), aber fragt euch mal, was vor knapp 30 Jahren der Dollar wert war!
Zum anderen: Wie ein Vorredner schon erwähnt hat: Goldbesitz war z.B. in den USA schon mal verboten, Vietnam hat gerade ein Goldimportverbot verhängt, weil die Bevölkerung aufgrund der galoppierenden Inflation momentan massig am Goldkaufen ist.
Ich denke mal, wir brauchen bei den Regierungen und bei den Zentralbanken ein Umdenken in der Währungspolitik (Einschränkung der Geldmenge, ob über Gold oder sonstwie, keine Ahnung). Aber solange das nicht geschieht, werden wir leider zusehen müssen, wie unser Geld immer weniger wert wird. Aber Geld ist ja nicht alles *lol*.
@otto
Der BWL Bote ist leider fachlich nicht korrekt. Er begeht eine allgemein verbreitete Dummheit, indem er den Begriff Buchgeld verwendet. Dieser fügt die Begriffe Buchung und Geld zusammen. Also entweder man bucht Geld (das man hat oder nicht hat – Passiva/Aktiva) oder man meint einfach Geld (M0/1). Die EZB kennt den Begriff Buchgeld nicht, und das ist gut so. Lassen wie die Laien und Spinner weiter damit Verwirrung stiften!
Nur einmal zur Klarstellung: Eine Hyperinflation entsteht nicht von selbst, sondern ist – zumeist aus der Not geboren, seltener mit politischer Absicht – eine uferlose Ausweitung der Geldmenge durch die Zentralbank. Kein anderer Akteur kann eine Hyperinflation auslösen als die Institution, die für die Geldversorgung zuständig ist. Warum druckt eine Zentralbank wie verrückt Geld, das durch nichts mehr – nämlich die Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft – gedeckt ist? Weil sie Forderungen bedienen will, zumeist Staatsschulden, die anders nicht mehr beglichen werden können (Weimar 1919-1923 und nicht in den 30er Jahren). Die Folgen sind aber bekannt: Zerrüttung des Geldsystems, Zerstörung der Wertschöpfungsketten in der Volkswirtschaft, Enteignung der Gläubiger, sozialer Verfall, politische Unruhen. Nun haben die USA ohne Zweifel ein Verschuldungsproblem, mit diesem Begriff lässt sich durchaus die US Misere zusammenfassen. Nur warum sollte ein verantwortlicher Politker in der US Regierung oder in der FED eine Hyperinflation in Gang setzen, wenn die desaströsen Folgen jedem klar sein müssen? Außerdem kann zur Zeit keineswegs von einer uferlosen Ausweitung der Geldmenge geredet werden. FED und EZB sind zwar mitverantwortlich für die Spekulationsblasen an den Rohstoffmärkten, weil sie die Investoren flüssig gehalten haben. Das sorgt für den Preisdruck an den Märkten, aber es sind bis heute noch nicht einmal die berüchtigten Zweitrundeneffekte zu verzeichnen. Vor allem die Konsumenten mit niedrigen und mittleren Einkommen leiden unter dem Verfall ihrer Kaufkraft – und der wird eben nicht durch den Schein steigender nominaler Einkommen psychologisch gemildert. Die Inflation bedeutet also heute wegen steigender Preise Einkommensverluste. Wie soll das mit einem Hyperinflationsszenario zusammenpassen, wo bis zum Kollaps des Währungssystems die geldpolitische Illusion aufrecht erhalten wird, dass es diese Einkommensverluste gar nicht geben würde? Die absolute Höhe der Verschuldung ist übrigens auch nicht das Problem. Hier unterliegen die meisten Beobachter offensichtlich der Magie der großen Zahlen. Es geht immer um die Relation der Verschuldung zum BIP. In der Beziehung ist der US Staat keineswegs überschuldet, sondern bewegt sich in etwa auf dem deutschem Niveau. Es gibt also keinen Grund, eine Hyperinflation zu befürchten, außer wenn man zur Konservendosenfraktion gehört … . Nur selbst wenn es keine Hyperinflation geben wird, heißt das eben noch lange nicht, dass die Krise deshalb harmlos zu nennen wäre. Sie ist der gravierenste Einschnitt in der Geschichte des modernen Kapitalismus seit 1929. Aber die Debatte um Hyperinflation und ähnlichen Unsinn verstellt den Blick auf die wirklichen Probleme.
Christian Wagner
In unserem Wirtschaftssystem ist es immer unmöglich, alle Schulden zurückzuzahlen … es beruht auf Kredit. Das Problem in einer Krise ist nicht, ob alle Schuldner die Gläubiger befriedigen können … Das ist noch nicht einmal in Boomzeiten der Fall. Es geht immer darum, dass in einer Krise die Zahl der bankrotten Schuldner überproportional ansteigt und damit eine Abwärtsspirale auslösen, die diesen Prozeß der Überschuldung weiter beschleunigt. Eine Krise hat dabei ein Janusgesicht. Zum einen muss (und kann) der Staat diesen Abwärtstrend stoppen, indem er es durch eigenes Handeln gar nicht erst zur Liquiditätsfalle kommen läßt. Zum anderen aber hat eine Krise eine positive Funktion. Sie bereingt die im Boom aufgebauten Disproportionalitäten in einer Volkswirtschaft. Das Problem der USA ist zur Zeit wie sie beides miteinander verbinden. Also die Abwärtsspirale zu begrenzen (stoppen kann man sie nicht mehr) wie auch den Bereinigungsprozeß im durchgeknallten Finanzsektor laufen zu lassen. Bisher war das Problem, dass die Bereinigung im Finanzsektor den Zusammenbruch der Volkswirtschaft bedeutet hätte. Das wird aber nicht zu bleiben: Denn mit der Krise sinkt auch die Bedeutung des Sektors für die Volkswirtschaft. Wir sind mitten in dem Prozeß der Entschuldung via Abschreibungen etc. Das ist ja bei den Banken gut zu beobachten. Alle sind begeistert, wenn sie nicht bankrott anmelden müssen … . Das gilt heute schon als eine gute Nachricht. Mit ihrer schwindenden Bedeutung sinkt aber auch das systemische Risiko eines Zusammenbruchs. Und dann kann man – und das wird auch in Zukunft passieren – diese Banken in den Bankrott gehen lassen. Wie ein ganz normales anderes Unternehmen auch.
@Otto
Ich habe mir das da bei diesem BWL-Boten mal kurz durchgelesen.
Seine Darstellung per se stimmt soweit, da gibt’s kaum was zu rütteln. Ob er das Geld der Geschäftsbanken nun “Buchgeld”, “Giralgeld”, “Forderung auf Geld” oder sonstwie nennt, ist mir persönlich, ganz ehrlich, völlig egal. Meinen tut er scheinbar das richtige.
Zu seinen Schlußfolgerungen sollte man aber ergänzen:
1) die EZB hat natürlich ein reines “Zentralbankgeld-Aggregat”, es nennt sich M0. Es unterscheidet sich von der Definition der SNB lediglich dadurch, dass es auch Zentralbankguthaben der GBs inkludiert, die von diesen jederzeit in Bargeld umgewandelt werden können. Und M0 ist nicht additiv zu M1, M2 usw, weil letztere ausdrücklich keine Geldpositionen beinhalten, die innerhalb des Bankensektors gehalten werden.
2) Bei seiner “Hyperinflations”-Betrachtung lässt er außer acht, dass alle diese Darlehen, die hinter der Geldmengenexpansion stehen, ja irgendwie bedient werden müssen. Kräftig inflationiert kann daher nur werden, solange einzelne Darlehen nicht fällig sind. “Fehlt” dieses Geld aus irgendeinem Grund bei denen, deren Darlehen zur Tilgung anstehen, dann gibt es zwei Möglichkeiten:
a) es wird weiter aufgeschuldet, um damit alte Darlehen zu tilgen. Und das vielleicht mehrmals hintereinander -> dann nimmt das ganze krass inflationäre Züge an
b) es wird nicht weiter aufgeschuldet, und die Gläubiger des alten Darlehens müssen abschreiben. -> dann haben wir eine klar deflationäre Entwicklung
Womit wir direkt in unserer kleinen, aktuellen Subprime-Show wären (der identische Verweis des BWL-Boten ist da schon ganz richtig).
2 Szenarien dafür:
a) sollten tatsächlich größere Kredite ausfallen und einzelne Gläubiger ruinieren, und Domino-Effekte innerhalb des Kreditsektors eintreten, dann wäre das ohne wenn und aber hochgradig deflationär (= Dottores Game over)
b) sollte der Staat, die Zentralbanken oder wer auch immer das verhindern wollen, und mittels Neukrediten die alten vor dem Absturz bewahren, dann wäre das (zunächst) hochgradig inflationär. Die Betonung liegt auf “zunächst”.
Szenario b) läßt sich noch in 2 Unterfälle unterteilen, die für die Praxis der nächsten Monate und Jahre vermutlich kriegsentscheidend sein werden (ich glaube bekanntlich nicht so richtig an Szenario a):
ba) Die Neukredite, die hierfür erforderlich sind (es wird sich dabei um nicht geringe Summen handeln, vermutlich 500Mrd Dollar aufwärts), werden durch echte “Investoren” beschafft, sprich irgendwelche spinnernden Zentralbanken in China und Nahem Osten, die partout T-Bonds zeichnen wollen. Dann würde die sich daraus ergebende Inflationswelle eher schaumgebremst ablaufen. Und der Dollar würde wahrscheinlich auch nicht gleich kollabieren. Und bis zum finalen deflationären Kollaps dauert’s noch ein paar Jahre.
bb) Die erforderlichen Neukredite können nicht durch Investoren aufgebracht werden, sondern US Treasury und FED fahren exakt die Nummer, die Bernanke in seiner 2002 Rede (“Printing Press”) schon mal in den Raum gestellt hat: das US Treasury begibt Anleihen direkt an die FED, ohne Umweg über den Kapitalmarkt. Das würde meiner Meinung nach den Dollar unmittelbar in das 15 Stockwerk unter Tage schicken und die Inflation in USA auf 2-stellige Werte. Dieser Zustand hielte aber aller Erfahrung nach nur ein paar Monate an, dann wäre endgültig tabula rasa.
Das Szenario bb) ist im Prinzip das von Hennecke oben. Es ist auch das, was Minsky als ultimatives Schicksal des Kapitalismus zumindest implizit skizziert hat. Es ist deshalb für mich keineswegs reine Science Fiction.
Meine persönliche Meinung: ich glaube nicht, dass Regierungen und Zentralbanken die Chuzpe haben, Szenario a) einfach mal so eintreten zu lassen. Ich glaube aber ebenfalls nicht, dass sie so blöd sein werden (weil so blöd kann eigentlich keiner sein, noch nicht mal Politiker und Zentralbänker), unmittelbar Szenario bb) herbeizuführen. Meine These daher (übrigens von anfang an, siehe meinen Post “Roubini goes PCM” hier oder im Goldseitenforum): wir werden zunächst ein Zwischenspiel aus ba) und bb) erleben.
Um nochmal zum BWL-Boten zurückzukommen: aus seiner reinen Giralgeldbetrachtung wird sich meiner Überzeugung nach keine Hyperinflation entwickeln lassen, sondern die liefe am Ende eher deflationär ab. In dem Moment aber, wo einer kommt und sagt “We will not let you fail”, sagen alle artig “Danke!”, und das ganze Spiel nimmt hochgradig inflationäre Züge an.
Grosso modo aber kein schlechter Beitrag. Grundsätzlich muß man alles begrüßen, was sich im deutschsprachigen Web derlei Themen in klarer und verständlicher Sprache annimmt, sodaß die Leute wenigstens eine Ahnung davon kriegen, was auf sie zurollt. Über Details kann man immer streiten, aber das ist ja hier nicht der Punkt.
@ f. lübberding
dass in unserem Wirtschaftssystem (Währungssystem) es unmöglich ist alle Schulden auf einmal zu begleichen bezweifle ich. Ein Tastendruck genügt, und schon ist die erforderliche Geldmenge M2/M3 gegeben, im Zweifelsfall geht halt Trichet in den Keller und druckt buntes Papier wie ein wilder Ochse. Das Inflationsproblem kommt nicht dadurch, dass gerade in USA jede Menge Menschen ihre Kredite nicht zurückzahlen können, sondern dadurch, dass die FED Geld (Kredite), welches als Buchgeld nicht mehr vorhanden ist, da enstprechende Forderungen unwiderbringlich ausgebucht werden müssen, aufkauft und durch US-Papiere ersetzt. Auf einen Schlag hat sich diese entsprechende Geldmenge verdoppelt, da nun die FED ihrerseits die “abzuschreibenden” Forderungen (Geldmenge) hält. Was durch diese Geldvermehrung ensteht sehen wir ja derzeit.
Anders bei einer Goldgedeckten Währung. Da kannst du eben nicht die Geldmenge ungedeckelt erhöhen, denn jeder Kredit erfordert ja eine entsprechende Auszahlung in harter Währung (ob Gold oder in verbrieften Geld). Und diese Menge ist begrenzt durch das von der entsprechenden Zentralbank gehaltenen Goldmenge.
Ich behaupte mal, dass das systemische Risko immer stärker anwächst, denn die Geldmenge wächst und wächst, allein schon aufgrund des Faktors Zinseszins. Ob wir das durch Hyperinflation erleben oder durch Zahlungsweigerung des größten Schulderns, den Staat, ist eigentlich egal. Das sauer ersparte Geld ist so oder so weg! Über die volkswirtschaftlichen Schäden hieraus brauch wir glaube ich nicht diskutieren.
@f. lübberding
Danke für den Hinweis auf meinen “30er”-Tippfehler, natürlich muß es heissen “20er”. Zeigt, dass ich eindeutig mehr in “Deflation” und “Great Depression” denke, als in “Hyperinflation”.
Die Antwort auf Ihre Frage liegt aber auf der Hand: die FED druckt Geld, um den Bail-Out zu bezahlen, der eventuell demnächst zu bewerkstelligen sein wird müssen.
Natürlich wird Bernanke nicht so blöd sein, und sich die Treasuries direkt bei Paulson aholen und ihm dafür Greenbacks in die Hand drücken. Aber welches Geistes Kind unser kleiner HeliBen ist, hat er doch klar und unmissverständlich in seiner 2002er Rede (“the US government has a printing press”) dargestellt. Man sollte seinen Worten durchaus Glauben schenken, immerhin gilt er als der größte “Scholar of the Great Depression”, nicht wahr?
Die Alternative ist der Crash. So einfach ist das. Und Hennecke hat in einem Punkt jedenfalls recht: ein total verschuldetes Federal Government ist DER große Unterschied zu 1930.
Das führt zu der interessanten Situation, dass zwar die US Regierung diesesmal die Größe und den Einfluß auf das US GDP besässe, um wirklich was zu bewerkstelligen. In den 30ern war das bekanntlich ja nicht so, der Anteil der US Regierung lag da bei <10% des BIP.
Problem aktuell ist aber, dass die USA ihr Pulver weitestgehend verschossen haben. Ein großangelegter Bail-Out, verbunden mit einem üppigen fiskalischen Stimulus (vgl. Programm McCain, wobei er ja über Peanuts redet), muß von irgendwem bezahlt werden … von wem? Weiterhin den treuen Freunden aus China und Mittlerem Osten?
Kann ich mir nicht vorstellen.
@weissgarnix
“Ein großangelegter Bail-Out, verbunden mit einem üppigen fiskalischen Stimulus (vgl. Programm McCain, wobei er ja über Peanuts redet), muß von irgendwem bezahlt werden … von wem? Weiterhin den treuen Freunden aus China und Mittlerem Osten?
Kann ich mir nicht vorstellen.”
Hm, gute Frage – meinerseits keine eindeutige Antwort drauf. ABER: was glaubst du, warum insbes. der Nahe Osten gerade seine Infrastruktur gewaltig ausbaut, derzeit läuft ja wieder ein Megaprojekt in Dubai unter maßgeblich deutscher Führung. Tjo, und diese Unternehmen werden schön mit Petrodollars bezahlt, d.h. die Saudis haben reale Werte bekommen, wir haben die Dollars. Schön, oder?
Nur kurz: Wo ist das Problem bei einem Crash? Ein Crash – etwa wie am Aktienmarkt, der mir keineswegs überverkauft erscheint -ist ein Teil des Anpassungsprozesses. Wenn es übrigens an den Aktienmärkten dazu kommen sollte, kann die von der FED ausgelöste Liquiditätsschwemme ja kaum so gigantisch gewesen sein … . Ein Crash bedeutet eben nicht den völligen Zusammenbruch im Sinne des game over. Es müssen lediglich einige Leute ihre Gewinnerwartungen aus ihren Finanzanlagen reduzieren. Gesamtwirtschaftlich gesehen, ist diese Entwicklung durchaus plausibel. Man könnte sie sogar als einen Hinweis auf die Gesundung des Systems betrachten, aber diese Sichtweise wird man wohl nur mit einem gewissen Abstand zur Investorenperspektive haben können … . Im übrigen spricht der Crash auch eher für eine misslungene Inflationierungspolitik. Ansonsten sollten sich die Aktienmärkten zu Beginn der Inflationierung stabilisieren, denn zu diesem Zeitpunkt hat sie ja durchaus noch positive Effekte – sowohl bei der Nachfrage als auch bei den Einkommenserwartungen. So war das übrigens auch in Deutschland nach 1919. Als die USA und GB in der Nachkriegsdepression waren, gab es in Deutschland einen kurzen Boom – vor dem Game over der alten Reichsmark.
“…..Ansonsten sollten sich die Aktienmärkten zu Beginn der Inflationierung stabilisieren, denn zu diesem Zeitpunkt hat sie ja durchaus noch positive Effekte…..”
Ich möchte den Gedanken mal weiterspinnen. Ich kann mir mit inflationiertem Geld günstig Unternehmensanteile kaufen, denn grds. stellt der Unternehmenswert die Differenz zwischen Vermögen und Schulden, abzüglich dem Eigenkapital dar. Da es sich hier um Buchwerte handelt, halten die nicht Gleichklang mit der Steigerung der Geldmenge. Da ich bei einem Unternehmenskauf ja Sachwerte kaufe, wäre es doch nicht schlecht in der “Endphase” einer Inflation sehr hochverschuldete Unternehmen zu kaufen. Die Aktiva wird da bei den Sachwerten (Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, etc.) nicht weginflationiert, die Schulden schon. Auch kann der Aktienindex zum mindest teilweise mit der Inflation mithalten (außer bei einer schweren Inflation).
Ich schrieb dir im Februar im GS-Forum:
Ein entscheidender Faktor für das Fernhalten von Inflation aus dem Wertschöpfungssegment ist die Absorption der Neuverschuldung durch den Finanzmarkt und den Vermögensmarkt. Dies deshalb, weil eine Neuverschuldung des Nicht-Finanzsektors, auch wenn sie in Form der Beleihung / des Verkaufs von verbrieften Sicherheiten erfolgt – sofern diese vom Finanzsektor aufgekauft werden – zunächst einmal eine Giralgeldschöpfung bedeutet. Dieses neu geschöpfte Giralgeld muss dann wieder “vernichtet” werden, um es vom Wertschöpfungssegment fernzuhalten. Die neu in den Markt kommenden Schuldtitel können hierzu z.B. über Versicherungen oder Fonds im Nichtfinanzsektor platziert werden. Das neu geschöpfte Giralgeld wird gegen Schuldtitel getauscht. Erschwerend kommt hier hinzu, dass über die ABS gerade auch noch vom nicht öffentlichem Segment in einer für den Finanzsektor attraktiven Form eine weitere Giralgeldschöpfung induziert wird ( da die über ABS gewährten Kredite vielfach über Sachwerte abgesichert sind) und dadurch eine zusätzliche Geldmenge absorbiert werden muss, um nicht inflationär im Wertschöpfungssegment wirksam zu werden. Sachwerte werden Kaufkraft !
Das Maß der Neuverschuldung deutet im Rahmen der Datenlage darauf hin, dass die Grenze der Absorptiondfähigkeit im Finanz- und Vermögensmarkt in Kürze erreicht wird, eher sogar schon überschritten ist. Das bedeutet dann, dass die über Neuverschuldung injizierte Giralgeldmenge im Nichtbankensektor verbleibt und tendenziell Kaufkraft in den Märkten darstellt. (da Giralgeld als Vermögensanlage vergleichsweise unattraktiv ist)
Dieses Nachlassen der Nachfrage nach “ungesicherten Werten” (Schuldverschreibungen etc.) ist in manchen Bereichen, gerade im Vermögensmarkt (Preisanstiege gewisser immobilien, attraktiver Unternehmen), schon länger zu spüren, teils auch im Finanzmarkt durch die starken Kursanstiege in den letzten Jahren bei Edelmetallen.
Die mangelnde Absorptionsfähigkeit führt zu einem Überhang von Kaufkraft (Überschussliquidität mal Umlaufgeschwindigkeit) in Relation zu den angebotenen “realen” Sachvermögenswerten, Waren und Dienstleistuneg. Ein Entgegenwirken über die Verteuerung von Krediten über steigende Zinsen würde die Lage der öffentlichen Hände – man denke an deren hohe Verschuldung – weiter verschlimmern., d.h. die notwendige Neuverschuldung anheben und damit den Zeitraum bis zur Konkursgrenze verkürzen.
Es ist dann zu erwarten, dass dies- mehr als bereits jetzt – bei den Anlegern zu einer Skepsis in Bezug auf den Wert von Schuldverschreibungen als Anlageform führt, Dies kann zum einen dazu führen, dass Investoren das Geld gezielt zum Aufkaufen von Ausgangsressourcen und Produktivvermögen einsetzen. Eine weitere mögliche Folge wäre die Flucht aus Schulverschreibungen bzw. Schuldverschreiungen haltenden Fonds und damit eine rasche Aufblähung der Giralgeldmenge mit der Folge einer entsprechenden weiter ansteigenden Inflation.
Wenn das Volumen von weltweit 60 Bill.$ an Schuldverschreibungen im Wertschöpfungssegment wirksam wird, führt dies zu einem Inflationsdruck von 1350%, da dann dem aktuellen weltweiten Bruttoinlandsprodukt (ca. 45 Bill.$) eine zusätzliche Kaufkraft von 600 Bill.$ (angenommene tatsächliche Umlaufgeschwingigkeit gleich 10 multizipiert mit dem zusätzlichen Geldvolumen) gegenübersteht. Wenn sich dieser Druck voll entlädt, sind 1$ / 1Euro nur noch 7,5 Cent wert.
Das bedeutet aber nicht notwendigerweise eine reale Wertminderung bei Sachvermögen. Besonders dann nicht, wenn das Sachvermögen entweder für die Produktion von Waren des lebensnotwendigen Konsums erforderlich oder attraktiv für diejenigen ist, denen der Kollaps nützt.
Als weitere Konsequenz würde sich die Platzierung der Neuverschuldung der öffentlichen Hände (und anderer) im Finanzmarkt signifikant verteuern. Sie müsste eventuell direkt über die zentralbanken realisiert werden. Hyperinflation ist als Folge aus der Geschichte bekannt.
Gruss Louis
@f. lübberding
Ob es sich beim Crash nur um einen solchen des “Aktienmarkts” handelt, ist eben die allesentscheidende Frage, nicht wahr?
Derzeit “crasht” es ja wohl eher im Realvermögen US-amerikanischer Hausbesitzer und in den Bilanzen der Großbanken. Über ersteres mögen wir schmunzeln, zweiteres kann uns aber dummerweise nicht egal sein.
Jeder zweite “Österreicher”, der in diesem Blog vorbeikommt, hinterlässt irgendwas von wegen “Bereinigung des Systems” oder irgendeinen anderen schönen Spruch aus der Mises’schen Zitatesammlung. Ich bin der erste, der sich dem anschliesst, nur muss uns halt allen klar sein, wie die Konsequenzen aussehen.
Wenn die Österreicher mehr Tore geschossen hätten, dann wären sie Europameister geworden. So ist das übrigens auch mit den Österreichern in der Nationalökonomie. Die stehen auch immer vor dem Tor – und schießen dann daneben … . Aber vor allem kommt mir Louis jetzt so vor. Wenn … , dann … . Wo passiert denn gerade das was Louis schreibt?
“Wenn das Volumen von weltweit 60 Bill.$ an Schuldverschreibungen im Wertschöpfungssegment wirksam wird, führt dies zu einem Inflationsdruck von 1350%, da dann dem aktuellen weltweiten Bruttoinlandsprodukt (ca. 45 Bill.$) eine zusätzliche Kaufkraft von 600 Bill.$ … gegenübersteht. Wenn sich dieser Druck voll entlädt, sind 1$ / 1Euro nur noch 7,5 Cent wert.”
Wo werden 60 Billionen $ in der Realwirtschaft wirksam? Also bei mir nicht … . Im übrigen kenne ich auch keinen anderen Menschen bei dem das der Fall ist. Und das was an Liquidität in die engen Rohstoffmärkte geflossen ist, ist nur ein Bruchteil dieser Summe. Eine Hyperinflation – nicht Inflationierung, das ist etwas anderes und zur Zeit ein Teil der Krisenregulierung – kann nur entstehen, wenn die Zentralbanken nicht nur übermäßig Geld drucken, sondern gleichzeitig dieses Geld über 1919 noch nicht so genannte Zweitrundeneffekte in der Volkswirtschaft ankommt. Also steigende Preise, steigende Löhne und sonstige Einkommen, steigende Vermögenspreise usw. Genau das hat ja auch am Anfang eine stimulierende Wirkung auf die Realwirtschaft. Alle fühlen sich reicher – und werden zusehens mißtrauischer; sie versuchen also ihr Geld im Laufe des Prozesses immer schneller wieder loszuwerden. Steigen in den USA die Löhne oder gar die Immobilienpreise? Bei einer außer Kontrolle geratenen Inflation wäre das nämlich so … . Wahrscheinlich bekommt man in den USA bald einen fast neuen Porsche zum Schnäppchenpreis. Dabei wäre selbst der Sachwert “Porsche” eine gute Wertanlage – dann ist nämlich fast alles ein guter Sachwert, der anders aussieht als das bedruckte Papier namens Geld. Ich hoffe nur, dass hier nicht jemand von der Buba oder der EZB mitliest … . Ansonsten kommt etwa noch der EZB Chefvolkswirt auf die Idee, dass Zinserhöhungen von 0,25 wohl nicht ausreichen werden … . Denn er will vielleicht auch ein Held werden – und einen virtuellen Drachen aus Österreich töten … .
Christian Wagner
Wenn Sie der Nachfahre von Hugo Stinnes werden wollen, sollten Sie so handeln. Allerdings:
1. Es gab in Weimar eine Hyperinflation.
2. Nach der Hyperinflation war er bankrott.
Gruss Frank Lübberding
f. lübberding
Kommt nicht jeder Kredit in die Realwirtschaft? Schlussendlich nimmt man ja (der Staat verhält sich da nicht anders) einen Kredit auf, um eine entsprechende Verbindlichkeit zu bezahlen. Sei es um Waren und Güter zu bezahlen, Infrastrukturmaßnahmen oder Militär. Will sagen: die 60 Billionen Dollar Schulden sind doch bereits im Wirtschaftskreislauf gelandet, und zwar nicht nur als reine Luftbuchungen, denn schlussendlich musste auch der Gläubiger seinerseits bei der Leistungserbringung seine Gläubiger befriedigen.
Ich denke, wir haben nun zweierlei Effekte.
1. Nun ausbrechende aufgestaute Inflation: Bedingt durch Billigimporte einerseits und Pseudo-Wohlstand durch steigende Aktien-/Immobilienmärkte andererseits haben sich die US-Amerikaner einen Konsumboom gegönnt, den sie sich unter normalen Umständen hätten nicht leisten können. Diese Verschuldung bei den Amerikanern führt zu einem entsprechenden Vermögensasset der Gläubiger, welches ihr Geld wiederum anlegen und draus natürlich die höchstmöglichen Zinsen erwirtschaften wollen. Dieser Zinseffekt führt zu wachsenden Preisen, da diese in der Preiskalkulation Berücksichtung finden.
Da bislang die Teuerung durch die Billigimporte gedeckelt waren bzw. statistisch versteckt worden sind (und werden), ist das nur keinem aufgefallen. Hier ist nun aber der Tunnelausgang erreicht und der Preisdruck ist nun doppelt spürbar, denn nunmehr fühlen die Amerikaner die Inflation, da sie entsprechende Assetpreissteigerungen nicht mehr gegenrechen können.
2. Mit den 60 Billionen Dollar Schulden wurde eine gigantische Wirtschaft, insbes. China/Indien aufgebaut, die es sonst so wahrscheinlich gar nicht gegeben hätte. Der tägliche Kapitalfluss von rd. 1,5 – 2,0 Milliarden Dollar / Tag insbes. nach China führt wiederum zu einer Inflationsspirale in diesen Ländern, welche über die Produktpreise wiederum in den USA und anderen Importländern landet.
Dieses Spiel geht so lange, bis der Zinseszinseffekt sich selbt erledigt hat, nämlich dann, wenn der Schuldner nicht mehr mal seine Zinsleistungen erbringen kann – dann ist finito.
@f. lübberding und Louis
Exerzieren wir das mal der Reihe nach durch:
>Ein entscheidender Faktor für das Fernhalten von Inflation aus dem Wertschöpfungssegment ist die Absorption der Neuverschuldung durch den Finanzmarkt und den Vermögensmarkt.
Ich interpretiere diesen Satz sinngemäß so, dass Neukredite ausschliesslich in Stock- und nicht Flow-Transaktionen fliessen, sprich Kauf von Aktien, Bonds und Geldmarktfonds durch Private sowie all die lustigen Dinge, die Hedge- und Private Equityfonds so treiben. Im ersten Schritt zumindest.
>Dies deshalb, weil eine Neuverschuldung des Nicht-Finanzsektors, auch wenn sie in Form der Beleihung / des Verkaufs von verbrieften Sicherheiten erfolgt – sofern diese vom Finanzsektor aufgekauft werden – zunächst einmal eine Giralgeldschöpfung bedeutet.
Diese Aussage stimmt so nicht ganz: ein Weiterverkauf von verbrieften Sicherheiten erhöht zwar die sagenhafte und oft zitierte “Liquidität”, aber in der Regel nicht ihre große Schwester, die “Geldmenge”. Die Beleihung wohl, weil da wird ein neuer Kredit vergeben, aber nicht der Verkauf. Der Verkauf ist eine geldmengenneutrale Umschichtung von Kredit, kann aber natürlich dazu führen, dass vorher gebundende Liquidität jetzt freigesetzt wird und allerlei Dummheiten anstellen kann. Das meine ich übrigens genauso, exakt dieses Faktotum ist nämlich in meinen Augen eine der großen Ursachen unserer aktuellen Misere.
>Dieses neu geschöpfte Giralgeld muss dann wieder “vernichtet” werden, um es vom Wertschöpfungssegment fernzuhalten. Die neu in den Markt kommenden Schuldtitel können hierzu z.B. über Versicherungen oder Fonds im Nichtfinanzsektor platziert werden.
Ersetze den Begriff “neues Giralgeld” durch “zusätzliche Liquidität”, und dieser Satz trifft es haargenau. Oder in der Praxis: eine Bank kann weiterhin wie blöd Immokredite vergeben, wenn sie ihre zuvor gegebenen Immokredite weiterverkauft und damit gebundene Reserven freisetzt. Bei der Zentralbank braucht sie sich nicht blicken zu lassen, solange dieses Spiel läuft, daher steht letztere mit ihren traditionellen Werkzeugen dieser Entwicklung gänzlich machtlos gegenüber. Was wiederum – meiner Ansicht nach – ein wichtiger Aspekt unserer aktuellen Kreditmisere ist.
>Das neu geschöpfte Giralgeld wird gegen Schuldtitel getauscht.
Ob Giralgeld oder nicht sei mal dahingestellt: tendenziell wird die neu geschaffene Liqui nicht in Schuldtitel getauscht, sondern damit werden höchst reale Vorhaben im Flow finanziert. ZB Häuser an der amerikanischen Ost- und Westküste sowie allen möglichen anderen Orten. Diese Liquidität wird also durchaus nachfrage- und damit inflationswirksam, im Flow wie auch in der reinen Vermögenssphäre.
Nur liegt diese Entwicklung – meines Erachtens – bereits vollkommen hinter uns. Die Goodies (BIP-Wachstum, Aktien- und Rohstoffhausse) haben wir also gesehen. Dummerweise geht’s aber jetzt ans bezahlen (Zins/Tilgung), nur will keiner so recht die Rechnung übernehmen.
>Wenn das Volumen von weltweit 60 Bill.$ an Schuldverschreibungen im Wertschöpfungssegment wirksam wird, führt dies zu einem Inflationsdruck von 1350%, da dann dem aktuellen weltweiten Bruttoinlandsprodukt
Meiner Meinung nach ist der Löwenanteil dieser Liquidität bereits kaufkraftwirksam geworden, zumindest überwiegend. Diese Anleihen stehen da ja nicht für die Ewigkeit, ein Teil muss aus laufendem Einkommen bedient und getilgt werden, ein anderer Teil kam überhaupt nur auf die Welt, um damit vorherige Schulden zu tilgen. Eine bestehende Anleihe der BRD, Laufzeit 1 Jahr, entfaltet – für sich genommen – ihre Kaufkraft für maximal 1 Jahr. Und das auch nur, wenn sie komplett bei der ZB zum Rediskont eingereicht wurde, ihr Gegegnwert in Geld also “netto” neu ins Geldsystem hinzugetreten ist. Wurde sie hingegen gar nicht refinanziert, dann ist sie kaufkrafttechnisch ein Non-Event, wenn aus bestehendem Vermögen (der Nichtbanken) gekauft.
>Eine Hyperinflation [...]kann nur entstehen, wenn die Zentralbanken nicht nur übermäßig Geld drucken, sondern gleichzeitig dieses Geld über 1919 noch nicht so genannte Zweitrundeneffekte in der Volkswirtschaft ankommt.
Klar, aber wenn die FED das heute machen würde, dann ja um
a) eine Stabilisierung der Vermögenspreise
b) eine Stabilsierung der Unternehmensgewinne
zu bewerkstelligen. [(c) John Maynard K.]
Um a) kann sie sich ja selbst kümmern, indem sie allen möglichen Kokolores monetarisiert, aber damit schafft sie natürlich wiederum zumindest Liquidität, wenn nicht sogar zusätzliches Geld. Wieweit diese im Markt ankommt, und vor allem wo, wissen wir halt nicht.
Um b) kümmert sich Papa Staat, in dem er der “effektiven Nachfrage” auf die Sprünge hilft, durch allerlei lustige Beschäftigungsprogramme und Investitionsprojekte. In dem Ausmaß, wie letztere den potenziellen Output der VoWi tatsächlich heben, hält sich das inflationsmäßig noch alles in Grenzen. Wo hingegen ausschliesslich der Konsum angekurbelt wird, werden wir einen gnadenlosen inflationären Push erleben.
Zudem wird sich, meiner Ansicht nach, bereits bei der erstmaligen Durchführung des von Bernanke in 2002 beschriebenen Procederes, der US Dollar in die Tiefe verabschieden (gegen welche Währungen steht allerdings noch nicht fest, auf den Euro sollte man daher nicht unbedingt wetten). Die Inflation wird deshalb zumindest in USA kurzfristig auf nie gekannte Höhen steigen.
@ lübberding (Nr.21). Wie genau stellen Sie sich einen “Aktiencrash” vor? Es doch immer nur das Platzen einer Blase gewisser überbewerter, von Spekulanten hochgetriebener Papiere, wie z.B. bei der Hightech-Blase vor ein paar Jahren. Wer hingegen hundert Aktien (sprich Anteile) einer gut florierenden Firma besitzt, hat auch nach solchem “Crash” noch immer seine hundert Anteile einer gut florierenden Firma, egal mit was für Ziffern man sie dann gerade bewerten wird.
Wie wir soeben beim Banken- und Immobiliencrash gesehen haben, sind die Aktienmärkte erfreulich vom Finanzwesen abgeschottet. Von den betroffenen Finanzaktien abgesehen, kann man doch heute die westlichen Märkte keineswegs überbewertet nennen. Ein Crash müßte also wohl vom Fernen Osten ausgehen, wo einige Märkte tatsächlich überbewertet sind.
f. lübberding
Kommt nicht jeder Kredit in die Realwirtschaft? Schlussendlich nimmt man ja (der Staat verhält sich da nicht anders) einen Kredit auf, um eine entsprechende Verbindlichkeit zu bezahlen. Sei es um Waren und Güter zu bezahlen, Infrastrukturmaßnahmen oder Militär. Will sagen: die 60 Billionen Dollar Schulden sind doch bereits im Wirtschaftskreislauf gelandet, und zwar nicht nur als reine Luftbuchungen, denn schlussendlich musste auch der Gläubiger seinerseits bei der Leistungserbringung seine Gläubiger befriedigen.
Ich denke, wir haben nun zweierlei Effekte.
1. Nun ausbrechende aufgestaute Inflation: Bedingt durch Billigimporte einerseits und Pseudo-Wohlstand durch steigende Aktien-/Immobilienmärkte andererseits haben sich die US-Amerikaner einen Konsumboom gegönnt, den sie sich unter normalen Umständen hätten nicht leisten können. Diese Verschuldung bei den Amerikanern führt zu einem entsprechenden Vermögensasset der Gläubiger, welches ihr Geld wiederum anlegen und draus natürlich die höchstmöglichen Zinsen erwirtschaften wollen. Dieser Zinseffekt führt zu wachsenden Preisen, da diese in der Preiskalkulation Berücksichtung finden.
Da bislang die Teuerung durch die Billigimporte gedeckelt waren bzw. statistisch versteckt worden sind (und werden), ist das nur keinem aufgefallen. Hier ist nun aber der Tunnelausgang erreicht und der Preisdruck ist nun doppelt spürbar, denn nunmehr fühlen die Amerikaner die Inflation, da sie entsprechende Assetpreissteigerungen nicht mehr gegenrechen können.
2. Mit den 60 Billionen Dollar Schulden wurde eine gigantische Wirtschaft, insbes. China/Indien aufgebaut, die es sonst so wahrscheinlich gar nicht gegeben hätte. Der tägliche Kapitalfluss von rd. 1,5 – 2,0 Milliarden Dollar / Tag insbes. nach China führt wiederum zu einer Inflationsspirale in diesen Ländern, welche über die Produktpreise wiederum in den USA und anderen Importländern landet.
Dieses Spiel geht so lange, bis der Zinseszinseffekt sich selbt erledigt hat, nämlich dann, wenn der Schuldner nicht mehr mal seine Zinsleistungen erbringen kann – dann ist finito.
P.S. Hugo Stinnes selbst war nicht bankrott. Sein “Laden” ging erst nach seinem Tode den Bach runter, insbes. auch deshalb, weil die Erben unfähig waren das Wirtschaftskonglomerat zu steuern.
Soweit möchte ich gar nicht gehen, ich habe mir nur überlegt, inweit Unternehmensanteile inflationssicher sind, ich kauf mir ja – zumindest anteilig – einen entsprechenden Sachwert.
Überschuldete Firmen kaufen ist nur selten eine gute Idee. In aller Regel sind die deutlich überschuldeten Firmen in den Händen von Banken oder irgendwelchen Investoren. Die haben gerade das Problem, ein wenig knapp bei Kasse zu sein. Was passiert nun, wenn diese sehen, dass die Absätze stagnieren oder gar zurückgehen, aber die Rohstoffe teuerer werden? Verkaufen, was noch geht. Für Sachwerte gibts ja noch was, um bei diesem Punkt zu bleiben. Diese Unternehmen sollten die ersten sein, welche liquidiert werden. Die Schulden müssten schon so strukturiert sein, dass der Gläubiger nicht vorzeitig eine Tilgung herbeiführen kann. Ist aber, soweit ich weiss, in keinem normalen Vertrag als Klausel enthalten.
@Christian
Dann darfst du keine Aktie kaufen, sieh mal unter Onvista – Kennzahlen (nicht beim Chartistenkram) die Verschuldungsgrade an. Alles über 100 % hieße pleite im Sinne des einfachen Bürgers. Solange die noch Kredite kriegen, mit denen sie ihre Zinsen auf ihre Vor- und Vorvorkredite zahlen können, sind sie nicht “pleite”. Und sie bekommen Kredite, wegen der hohen Rohstoffpreise und der Schieflagen der Banken zu Sonderkonditionen wie Libor +5 %. Irgendwie müssen die Banken doch irgendwem ihre Fehlleistung in Rechnung stellen, der dann wieder Otto Normalbürger in die Tasche greifen will. Dann kommt es noch drauf an, wie groß eine Firma ist. Bei negativem Aktien-Buchwert, wie GM seit 2006 sollte man fast an eine Mega-Pleite glauben können. Die wären schon lange, richtig pleite. Wird wohl irgendwann mal verkündet. Alles undramatisch, an dem Tag gibt es VW-, BMW- und Daimler-Aktien zum Freundschaftspreis .
“Moderator
Nun, ja. Technisch gesehen ja natürlich nicht …
Hennecke
Doch, technisch gesehen sehr wohl. Ich meine, ich nutze für meine Aussagen ja keine manipulierten Inflationsraten. ”
Diese Moderatoren sind echt zum schießen…technisch gesehen nicht…lol
Wenn ich mir diese Daten ansehe und dann diese Manipulationen.Aktien steigen plötzlich trotz erschreckender Daten an, Gold und Silber gehen auf Knopfdruck wasserfall artig nach unten.USD Index steigt wie eine Fontäne nach oben.
Wer gibt Wetten darauf ab wielange das PPT noch über Futures und frisierte Statistiken den Markt halten kann ?
@Michael
Vielleicht war ich in meiner ersten Antwort ein wenig unpräzise. Eher sollte die Antwort lauten: weder noch, bezogen auf den letzten Status der erwähnten Währungen.
Die Gestaltung des Geldes in der DDR hat der Bevölkerung keinen Wohlstand gebracht, die aktuelle Gestaltung des Dollars bringt ebenfalls den Wohlstand merklich in Gefahr. Somit kann man keine eindeutige Entscheidung fällen.
Aber es ist ja nun nicht so, als wären Währungen immer problematisch gewesen, wie auch immer diese ausgestaltet gewesen sein mögen. Für eine ordentliche Gestaltung des monitären Systems sollte man sich allerdings einige Fragen beanworten:
1. Was ist der Sinn des Geldes?
2. Welche Entwicklung eines monitären Raumes möchte man haben?
3. Wie stellt man 2. durch geeignete Maßnahmen dauerhaft sicher?
Mögliche Antworten wären (können alle anders beantwortet werden, soll nur ein Gedankenspiel sein):
1. Das Leben der teilnehmenden Mitglieder eines monitären Raumes zu erleichtern. Waren und Dienstleistung werden wesentlich leichter handelbar.
2. Will man, dass Leute motiviert sind, in die Zukunft zu investieren und Risiken einzugehen oder möchte man ein gemähliches Leben? Dies würde entscheiden, ob man einen Zins oder nicht zulässt. Allerdings würde ich die letzte Alternative eher verneinen (obwohl die Araber und die jüdische Glaubengemeinschaft begrenzt hier was anderes sagen würden), da Sie doch ein wenig dem Streben nach Fortschritt (und somit Evolution) entgegenstehen . Aber das muss eine Gesellschaft für sich entscheiden.
3. Wird einfach ohne Zins und sehr kompliziert mit. Mit Zins sollte man sich im klaren sein, dass Geld ein existenzielles Gemeingut sind. Wird das Gewaltmonopol einer Partei überstellt, wird das System scheitern. Die Politik z.B. entscheidet sich, wild zu verschulden, um Stimmen zu fangen, anstatt Probleme zu lösen. Banker vergeben Kredite in Projekte, welche keinen nachhaltigen Wert darstellen, aber kurzfristig den Profit erhöht. Demnach beide gleich blöd.
Ich würde demnach für ein System plädieren, dessen Grenzen durch das Grundgesetz festgeschrieben ist und im dem Verschuldungsgrenzen an nachhaltige Eigenschaften gekoppelt sind und für ALLE teilnehmenden Parteien gelten. Wie diese Aussehen, darüber sollte man sich Gedanken machen. Ausnahmen müssten unter der Androhung bis zur Maximalstrafe des Grundgesetzes des monitären Raumes verboten werden. Wer im besonders großen Rahmen Vermögen verpulvert, verpulvert das Vermögen von bis zu mehreren Millionen Menschen. Somit sind soziale Verwürfnisse vorgeprägt. Genau dieses darf nicht passieren und ich würde dies als ein noch höheres Verbrechen werten, als den Mord an einem Individuum. Da man aber letzteres eigentlich schon das schlimmste ist, eben gleich hoch ansetzen. Die psychologische Wirkung sollte nicht ausbleiben.
Wie gesagt, nur ein Gedankenansatz.
Die Nachrichten, dass die Masse anfängt, Gold zu kaufen, häufen sich. Aber ist die hyperinflationäre Inflation gerade wirklich die größte Bedrohung?
Wir haben im Moment die Situation, dass eine Bank nach der anderen vor der
Pleite steht. Noch werden die wichtigeren unter ihnen gerettet, aber wie
lange noch? Für die Rettungsaktionen wird ja bislang nicht neu geschaffenes,
sondern Steuergeld verwendet. Was passiert, wenn etwa in Deutschland oder
Österreich Banken wie die Deutsche Bank zwar too big to fail, aber auch
too big to bail sind, weil deren Bilanzsumme das BIP des jeweiligen
Staates übersteigt? Dann ist es jedenfalls nicht unwahrscheinlich, dass die
Bank nicht gerettet werden kann, weil die EZB entweder nicht einspringen
kann oder nicht will, weil die Nationalstaaten sich nicht auf ein
gemeinsames Konzept zur Lösung der Krise abstimmen können. Dann könnte was
Sie selbst ja auch für wahrscheinlich halten ein Zusammenbruch des
Bankensystems verbunden mit einem allgemeinen Bankenrun stattfinden, der
letztlich so gut wie jeder Bank den Kragen brechen wird.
In dieser Situation stehen zuletzt die meisten Menschen vor verschlossenen
Banken und erhaltne keinen Zugang mehr zu ihrem Geld. Abhebelimits werden
eingeführt. Was die Menschen nun am meisten benötigen, um weiterhin
einkaufen zu können, ist Cash. Ist es nicht denkbar, dass der Goldpreis mit
allen Assets nun fallen wird, weil die Menschen alles zu Cash machen, was
sie weniger nötig brauchen? Letzlich ist ja auch Gold ein Luxusgut, von dem
man sich in der Krise nicht ernähren kann.
Zwar gehe ich wie die meisten davon aus, dass die Politik nichts so sehr fürchtet wie eine Deflation. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 war ein mahnendes
Beispiel. Es ist davon auszugehen, dass ein ähnliches Szenario, jedenfalls
über eine so lange Zeit wie die letzte Weltwirtschaftskrise, vermieden
werden soll, nötigenfalls um den Preis einer drastischen Ausweitung der
Geldmenge. Die Frage ist nur, ob die Politiker überhaupt so mächtig sind,
dies zu tun?
Gerade in Europa, wo noch mehr Abstimmung erforderlich
ist als in den USA? Ist es nicht möglich, dass die USA zwar – wenn das Rettungspaket versagt – in die
Hyperinflation gehen, Europa oder Teile davon aber für lange Zeit in der Deflation versinkt? Insbesondere
Deutschland ist nicht gerade für Entschlussfreudigkeit
bekannt. Hier wird erst einmal versucht werden, den Euro so lange wie
möglich zu retten. Denken Sie auch an die Dauer der Legislaturperioden, in
der kein Richtungswechsel stattfinden kann, es sei denn durch einen Putsch
(aber so heißblütig sind wir nicht, jedenfalls nicht
so schnell). Andere Länder werden wohl schneller aus der Währungsreform
ausscheiden. Was ich sagen will: Könnte es nicht sein, dass insbesondere
Deutschland und Österreich eine lange, zermürbende Phase der Deflation
durchmachen müssen, bis die Entscheidungsträger sich zu einer Hyperinflation
durchringen? Und ist es daher zunächst nicht viel wichtiger, Cash zu horten
als Gold, das vielmehr während der Deflationsphase günstig erworben werden
kann?
Bernhard
Kleiner Nachtrag: Diesen Beitrag habe ich auch einem gewissen Finanzberater geschickt, der im Internet massiv die Werbetrommel für Gold rührt. Er hat sich geweigert, ihn zu veröffentlichen – mit dem lapidaren Hinweis, er sei zu lang. Honi soit qui mal y pense – ein Schelm, wer Böses dabei denkt… Möchte da jemand in der Deflation billig Gold aufsammeln? Ich habe übrigens Europarecht studiert und weiß daher um die multiplen Hindernisse, die im Krisenfall Entscheidungen verzögern, wenn nicht verunmöglichen. Aus meiner Sicht ist die deflationäre Krise in Europa die größere Gefahr als die inflationäre. Bitte nehmen Sie Stellung, widerlegen Sie mich!
Gruß Bernhard
“Bitte nehmen Sie Stellung, widerlegen Sie mich!”
= > … da wgnx gerade im Urlaub ist, übernehme ich vorläufig mal die Vertretung. Mit Währungsfragen kenne ich mich bekanntlich eh besser aus.
“Ich habe übrigens Europarecht studiert und …”
= > … die Juristen sind die Schlimmsten. Gleich nach den Leeeerern
“… weiß daher um die multiplen Hindernisse, die im Krisenfall Entscheidungen verzögern, wenn nicht verunmöglichen. Aus meiner Sicht ist die deflationäre Krise in Europa die größere Gefahr als die inflationäre.”
= > … genau das meine ich: keine Ahnung von fast garnix – speziell aber ökonomischen Zusammenhängen – haben … aber als Fachfremder überall eine “Meinung” haben, die man trotz mangelnder Qualifikation nachhaltig für die Richtige hält, und sogar heiss darauf sein “Entscheidungen” zu fällen … die zu Lasten der Bevölkerung gehen.
= > … Das ist das EIGENTLICHE Problem: … ökonomisch völlig ahnungslose Politiker – viele davon Juristen!
“Kleiner Nachtrag: Diesen Beitrag habe ich auch einem gewissen Finanzberater geschickt, der im Internet massiv die Werbetrommel für Gold rührt.”
= > … Walter Eichelburg liegt z.Zt. verdammt gut im Rennen ! … gerade im Vergleich zu vielen anderen Experten … insbesondere den vwl-studierten Keynesianer-Spinnern, die ein Meinungskartell in der Mainstream-Presse halten. Darüber hinaus ist Eichelburg (wohl gelernter Ingenieur und Marketing-Manager) ein tolles Beispiel dafür, dass natürlich auch Fachfremde sich in die ökonomische Materie gut einarbeiten können … wenn man wie er ein paar gute Bücher liest & versteht. Hätte man vor einem Jahr gesagt, dass auch nur eine der Wallstreet-Investmentbanken wirklich umfallen würde … wäre man von allen verlacht worden. Jetzt gibt es de facto keine mehr. Das einzige was noch nicht ganz aufgegangen ist, ist die finale Explosion des Goldpreises … aber ich sehe da noch ausgezeichnete Chancen auf “Lieferung” …
(Dennoch muss meiner Meinung nicht ALLES Gold sein was glänzt … Diversifikation ist auch jetzt das Gebot der Stunde …)
” Aus meiner Sicht ist die deflationäre Krise in Europa die größere Gefahr als die inflationäre.”
= > … die Wahl zwischen “Inflation” und “Deflation” besteht in Wahrheit gar nicht. Beide Phänomene sind sehr eng miteinander verbunden. Im Grunde kann man sogar sagen, dass sie ein und dasselbe sind – lediglich zwei konsekutive Phasen EINES Prozesses: … des Prozesses der Währungszerstörung durch unregulierte, inflationäre Expansion der Geld- & Kreditschöpfung über das Niveau des realwirtschaftlichen Wachstums hinaus (Hauptprofiteure dieser asozialen Geldpolitik waren übrigens die Bänker und der Staat/die Politiker …) .
Notenbankversagen!
Staatsversagen !
Der Lehrsatz lautet:
“Jede Inflation, die das Stadium der Hyperinflation erreicht hat, endet in der Deflation!” …
(“Deflation” verstanden als Zerstörung der Währung … i.e. massiver und nachhaltiger Vertrauensverlust in das Geld an sich oder die Träger des Währungssystems … insbesondere die Banken … es handelt sich um eine massive Wirtschaftskrise … in der die Preise, auch die Asset-/Gold-Preise, zwar fallen können … aber die Realeinkommen trotzdem stärker sinken … )
“Ist es nicht denkbar, dass der Goldpreis mit
allen Assets nun fallen wird, weil die Menschen alles zu Cash machen, was sie weniger nötig brauchen? Letzlich ist ja auch Gold ein Luxusgut, von dem man sich in der Krise nicht ernähren kann.”
= > … Das ist jedem Goldbug klar (und Eichelburg hat auch regelmässig auf diesen einfachen Zusammenhang hingewiesen). Wer Gold sagt der muss auch zuvor schon … Konserven, Stromgenerator, Zigarettenstangen, Kaffe, Schnaps, Damenunterwäsche, Pistole, usw. gesagt haben … sonst muss er ggf. in der Krise sein Gold gegen genanntes “unter Wert” eintauschen . Ziel ist es aber, NACH der Krise (für Spekulanten meinetwegen auch gegen Ende der Krise), ggf. nach einer Währungsreform, sein Gold wieder gegen produktive Wirtschaftsgüter einzutauschen. … logisch, oder ?
(… eine grössere Summe Bargeld gehört auch dazu … aber die hat mittlerweile selbst meine Frisöse Lieschen Müller abgehoben … Du bist spät dran, Bernhard.)
“Gruß Bernhard”
=> Gruss zurück.
NACHTRAG:
““… weiß daher um die multiplen Hindernisse, die im Krisenfall Entscheidungen verzögern, wenn nicht verunmöglichen.”
= > … Bernhard, … W E R … ist dafür verantwortlich ? … für das “Europarecht” … und die “Entscheiungsstrukturen” ?
= > … die Politiker und die Juristen !!!
Anscheinend hat Halbgott trotz der aktuellen Bedrohungslage noch genug Reserven, um auf andere einzuschlagen. Nun denn. Im Gegensatz zu “Halbgott”, der glaubt, die Weisheit gepachtet zu haben, gehöre ich zu denen, die an ihrer Meinung zweifeln. Deshalb habe ich auch gebeten, meine Ansicht, dass eine längere deflationäre Phase droht, bevor es in Europa zu einer Hyperinflation kommt, zu widerlegen. Also bitte keine Beschimpfungen und Verunglimpfungen, sondern Argumente.
Gruß
Bernhard
@ Halbgott
..nur ein Hinweis, besser wäre
“goodnights view from de bridge”
Bestimmt hast du nicht viel von Eichelburg gelesen.
Die Qualität brauchen wir nicht zu diskutieren
Er spricht davon daß demnächst alle ihre Hauskatzen essen werden, und für eine Unze Gold das Haus verkaufen.
So eine Unze Gold wird derzeit wahrscheinlich für unter 100$ produziert.
Womöglich leistet Eichelburg einen Bärendienst für den Großteil seiner Leser. Denn das sind Kleine Leute.
Er kommt derzeit ganz schön ins Schwitzen, und ist verunsichert.
(Übrigens schreibt er hier mit, aber das weißt du wahrscheinlich auch)
Eichelburg spricht Leute an, die ihre paar Kröten in Gold anlegen, und diese verwechseln permanent Wünsche mit der Realität.
Hüte dich vor der “dunklen” Seite der Macht !
“Fear is the path to the Dark Side. Fear leads to anger, anger leads to hate; hate leads to suffering. I sense much fear in you.”
> Yoda speaking to Anakin / STAR WARS
…
ich möchte dich nur beschützen !
@wgn /zu Nr. 17
Szenario a ) haben wir nun einige Tage gesehen.
Die (Börsen-)-Preise waren in der Tat deflationär.
Produktion von Auto, Aluminium u.a. wird gestoppt, weil Überangebot von Waren den deflationären Preisdruck erhöht.
Kommt nun nachfolgend Szenario b) ?
So wie ich momentan die Entwicklung sehe, scheint es Szenario bb) zu werden.
Der $ zuckte heute entsprechend.
Die im Koalitionsvertrag festgeschriebene “Finanzaufsicht mit Augenmaß” zahlt sich jetzt in allen Bereichen mit hohen Verlusten aus. So nach und nach kommt aus irgend einer Ecke der nächste Hammer. Rentenkasse, Versicherer, Kirche, Banken und selbst die BVG hat Geld verzockt.
BerlinerMorgenpost: BVG droht Millionen-Schaden durch Finanzkrise
Das landeseigene Unternehmen hat sich möglicherweise kräftig am US-Finanzmarkt verzockt. Die BVG muss daher nun wegen hochriskanter Wertpapier- und Leasinggeschäfte nun 157 Millionen Euro zurückstellen. Sie wurden unter der Regie des Aufsichtsratsvorsitzenden Thilo Sarrazin abgesegnet.
Aber jetzt rächen sich die Geschäfte. Im Zusammenhang mit den Leasing-Deals steht ein Wertpapiergeschäft von 2007. Die Berliner ließen sich ein Portfolio über 157 Millionen Euro andienen, ein Paket des Typs CDO (Collateralized Debt Obligation).
Ob das ganze nun in einer Deflation, Inflation, Hyperinflation oder Rezession sollte im Moment keine Rolle spielen. Was hier läuft ist die Enteignung des kleinen Mannes. Und das, was jetzt gerade bei den Banken läuft, ist sehr deflationär. Jedoch produziert die Politik mit ihren St-Geld gerade eine Hyperinflation. Egal wer was macht, es liegen noch sehr viele Leichen im Keller und keiner kommt aus der Deckung. Das System ist kaputt – “Finanzaufsicht mit Augenmaß” trägt jetzt Früchte die sie auch noch ernten wollen!!!!!
Die in den nächsten 2 Jahren eintretenden globalen Veränderungen im Weltfinanzsystem können, historisch betrachetet, mindestens als gleichbedeutund mit den Ereignissen der französische Revolution betrachtet werden. Hat man in den vergangenen Jahrhunderten die Gleichheit vor Gott und die Gleichheit vor dem Gesetz erlangt, wird nun die Gleichheit vor dem Geld erreicht werden. Konkret bedeutet dies, dass leistungslose Einkommen in Form von Spekulationsrenditen und Zinsgeschäften, wie im Zuge des herrschenden “Ökonomischen-Absolutismus”, überwunden sein werden. Niemand wird nach dem Ende des bereits begonnenen Weltwirtschaftskollaps die auf einfachen Grundrechenarten basierende Sachverhalte leugnen können, dass die künstlich erzeugten Geldvolumina ( Zinses Zins etc.), mehr als nur einen Globus benötigen, um ihre reale Bedienung als Anlagekapital zu gewährleisten. Die glückliche Tatsache, dass die Welt sich nicht mehr in ideologischen Machtblöcken gegenübersteht und somit ein entsprechendes Kriegsszenario als bewusstseineindämmendes Moment funktioniert, gibt uns allen die Vorraussetzungen für ein länger als 70 Jahre andauerndes Erinnerungsvermögen, um das Finanzsystem ein für allemal zu reformieren. Somit wird die Krise mit allen zu erbringenden Opfern ein tatsächlicher Garant für die hoffnungsvolle Weiterentwicklung der Menschheit zum Guten.