Die EZB stellt fest, dass sie verarscht wird

by weissgarnix on 16. Mai 2008

Wer einem Bedürftigen den Finger hinstreckt, verliert bekanntlich die ganze Hand, zumindest soweit es ein altes deutsches Sprichwort betrifft. Auch die Europäische Zentralbank macht nun scheinbar diese Erfahrung. Sie stellt nämlich fest, dass ihre Gutmütigkeit und Bereitschaft, den Euroland-Banken in Nöten aus der Patsche zu helfen, von diesen kräftigst zum eigenen Vorteil ausgenutzt wird, lesen wir heute in der Financial Times.

Yves Mersch, Mitglied des EZB-Direktoriums und Präsident der luxemburgischen Zentralbank, äußert dort nämlich seine “großen Bedenken” angesichts zunehmender Hinweise, dass die Geschäftsbanken der Eurozone die von der EZB im Tandem mit der FED eingesetzten, liquiditätsfördernden Maßnahmen, ausnutzen, indem sie der EZB bewußt Kreditsicherheiten andrehen, die deutlich höheren Risiken unterliegen als eigentlich vorgesehen.

Und nicht nur das, es sähe zunehmend danach aus, als ob die Banken sogar angefangen hätten, minderwertige Kreditforderungen extra zu kreieren, um sie der EZB ihm Austausch für AAA-geratete Staatsanleihen unterzujubeln.

Die EZB war jedoch noch nie ein Kind von Traurigkeit, was ihre Akzeptanz von refinanzierungsfähigen Sicherheiten anbelangt, und ich schrieb es schon mal früher, wer in dieser Frage andauernd nur auf FED und BoE schimpft, schaut tendenziell in die falsche Richtung. Insoferne sind die “großen Bedenken” des Herrn Mersch einigermaßen geheuchelt, und lösen bei mir nur “allergrößte Verwunderung” aus. Was dachten denn Herr Mersch und Kollegen, dass ihnen da angedient werden würde, als sie sich bereit erklärten, ABS und CLOs zu akzeptieren? Umverpackte und neustrukturierte Bundesanleihen vielleicht?

Aber in besagtem Artikel lesen wir zu unserem nicht geringen Erstaunen nicht nur von den bereits notorischen Immodarlehen der Spanier und Holländer, die bei der EZB abgeladen wurden, sondern auch was von “australischen Autokrediten”, die teilweise in Euro securitisiert wurden und daher seitens der Käufer bei der EZB refinanzierungsfähig sind(!). Gleiches gilt für eine 890Mio Euro CLO (“Collaterised Loan Obligation”) der isländischen Bank Glitnir und einem extra restrukturierten 1,1Mrd Euro CLO von Lehman Brothers. Und spätestens an dieser Stelle sollte die Frage gestattet sein, ob die EZB es nicht selbst ist, die rücksichtsloses Verhalten seitens der Banken provoziert hat. Oder mit welcher Begründung würden die europäischen Steuerzahler dafür in Haftung genommen werden, dass in Australien der Autoabsatz angekurbelt wird?

Wie ich gestern schon in Sachen Köhler und seiner “Monster” schrieb: die wahren Schuldigen sind nicht die Banken und die Finanzmärkte, die machen nur, was man sie machen läßt. Und das machen sie halt mit rücksichtsloser Perfektion und Profitgier. Das ist schliesslich ihr Job. Schuld sind die, die herumstehen und nur zugucken, wo sie eigentlich für den nötigen Rahmen sorgen müßten. Ähnlich den Raubtierwärtern im Zoo, die sich an der Schönheit und Eleganz der Bengalischen Tiger nicht sattsehen können, darob aber vergessen, die Käfigtüren zu schliessen. Und dann zu schreien “Böse Raubkatze!”, wenn schwuppdiwupp der Arm weg ist, ist ein wenig sehr naiv und spricht eher dafür, dass man unfähige Wärter beschäftigt, als dass die Tiger schuld wären.

Herr Mersch und seine EZB-Kollegen sind daher keineswegs Opfer irgendwelcher bösen Banken, sondern ihrer eigenen Inkompetenz.

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die aktuellsten meldungen zur bankenkrise - Seite 162
16. Mai 2008 um 17:54

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1 king balance 16. Mai 2008 um 15:18

Wo kämen wir hin, wenn alle nur sagen würden: “Wo kämen wir hin?” und niemand ginge um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

All die “Heute” Nichtswisser haben jegliche Warnungen ingoriert und schieben jetzt den schwarzen Peter hin und her. Nun beginnt die Phase II der Krise (Gold 896, Brent Crude 126$) und die große Angst greift um sich.

FAZ:
Das in den Rohstoffmärkten investierte Geld schnellte um 28 Milliarden Dollar auf insgesamt 225 Milliarden Dollar in die Höhe. Der Zuwachs ist zwar zur Hälfte auf kräftige Preissteigerungen an den Märkten zurückzuführen. Aber auch der Umfang des neu angelegten Geldes ist beeindruckend. Das erste Quartal dieses Jahres erlebte nach Berechnungen von Barclays Capital den stärksten Zustrom von Anlagekapital jemals und dreimal so viel wie im gesamten vergangenen Jahr.

Wenn die richtige Flucht aus dem Markt richtig beginnt, dann regiert die pure Angst vor der Inflation.

2 Otto 16. Mai 2008 um 15:41

Das was der Herr Mersch nun endlich sieht, geistert doch schon lange im Netz herum! Ich erinnere mich daran, dass schon mindestens vor einem halben Jahr die Befürchtung ausgesprochen wurde, dass spanische Banken hier aktiv mit unsauberen Methoden zu gange sein werden. Also eigentlich nichts Neues!

Nun aber zu meiner Frage:
Die EZB nimmt also den gut verpackten ‘Schrott’ herein und gibt dafür ‘gutes Geld’ (symbolisch zu verstehen) heraus. Soweit ich weiss, sind ja diese Tender immer zeitbegrenzt. Also was dann nach z.B. 3 Monaten? Klar, wird prolongiert; doch wie lange geht das Spiel so weiter? Bis in alle Ewigkeit?
Was ist, wenn es wirklich zu einem gravierendem Wirtschaftseinbruch kommt, der bei der EZB abgeladene Schrott dann nicht mehr ausgelöst wird?
Auch klar: Dann wird das Ganze eben sozialisiert, der Steuerzahler wirds schon richten. Wenn aber nicht, weil nichts mehr da ist für Steuerzahlen?
Hier wäre mal ein Szenario von euch Fachleutenfür den worst case sehr schön!
Gruss
Otto

3 Hyperion 16. Mai 2008 um 15:43

Genau! Die armen Banken KÖNNEN doch gar nicht anders, als mit rücksichtsloser Profitgier zu handeln! Ist bei mir genauso: ich KANN gar nicht anders, als fremdzugehen – es wäre die Aufgabe meiner Frau gewesen, mich strenger zu kontrollieren! Ich KANN gar nicht anders, als meinem Chef Geld zu unterschlagen – es wäre seine Aufgabe gewesen, mich zu kontrollieren! Ich bin ausser Rand und Band, und ihr seid Schuld!

4 mylli 16. Mai 2008 um 15:59

@ weissgarnix

“Und dann zu schreien “Böse Raubkatze!”, wenn schwuppdiwupp der Arm weg ist, ist ein wenig sehr naiv und spricht eher dafür, dass man unfähige Wärter beschäftigt, als dass die Tiger schuld wären.”

Ich werd mir von goodnight ein paar Bleikugeln besorgen und in die nächste Bankfiliale Geld gegen Blei tauschen gehen. Die sind ja selber schuld, wenn sie sich nicht mit full metal jacket ausrüsten.

5 weissgarnix 16. Mai 2008 um 16:04

@Hyperion

Mir scheint, du verwechselst da etwas: die Banken verstoßen ja gerade nicht gegen irgendwelche Regeln oder Gesetze, sondern nutzen nur das aus, was man ihnen als Rahmen setzt. Das ist was völlig anderes, als Geld zu unterschlagen oder von mir aus auch seine Frau zu hintergehen.

Der Punkt an dem meine Kritik ansetzt, ist nun genau der, dass sich die, die den Banken enge Grenzen hätten setzen sollen, sich jetzt beklagen, dass die Banken es ausnützen, dass sie diese Grenzen eben nicht gesetzt haben.

Da fällt mir schlicht keine anderen Begriffe ein als Heuchelei und Inkompetenz, tut mir leid.

6 weissgarnix 16. Mai 2008 um 16:09

@Otto

Ja, die rollen das bis zum St. Nimmerleinstag. Und falls der Worst Case eintritt und die EZB sagt, “da, nimm deinen Schrott zurück”, und die Bank darauf entgegnet “dann geh ich aber pleite”, dann bleibt die ganze Chose irgendwie doch beim Steuerzahler hängen. Wie, ist dann eine reine Frage der Bilanzmechanik und der politischen Gemengelage. Die eine oder andere Bank wird sicher gleich verstaatlicht (was vielleicht eh das beste wäre).

7 Badman 16. Mai 2008 um 17:18

@ weissgarnix

Da kann man sich nur über die Dekadenz wundern die hier bei uns herrscht. Warum Börsengänge von halb- oder vollstaatlichen Unternehmen. Staat kauft sie mangels Geldmasse doch auf Kosten des Steuerzahlers zurück. Nicht aufregen, nur wundern.

8 knüppel aus dem sack 16. Mai 2008 um 17:38

vor ein paar jahren wäre die lösung noch recht einfach gewesen!
jeder der mit etwas handelt muss auch in dessen besitz sein, ansonsten ist es eh betrug! 600 trillionen $ derivate betrugskapital
(das ist meine persönliche meinung) kommen demnächst runter, das ist in etwa das 8,5fache der weltwirtschafts-jahres-leistung!

per gesetz hätte festgelegt werden können, dass das eigenkapital bei banken mindestens bei 30% der ausgegebenen kredite liegen muss! und nicht wie bei der deutschen bank ca. 1,6% (geschätzt).

jeder bänker muss für sein handeln haftbar gemacht werden können, wer bei einem jahresgehalt von 14 millionen versagt, muss eben in die private insolvenz! (meine meinung)

jeder politiker darf ausser seinen diäten keinerlei weitere bezüge kassieren, in meinen augen sind aufsichtsratsposten von politikern eh korruption. je nach verantwortlichkeit könnten die diäten auch etwas herraufgesetzt werden, nur müssen poliker auch verantwortungsbewustsein zeigen!!! das ist ein fulltime job !!! wer das nicht als solches begreift hat in der politik nichts zu suchen!!!

ich sage : “wir sind das volk” und wir werden es richten (müssen),
wenn dieses gesamte finanzkartenhaus in sich zusammenbricht!
wer es in kauf nimmt, das millionen von menschen verhungern und das nur wegen profitgier, gehört hinter gitter!!!!

ich wünsche euch allen, das ihr den wirtschaftszusammenbruch der gesammten welt, im laufe der nächsten 12 monate, gut übersteht.

9 Otto 16. Mai 2008 um 17:47

hallo, @Knüppel aus dem Sack……

da haste aber ein schönes Szenario geschrieben, leider aus einem Märchenbuch!
Ich kenne bis dato keinen Politiker (und artverwandte Schmarotzer) der sich selbst kastriert hätte! In der griechischen Mythologie gibts ja sowas, ich erinnere mich da an Uranus der in dieser Richtung was tat.
Bei uns? Niemals!
Gruss!

10 mylli 16. Mai 2008 um 17:53

@ knüppel:

Trillionen Dollar gibt es erst nach der Hyperinflation, im Moment sind Billionen schon ziemlich viel.

11 MCD 16. Mai 2008 um 18:23

Haftung des Steuerzahlers? Das ist mir noch nicht ganz so klar…

1. Die EZB akzeptiert also zweifelhafte Papiere als Kreditsicherheiten. Dieses unterstützt natürlich nur dann die Liquidität der Banken, wenn sie diese Papiere zu einem höheren Kurs als der Marktwert (diesen gibt es ja z.Z. nicht) akzeptiert. Soweit so klar. Wer trägt aber nun die wirtschaftlichen Risiken der Papiere? Ich bin im Einzelnen nicht mit den Konditionen der Refinanzierung durch die EZB (oder anderen Zentralbanken) informiert, vermute aber, dass immernoch die Banken die Risiken dieser Papiere tragen, da sie immernoch Eigentümer sind und die EZB diese nur als Kreditsicherheiten hereingenommen hat. Wenn ich dies alles nun richtig deute, dann bleiben die zu erwartenden Verluste am Ende doch bei den Banken; die EZB hingegen hat zweifelhafte Sicherheiten für ihre Refinanzierungen hereingenommen. Da sie aus Gründen der Stabilität des Finanzsystems sowieso jede zumindest mittelgroße Bank retten wird müssen, scheint der Schritt des Akzeptierens von minderwertigen Sicherheiten nur folgerichtig.

2. Für den Fall von Verlusten bei der EZB und/oder den dann zu erwartenden Ausweitungen der Geldmenge “haften” meines Wissens nicht die europäischen Steuerzahler (oder wenn dann nur begrenzt auf die Höhe der nationalen Einlagen), sondern über die dann wohl unweigerlich folgende Inflation sämtliche Halter der Währung Euro, seien sie europäische Steuerzahler oder nicht…

12 knüppel aus dem sack 16. Mai 2008 um 18:43

ihr werdet feststellen, das die sich bis zum letzten tag vor der krise blöd stellen und hinterher sagen sie dann” wie konnte das nur passieren?” das sind doch alles heuchler und lügner, so blöd kann man gar nicht sein!!!

zur beachtung: die amerikanische billion entspricht bei uns der milliarde und die trillion unserer billion, dadurch kommt es immer wieder zu missverständnissen!

wer es nicht glaubt, das es einen systemzusammenbruch geben wird, sollte sich mal intensiv mit den richtigen zahlen auseinandersetzen! für 5 billionen € an deutschen sparguthaben, gibt es laut steinbrück 4,6 milliarden im einlagensicherungsfonds, das ist nicht einmal 1/mille oder anders ausgedrückt, 60€ /pro kopf der bevölkerung, wenn das alles weg ist und zusätzlich die hyperinflation zuschlägt, gibt das eh eine revolution, deswegen haben sicherlich die politiker so PS starke autos, zusätzlich zu den 2 “neuen” airbus fliegern, ich denke das sind fluchtfahrzeuge, die haben sicher schon einen riesigen bolzen in der hose.

noch was anderes, wie berechnet man inflation? geldmengen-wachstum minus wirtschaftswachstum! und nicht äpfel – birnen + pflaumen! real ist im moment jede geldanlage mit weniger als 12% rendite eine minusinvestition! checkt doch mal eure kapitalbildenden lebensversicherungen Lol, “fiat money” wird immer soviel nachgedruckt, wie gerade von den banken gewünscht wird! nach der nicht einmal vollständig realisierten supprime krise, kommen jetzt die kreditkartenkriese, der autokaufrausch-crash und der zusammenbruch der alt-A-hypotheken. nebenbei platzen gerade die hypothekendarlehen in grossbritanien, spanien, irland, island und italien kriegt nicht einmal mehr die staatsanleihen verkauft!
über die hälfte der US-staatsanleihen sind schon gegen solche “wertpapiere” getauscht worden, schätzwert der papiere 1% -15%
des nennwertes! wenn die anleihen ausverkauft sind, good bye dollar! die deutsche (rekord-verlust)bank hat nach schätzungen etwa 150 milliarden $ solcher tollen assets. in etlichen ländern gibt es schon hungerrevolten und und und. aber die krise ist ja vorbei also könnt ihr euch beruhigt zurücklehnen, besorgt euch blos keinen lebensmittelvorrat (von der bundesregierung wird das empfohlen) und vor allem, kauft nichts wertbeständiges schon gar kein gold und silber! investiert am besten weiter in aktien, lebensversicherungen und tragt all euer geld auf ein sparbuch, damit es sicher ist. LLLLLLLLLLLLLOOOOOOOLLLLLL

13 autokrat 16. Mai 2008 um 20:29

@knüppel

ich glaub Du bist da irgendwelchen Fehlinformationen aufgesessen. Das deutsche Sparguthaben betrug Ende 07 ca 160Mrd€ (europäische Mrd) und der Einlagensicherungsfond soll um die 9Mrd€ stark sein.

Ist zwar nicht mal ein Prozent, aber Promill sind`s eben auch nicht.
Lies mal das hier:
http://blog.handelsblatt.de/oekonomie/eintrag.php?id=23

Gruss
Mat

14 knüppel aus dem sack 16. Mai 2008 um 22:35

autokrat/ der von dir angeführte artikel ist sehr interessant! selbst wenn man diese zahlen als referenz sieht, sind dort einlagen in höhe von über 2,7 billionen angeführt! und ob dann 4,6milliarden (laut steinbrück) oder die in dem artikel angeführten 9 milliarden als wirksam angenommen werden, spielt nur eine marginale rolle! fakt ist, wenn es nur eine mittelgrosse bank erwischt, ist die kohle alle! bei jeder weiteren bank ist dann eben nix mehr da, das bedeutet, bei einem systemkollaps gibt es für den einzelnen eben so gut wie nichts mehr zu holen!
in anbetracht der tatsache, das die eigentliche krise jetzt erst anfängt, sollte man sich die frage stellen, warum die realwirtschaft in den USA schon fast zusammengebrochen ist, die aktienmärkte in asien schon fast die hälfte ihres wertes verloren haben, schon etwa 30% der chinesischen wirtschaft brach liegt, in florida schon jedes 3. haus zum verkauf steht, in der bankerwohnhochburg in den hamptons eine villa für 10tsd – 20tsd $ zu haben ist, die hälfte aller 2006 aufgenommenen immokredite in den USA schon unter wasser sind usw. usf. !
täglich kommen neue hiobsbotschaften, ein ende ist da nicht in sicht! im gegenteil, die lage spitzt sich zu! täglich implodieren hedge fonds! und nicht einmal kleine. wenn das derivate monster zusammenbricht, ist eh von jetzt auf gleich, das system am ende, schätzungen gehen von 2-3 tagen des zusammenbruchs aus!
was kommt dann? sehen wir uns doch mal die momentane lage in grichenland an, dort sind die supermärkte überwiegend leer, da der transport auf grund von streik zusammengebrochen ist, ein tribut an unsere just and time gesellschaft, in den USA sieht es stellenweise so ähnlich aus.
nehmen wir mal ein milderes szenario an, die notenbanken monetisieren jedes mistpapier, dann führt das in folge zu einer beschleunigten inflation, irgendwann merken das immer mehr von bisher getäuschten menschen, es beginnt ein run auf die werthaltigen sachwerte, gold silber, rohstoffe und alles, was man unbedingt zum leben benötigt, (erinnern wir uns, just and time)
da zuviel “fiat money” im system ist, werden bestimmte dinge rar und nach marktgesetzen steigen die preise, andere sachen verlieren massiv an wert zb. immobilien, autos luxusgüter und anderes. kredite werden nicht mehr bedient (in den USA schon der fall) damit stirbt dann mit der zeit ebenfalls das finanzgewerbe , banken versicherungen etc. , damit kommen dann die anderen mistpapiere runter, zur erinnerung 600trillionen $ an derivaten verpuffen innerhalb sehr kurzer zeit, das dürfte keine der derzeitigen banken überleben. das endszenario ist das gleiche, nur das es etwas länger dauert!
informationen findet der suchende genügend im netz, nicht zuletzt bei den massenmedien, die zwar sehr verdünnt meldungen bringen, zusamen betrachtet, ergibt sich aber eine recht düstere zukunftsprognose! siehe auch hartgeld.com oder geab, einfach mal googlen.
grüsse an alle die wirklich mal nachdenken und sich informieren,
an alle anderen mein herzlichstes beileid, eventuell sogar zum hungertod.

15 mylli 16. Mai 2008 um 22:51

@ knüppel

“zur beachtung: die amerikanische billion entspricht bei uns der milliarde und die trillion unserer billion, dadurch kommt es immer wieder zu missverständnissen!”

und

“zur erinnerung 600trillionen $ an derivaten verpuffen innerhalb sehr kurzer zeit”

–>Auch wenn die Dollars amerikanische sind, bitte ich Sie, bei Zahlen unsere Billionen zu verwenden, wenn Sie von 10^12 sprechen, ansonsten trillion $, aber bitte nicht Trillionen.

“grüsse an alle die wirklich mal nachdenken und sich informieren,
an alle anderen mein herzlichstes beileid, eventuell sogar zum hungertod.”

–> Wie rettet man sich mit Information vor dem Hungertod? Konserven und Armbrust einlagern?

16 knüppel aus dem sack 16. Mai 2008 um 23:59

“–> Wie rettet man sich mit Information vor dem Hungertod? Konserven und Armbrust einlagern?”

das ist eine recht schwierige frage, auch meine erkenntnisse sind noch nicht allumfassend, falls sie es jemals werden könnten!?
fakt ist, das sehr viele spieler viele karten halten und ein nicht unbedeutender anteil davon gezinkt sind!
haltbare lebensmittel, wasser, heizmaterial und möglichkeiten zur selbstverteidigung sollten genauso zur vorbereitung gehören wie eine gewisse menge an physischen edelmetallen, “merke: jedes wertpapier wird in einer solchen krise wertlos oder massiv an wert verlieren! das gilt auch und gerade für unser fiat money”
die geschichte lehrt, das der erste winter nicht der schlimmste sein wird. da die krise 3 bis 5 jahre dauern kann und es in dieser zeit zu tätlichen übergriffen verschiedenster art kommen kann, sollte man vom schlimmsten ausgehen. weiterhin ist es sinnvoll sich mit allem auseinandersetzen, was der nahrungsbeschaffung dienlich sein kann, essbare pflanzen, ob gesammelt oder im eigenanbau, kann die zeit erleichtern. ob es für unsere regierung möglich sein wird an unsere goldreserven zu kommen, steht für den normalbürger in den sternen. auch wenn es notfallpläne und notreserven gibt, können diese wohl nur für eine gewisse zeit als ausreichend angenommen werden. strom, gas, wasser und heizungsausfälle sind möglich, somit sollte für solche ausfälle zumindest zur überbrückung ersatz beschafft werden. bis zur teilweisen normalisierung könnten edel-oder andere metalle eine art ersatzwährung darstellen. zu beachten ist der umstand, das diese krise weltweit, wenn auch verschieden stark ausgeprägt sein wird. viele szenarien sind denkbar, sehr viele annahmen sind
selbst im studium der vergangenheit ohne beispiel und sehr spekulativ! was wäre, wenn unsere regierung unsere goldreserven in form von papier, als forderungen gegen andere, hält und öl und anderes, auf den weltmärkten nur gegen “richtiges geld” (gold oder silber) gehandelt wird?
auch wenn für deutschland insgesamt die lage noch relativ gut aussieht, könnten temporär und örtlich begrenzt, unruhen mit weiterer verschärfung der lage entstehen. ein paar pflanzen auf dem balkon könnten schon helfen die vitaminversorgung zu verbessern, es gibt die verschiedensten möglichkeiten die lage erträglicher zu gestalten, für wichtig halte ich sich einen eigenen notfallplan für verschiedenste szenarien anzulegen, damit man im falle aller fälle auch flüchten kann. das sind unkonkrete vorschläge, durchdenken muss jeder seine eigene lage und massnahmen treffen, wer mit dem schlimmsten rechnet kann nur angenehm überrascht werden, wer denkt ” das wird schon nicht so schlimm”, spielt eventuell mit seinem leben! in russland sollen
in der letzten krise bis zu 3 millionen menschen verhungert und erfroren sein, so eine aussage eines ehemaligen bürgers von dort.
vergessen sie auch medikamente und hygiene nicht. wasser kann mit silber haltbarer und keimfrei gemacht werden, behältnisse für wasser sollten ausreichend vorhanden sein. das alles sind nur bruchstückhafte ideen und anregungen. pilz und pflanzenbücher
sollte jeder besitzen, wenn es nicht so schlimm kommt, wie angenommen, sind sie trotzdem hilf und lehrreich. taschenlampen und kerzen und natürlich streichhölzer und feuerzeuge sollten auch ausreichend vorhanden sein. es gibt viele viele wichtige dinge! diese aufzählungen sind nicht vollständig, sondern sollen nur zum nachdenken anregen.

17 Tom B 17. Mai 2008 um 09:47

Sehr interessante debatte

@knüppel aus dem sack
Das schöne an den survivalists ist ja, dass man an die besten mad max szenen denken muss, der direkte kampf mann gegen mann, und nur einer überlebt. etwa so wie manchmal auch in neukölln..
have a nice weekend!

18 f.lübberding 17. Mai 2008 um 14:22

Buiter hat doch schon vor Monaten erklärt, dass Northern Rock nur deshalb bankrott gegangen ist, weil sie keinen Zugang zur EZB hatten … . Und Northern Rock war ja ein Opfer des eingefrorenen Interbankenmarktes gewesen – und nicht etwa des Kreditmülls in ihren Bilanzen. Wie hier auch schon erwähnt, hatte Evans-Pritchard im Telegraph über die spanischen Banken berichtet, die als einzige noch Immobilienkredite verbrieft haben … . Natürlich um sie dann als Sicherheit bei der EZB einzureichen. Warum verbrieft man denn sonst noch Immobilienkredite? Nur was ist daran so aufregend – oder gar skandalös? Es ist eine etwas merkwürdige Argumentation ausgerechnet die Politik zu verdammen, die den Zusammenbruch der Finanzmärkte verhindert hat. Die EZB stellt Liquidität zur Verfügung, die ansonsten nicht mehr da ist.

Man hätte sich zwar eine andere Krisenlösung vorstellen können – etwa die de facto bankrotten Banken tatsächlich insolvent gehen zu lassen, den Kreditmüll auf diese Weise aus der Bilanz zu entfernen, um die Banken anschließend zu rekapitalisieren. Das wäre aber nur durch die offene Verstaatlichung des gesamten Sektors möglich gewesen. Das scheute man natürlich aus politischen Gründen. Ackermann als ein Angestellter des Bundesfinanzministeriums mit B Eingruppierung wäre eine nette Perspektive gewesen … .

Das Interessante an dem FT Artikel ist nicht die von Weissgarnix unterstellte Inkompetenz. Ich habe neulich im Herdentrieb die Handlungsunfähigkeit der EZB heftig kritisiert, nur aus anderen Gründen: In diesem Fall halte ich die Kritik für unangemessen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die EZB nicht vorher gewusst haben soll, was sie alles als Sicherheit untergeschoben bekommen werden würde, wenn sie die Schleusen öffnet.

Das Interessante an dem FT Artikel ist für mich nur eins: Drückt er einen beginnenden Politkwechsel bei der EZB aus? Und wird sie in Zukunft die Zügel wieder fester anziehen? Also die Ansprüche an ihre Kreditvergabe hochsetzen. Das könnte für weite Teile der kollabierten Kreditmärke Konsequenzen haben. Denn es gibt viele Level 3 Zombies in den Bankenbilanzen. Das ist eine Folge des Krisenmanagements: Man traute sich nicht, sie sterben zu lassen, und konnte sie aber auch bis heute nicht reanimieren. Es sind eben Scheintote, wo man immer noch die Hoffnung hat, sie zum Leben wieder zu erwecken. Also Marktbewertungen zu bekommen, selbst wenn diese nur einen Bruchteil des Nominalwertes sein sollten. Das könnte man dann mit Abschreibungen in den Griff bekommen. Wenn aber diese Wiederbelebung der Zombies selbst mit haitianischen Voodoo- Zauber nicht funktionieren sollte, wird sie die EZB – und das wäre die Konsequenz aus der Argumentation von Mersch – wohl in Zukunft nicht mehr als Sicherheit akzeptieren. Die Zombies also sterben lassen. Warum sonst das blödsinnige Getöse über australische Autokredite, die bei der EZB landen? Es wäre also als ein Hinweis für die sinkende Bereitschaft der EZB, die de facto Prolongierung des Kreditmüll via Sicherheit auf unbestimmte Zeit fortzusetzen. Versiegt aber diese Liquiditätsquelle, wird es für die Banken richtig spannend … . Dann steht auf einmal wieder ein Zeitgenosse hinter Ackermanns Rücken und klopft ihm wenig wohlwollend auf die Schultern. Er hat dann verdammte Ähnlichkeit mit dem Monster des Herrn Bundespräsidenten … . Mit Zombies haben die Banker natürlich weniger Probleme. Bisher haben sich ja die Herren Trichet, Mersch et altera dieser putzigen Gesellen angenommen … .

Trichet könnte jetzt aber keine Lust mehr haben, mit den Zombies Haus und Bilanz zu teilen. Zwar liegen sie immerhin nicht in seinem Bett, aber wahrscheinlich verfolgen sie ihn bis in seine (Inflations-)träume. Es könnte dafür zwei Gründe geben. Der Erste wäre: Man kann sich jetzt einzelne Bankenpleiten erlauben, weil das systemische Risiko eines Zusammenbruch des Finanzsystems abgenommen hat. Der Zweite: Die Kollateralschäden dieser Liquiditätshilfen werden größer als der Nutzen einer Stabilisierung des Bankensystems. Unter anderem weil man eben doch eine Hausse in den Rohstoffmärkten erzeugt hat, die die gesamtwirtschaftliche Stabilität mehr bedrohen als es die Kreditkrise bisher konnte. Es ist ja schon interessant zu beobachten wie man sich zur Zeit abmüht … Und diese Mühe nur für den Nachweis, es handele sich in diesen Märkten um keine Spekulationsblase … . Es ginge alles mit rechten Dingen zu … Die Pressteigerungen hätten realwirtschaftlich gute Gründe.

Und dann betont Herr Ackermann heute, dass die Kreditkrise ja fast vorbei und kaum Auswirkungen auf die Realwirtschaft habe. Dann gibt es für die EZB ja keinen Grund mehr, sich die Zombies aus dem Kreditmarkt ins Haus zu holen. Sie kann sie also sterben lassen.

Ich bin mir nicht sicher, ob deren Tod dann wirklich die Folge von Inkompetenz wäre … . Aber vielleicht irre ich mich auch. Und die Herren in der EZB sind einfach zu blöd … .

19 weissgarnix 17. Mai 2008 um 14:59

@f.lübberding

Ich habe bekanntlich eine hohe Meinung von der Zinspolitik der EZB so far, halte diese aber – meinen konzeptionellen Überzeugungen entsprechend – für wenig relevant. Aber als “Lender of last resort”, für mich die wesentlich wichtigere Dimension des Zentralbankgeschäfts, hat sie glatt versagt, wenn Merschs Ausführungen auch nur in Teilen richtig sind.

Auch Buiter irrt sich an einer zentralen Stelle (meiner Meinung hat er seine Position in diversen nachfolgenden Beiträgen auch relativiert): die Behebung eines Solvenzrisikos in den Büchern einer Geschäfstbank ist nicht Bestandteil des “Lending of last resort”. Sondern lediglich das Liquiditätsrisiko ist es. Wenn Northern Rock daher mit erstklassigen Bonitäten bei der BoE angetanzt wäre, und die ihr die Refinanzierung verweigert hätte, dann ja, dann hätte die BoE als Zentralbank auf voller Linie versagt. Aber war das der Fall?

Ich gestehe aber zu, dass meine Sicht den aktuellen Konstellationen zufolge vielleicht ein wenig zu simplistisch ist: denn wenn eine “failed bank” heutztage so oder so beim Steuerzahler landet, wofür sollte dann die obige Unterscheidung noch gut sein?

Und noch eines gestehe ich gerne zu: die Überzeugung, dass man alle Banken verstaatlichen sollte, reift in mir immer mehr. Wenn der Steuerzahler defacto immer für die Verluste geradestehen soll, dann erscheint es mir nur recht und billig, wenn er auch an den Gewinnen partizipiert. Und ich bin nun bestimmt kein Staatsfetischist, aber das, was hier abgeht, hat mit freier Wirtschaft ohnehin nichts mehr zu tun.

20 CLASSICMIND 8. Januar 2009 um 00:13

Die in den nächsten 2 Jahren eintretenden globalen Veränderungen im Weltfinanzsystem können, historisch betrachetet, mindestens als gleichbedeutund mit den Ereignissen der französische Revolution betrachtet werden. Hat man in den vergangenen Jahrhunderten die Gleichheit vor Gott und die Gleichheit vor dem Gesetz erlangt, wird nun die Gleichheit vor dem Geld erreicht werden. Konkret bedeutet dies, dass leistungslose Einkommen in Form von Spekulationsrenditen und Zinsgeschäften, wie im Zuge des herrschenden “Ökonomischen-Absolutismus”, überwunden sein werden. Niemand wird nach dem Ende des bereits begonnenen Weltwirtschaftskollaps die auf einfachen Grundrechenarten basierenden Sachverhalte leugnen können, dass die künstlich erzeugten Geldvolumina ( Zinses Zins etc.), mehr als nur einen Globus benötigen, um ihre reale Bedienung als Anlagekapital zu gewährleisten. Die glückliche Tatsache, dass die Welt sich nicht mehr in ideologischen Machtblöcken gegenübersteht und somit ein entsprechendes Kriegsszenario als bewusstseineindämmendes Moment funktioniert, gibt uns allen die Vorraussetzungen für ein länger als 70 Jahre andauerndes Erinnerungsvermögen, um das Finanzsystem ein für allemal zu reformieren. Somit wird die Krise mit allen zu erbringenden Opfern ein tatsächlicher Garant für die hoffnungsvolle Weiterentwicklung der Menschheit zum Guten.

21 !ll! 29. Mai 2009 um 06:29

@CLASSICMIND

Ihr Wort in Gotes Ohr, aber ist das nicht vieleicht ein klein wenig blauäugig ?? Ist es nicht auch ein wenig locker-flockig dahergesagt:

“Niemand wird nach dem Ende des bereits begonnenen Weltwirtschaftskollaps die auf einfachen Grundrechenarten basierenden Sachverhalte leugnen können, dass die künstlich erzeugten Geldvolumina ( Zinses Zins etc.), mehr als nur einen Globus benötigen, um ihre reale Bedienung als Anlagekapital zu gewährleisten”

In meinen Augen, in den Ihren wohl auch und in vielen vielen Augen der Ökonomen, Volkswirte und auch der Politiker ist das genau der Punkt. Letztgenannte stehen aber viel zu sehr unter dem Scheffel der Großfinanz und werden alles tun um da nicht weichen zu müssen. Sollte es wirklich soweit kommen, dass dieses viel zu hohe Kartenhaus zusammenstürzt, dann ist es immernoch die Großfinanz, die Machtelite hinter der Politik die am meisten von Reserven alá Gold etc. zehren kann.
Der Normalbürger kann es sich derzeit einfach nicht leisten sein Erspartes umzuschichten. Das eigene Haus bleibt stehn, aber es wird nichtmehr möglich sein, davon aus Einfluss zu nehmen auf die Geschicke.
Der Mensch ist böse … sehen sies ein …
homo homini lupus

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