Wer sich in den letzten Jahren mit der Börse beschäftigt hat, dem wird der Begriff des “Greater Fools” schon mal untergekommen sein. Die Theorie besagt, dass in “modernen” Zeiten wie diesen es bei der erfolgreichen Aktieninvestition nicht mehr primär darum geht, fundamental unterbewertete oder technisch interessante Werte zu finden, sondern stattdessen einen noch größeren Deppen als einen selbst, der einem auch zu teuer gekaufte Papiere noch mit einem Preisaufschlag wieder abnimmt.
Es scheint nun so, zumindest wenn man jüngsten Medienberichten glauben darf, dass sich die führenden Zentralbanken dieser Welt kollektiv entschlossen hätten, fortan nicht nur als “Greater” sondern sogar als “Greatest Fools” in die Geschichte einzugehen. Ihrer ureigensten Bestimmung gemäß sozusagen als “Deppen of last resort”, wenn sich sonst schon keiner findet, der diesen wenig schmeichelhaften Titel für sich beanspruchen möchte.
Nach Angaben der Financial Times diskutieren nämlich die Notenbanken der USA, Englands und der Eurozone, wie man gemeinsam dazu übergehen könnte, retail-mortgage-backed-Papiere (RMBS) fortan nicht mehr nur zu beleihen, sondern gleich direkt aufzukaufen. Die Bank of England soll in dieser Diskussion die Führung innehaben und ziemlich enthusiastisch sein, die FED steht dem Vorschlag wohl positiv gegenüber, und die Europäer – wie üblich – sind demnach eher weniger begeistert. Aber immerhin: diese Diskussion scheint tatsächlich stattzufinden, auch wenn FED und BoE den ersten Berichten in den Medien umgehend Dementis hinterherschickten. Nichtsdestotrotz, der englische Ökonom Willem Buiter, Professor an der sehr angesehenen London School of Economics, geht nach wie vor sehr wohl davon aus, dass dieser Schritt kommen wird. In der Financial Times online von heute 20:00 sagt er (deutsch von mir): “Die Zentralbanken werden sich auf Jahre hinaus mit dem Management von höchst interessanten Portfolios befassen müssen”. Buiter ist übrigens laut Eigendarstellung Berater diverser Investmentbanken, er wird diese Prognose also kaum ins Blaue gemacht haben …
Die sofortigen Dementis haben den einfachen Grund, dass ein solches Vorgehen ziemlich unerhört und vor allem für den Steuerzahler überaus riskant wäre: bislang beleihen die Notenbanken derartige Papiere nämlich nur, das ihnen innewohnende Kreditrisiko verbleibt dabei samt und sonders bei den einreichenden Geschäftsbanken. Sollte also ein derartiges RMBS ganz oder in Teilen ausfallen, dann würde die Geschäftsbank, die dieses Papier an die Zentralbank als Kreditsicherheit weitergereicht hat, auf diesen Verlusten sitzenbleiben. Setzt sich aber obige Idee durch, dann wäre die Zentralbank, und damit indirekt der Steuerzahler, Eigentümer der Papiere, mit allen Risiken. Käme es zu Wertminderungen oder gar Ausfällen, wären die Verluste plötzlich nicht mehr Problem der Geschäftsbanken, sondern das der Zentralbanken, sprich der Steuerzahler. Und da die Zentralbanken bekanntlich nicht kleckern, sondern klotzen, denn andernfalls würde ein derartiger Schritt angesichts der riesigen Volumina an ausstehenden RMBS gar keinen Sinn machen, wären es im Fall der Fälle ohne Zweifel gewaltige Verluste. In extremis könnten sie sogar Ausmaße annehmen, dass die Zentralbank, etwa die FED, deren Eigenkapital per Ultimo 2006 rund 31Mrd Dollar betrug, also angesichts der hier im Raum stehenden Beträge keineswegs sehr viel, technisch insolvent wird. Das würde zwar nicht das Ende der Zentralbank bedeuten, aber immerhin, dass dann erneut der Steuerzahler an der Reihe wäre, die Zentralbank per öffentlicher Mittel zu rekapitalisieren. Er käme also gleich zweimal “zum Handkuss”, nämlich einmal beim Ankauf der Papiere, und das zweite mal, sollte der Fall eintreten, bei der Rekapitalisierung der Zentralbank. Falls jemand irgendwo aufgeschnappt hat, dass Zentralbanken ja gar nicht insolvent werden können, dann sei ihm hier und jetzt gesagt, dass das falsch ist: Zentralbanken können nicht “illiquide” werden, sprich zahlungsunfähig, aber sie können selbstverständlich ihr Eigenkapital verlieren, was zur Überschuldung und damit bei Kapitalgesellschaften zur technischen Insolvenz führt. Aus diesem Grund gingen die Zentralbanken der westlichen Welt bislang eigentlich auch nur bei absolut hundertprozentig sicheren Schuldtiteln ins eigene Risiko, sprich bei AAA-gerateten Staatsanleihen. Das sie jetzt den Ankauf von diesem ganzen mortgage-backed Schrott erwägen, der Ackermann und Konsorten das Leben schwer macht, ist daher schon aus dieser Perspektive ziemlich unerhört.
Mein Hauptproblem mit einer derartigen Vorgehensweise ist aber ein anderes: wenn die Zentralbanken also derartige Problempapiere ankaufen, wer kümmert sich dann eigentlich darum, dass die diesen Papieren zugrundeliegenden Schulden auch nur annähernd vertragsgemäß eingetrieben werden? Ich meine, halten wir doch mal fest: die führenden Banken der westlichen Welt, die Masters of the Universe, die kaltblütigsten Geldeintreiber seit Al Capone, waren nicht dazu imstande, den Kredit-Tsunami, der sich aus diesen Papieren entwickelte, aufzuhalten … und jetzt kämen also ein paar Zentralbank-Bürokraten und meinen, sie wäre auch nur annähernd imstande, es den Bankern gleichzutun oder sie gar zu übertreffen? Wie kann man nur so crazy sein? Weder haben die Zentralbanken die Ressourcen, noch die erzkapitalistische Chuzpe noch die Motivation, bei der Realisierung der in den RMBS verkörperten Hypothekenschulden sich auch nur in die Nähe dessen zu bewegen, was für die Banken “business as usual” ist. Und auf der anderen Seite, bei den Schuldnern, wie sähe es wohl da aus? – Würde da nicht genau die gleiche “Ist ja eh nur die Kohle vom Staat, damit wird ja niemand geschädigt”-Denke einkehren, die uns praktisch in jedem neuen Bericht des Rechnungshofes oder des Bundes der Steuerzahler begegnet, immer und immer wieder? Was dürfte man also bei einer derartigen Konstellation an Ergebnissen erwarten? Große Gewinne?
Meine These daher: in dem Moment, in dem ein derartiges Papier von einer Bank in das Eigentum des Staats wechselt, ist es nicht mal mehr die Hälfte dessen wert, was als Kaufpreis mit der Zentralbank vereinbart wurde. Wobei für mich eh fraglich ist, was das wohl für ein Preis wäre, denn will man den Banken helfen, dann wird man ihnen vor Ankauf in Sachen Preis sicherlich nicht das Weiße aus den Augen verhandeln, wie das jeder Private selbstredend machen würde, sondern man würde dabei vermutlich “stabilitätspolitische Ziele” verfolgen, sprich überteuert kaufen. An dieser Stelle sei einmal daran erinnert, warum die Banken die aktuellen Probleme mit diesen Papieren überhaupt haben bzw. auf ihnen sitzenbleiben: weil nämlich die Privaten den Braten gerochen haben und sie ihnen gar nicht mehr abkaufen, zu keinem Preis!
Die Zentralbanken haben also hier die ganz große Chance, sich endgültig nicht nur zum Deppen, sondern zum größtmöglichen Deppen zu machen. Womit die Theorie vom “Greater Fool” einmal mehr ihre Gültigkeit bewiesen hätte, diesmal im ganz, ganz großen Stil …















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Als ich das gelesen hab mußte ich erstmal schlucken. Was hätte das denn für Auswirkungen auf unser Leben. Z.b. hinsichtlich der Entwicklungen von Inflation und Deflation?
Vielen Dank für Deine informative Arbeit hier und im Gelben.
Bin erst vor wenigen Wochen darauf gestossen und versuche mich im finanzpolitischen Kontext etwas weiterzubilden, aber auch Vorkehrungen für eine ungewisse Zukunft zu treffen, natürlich diversifiziert.
Ich wüßte nun wirklich nicht, wozu die EZB diese in Dollar notierten “Wertpapiere” mit über 30 % -iger unkalkulierbarer Wechselkursverlustwahrscheinlichkeit und Kursverlustwahrscheinlichkeit um 60 % aus den USA ankaufen sollte. Die finanzierten Hütten stehen in den USA, die EZB sollte mit spanischen Hypothekendarlehen genug Probleme haben. Die Engländer haben Nothern Rock “verstaatlicht”, sie haben ausgewachsene eigene Hypothekenprobleme, sonst hätte sich HBOS, nicht gerade eine der kleinsten Hausnummern zum Jahreswechsel nicht bei der EZB Geld gepumpt, die Japaner haben sich von ihrer Krise nach 25 Jahren noch nicht wieder regeneriert. Da ging es bekanntermaßen auch um Hypotheken.
Die Geschichte wurde richtigerweise dementiert. Ich halte das für eine Ente, sollte da doch was dran sein, würde das wohl einen Bankenrun auslösen. Und bei der Eigenkapitalquote wären die Burschen durch die Bank weg nach einer Woche komplett im Eimer. In Abwägung von Risiken würde ich behaupten, daß die Übernahme oder Verstaatlichung der einen oder anderen Bank das entschieden kleinere Übel wäre.
@Michael und Peter S.
Ich denke auch, dass wenn, die EZB da höchstens symbolisch mit an Bord wäre. Und wenn, dann wohl nur hinsichtlich Papieren aus der Eurozone. Der FED und der BoE hingegen traue ich das unbesehen zu, zumal ihnen einige Vertreter des ökonomischen mainstreams ja auch ganz offen dazu raten (wie zB besagter Buiter, der in seinem FT-Blog schon vor einer Woche von “Market Maker of last ressort” schrieb).
Den dunklen Künsten traue ich mittlerweile alles zu. Die FED und Co. als Sammelstelle des Kreditmülls. Wenn dem so wäre, was kommt dann als nächstes: die globale Finanzdiktatur?
Die Alternative Banken zu verstaatlichen oder mit Steuergeldern zu retten käme einem Freifahrschein für Banken gleich. Marktregeln gelten für alle. Wenn dieser Fall eintritt, würde es nicht lange dauern und wir hätten die nächste Krise.
Da bevorzuge ich doch lieber eine Weltwirtschaftskrise oder auch eine Revolution. Neuanfang ist immer gut.
Eigentlich stellt sich die Frage mit wie viel Abschlag die EZB´s die Papiere rein nehmen,mit 50,60,80 % Abschlag,bei 80% Abschlag würde es kaum ein Risiko für den Steuerzahler darstellen.
Leider werden die Banken dann den Rest Abschreiben müssen und wen trifft es ? den Steuerzahler,natürlich auch die Aktionäre,macht nix.
“This kind of stuff caused the French Revolution. They should be thankful people don’t work on farms anymore because then they would all have access to a pitchfork.”
Ich erlaube mir, nun in boshafter weise mal querzudenken: warum eigentlich sollte gerade der Steuerzahler ein besonders schützenswertes Wesen sein, dem man nur ja nicht die Kosten der Hypothekenkrise aufs Auge drücken darf?
War es nicht gerade dieser Steuerzahler, der in verantwortungsloser weise Kredite in Anspruch genommen hat, die er sich nicht hat leisten können, wo das Fiasko vorprogrammiert war?
War es nicht der Steuerzahler, der des Konsum willens seine Häuser bis unters Dach mit neuen Hypotheken belastet hat?
Ist es nicht der Steuerzahler, dessen Mentalität das Florianiprinzip ist: die anderen sollen zahlen?
Ist es nicht der Steuerzahler, der bei allen Geschenken des Staates die Hand aufhält und jene Parteien wählt, die ihm das Blaue vom Himmel versprechen; egal, wer das bezahlen soll, oder woher das Geld kommt?
Ist es nicht der Steuerzahler, der durch sein Wahlverhalten und seiner Resignation erst eine wild gewordene Horde von Politikern ermöglicht, die nicht einmal mehr den Anschein einer Rechtsstaatlichkeit aufrecht erhält und nicht mehr für, sondern gegen die eigene Bevölkerung arbeitet; dafür aber umso mehr die eigne Befindlichkeit in den Vordergrund stellt?
Warum also sollte der Steuerzahler als Souverän des Staates nicht dafür gerade stehen, um volkswirtschaftlichen Schaden abzuwenden? Dass er eine strafrechtliche Verfolgung und Untersuchung der Vorgänge in den Banken nicht anstrebt, ist eine großzügige Geste.
@Werner
genauso argumentiert (natürlich über dessen Verteidiger) der Straftäter. Er war ja in ach so schlechten Verhältnissen aufgewachsen. Alle anderen sind schuld, nur nicht er ! Und nun wird vom Opfer erwartet, dass es grosszügig verzeiht und noch Vertsändnis für die Tat aufbringt. da fällt mir nur noch Max Liebermann ein … kotzen bis der Arzt kommt
Wenn der Bundesfinanzminister Zweckgesellschaften, also hedgefunds, der IKB und LB für rund 30 Mrd. € rettete, bedeutet das ja, daß die Angestellten öffentlicher Dienste im Speziellen und die Steuerzahler im Allgemeinen das mit relativ zu den Preisen geringer steigenden Einkommen bezahlen werden. Nun ist es aber so, daß die EZB seit Jahren ausschließlich einen annähernd ausgeglichenen Haushalt vorlegt, weil auch da die Bundesrepublik (die auch am € verdient) gewaltig zuschustert.
Nähmen wir an, die EZB und unser offenkundig zu jeder zweifelhaften Tat bereiter Finanzminister würden jetzt US-Schrottpapiere aufkaufen. Was wäre das Resultat ? Die Amis hätten einen “ausgeglichenen” Haushalt, sie hätten ihre Hütten, sie hätten seit Jahren gravierende Wettbewerbsvorteile durch eine (zu Recht) schwache Währung. €uropa hätte ein Bilanzdefizit. Das hypothetische Vertrauen in den €uro ginge verloren. Es gibt durchaus Alternativen.
Kommen wir darauf zurück, daß die von u.a. den Ertragswinkeln der Deutschen Bank geschaffenen Hypothekenschieflagen von den Zentralbanken angekauft werden sollen. Da stellt sich die Frage, woraus denn die Privatbanker die Übernahme der Postbank finanzieren wollten (wer sich die Zahlen dieser Banken ansieht, stöhnt: “wer glaubt wird selig”). Sie haben also erst mal noch genug, um sich gegenseitig übernehmen zu können.
Richtigerweise liquidieren sie bei der Übernahme die Schrottwerte. Sonst lagern sie die in eine Zweckgesellschaft aus, die ohne Eigenkapitalausstattung beim nächsten margin call Gläubigerschutz beantragt.
Erst wenn die Banken, vom Hypothekenschrott befreit eben doch durch Selbstheilungskräfte des Marktes, nämlich Liquidierung der Schrottpositionen, in Schieflage kommen, käme die “Rettungsmethode” Verstaatlichung. Aber dann werden die Banker, nach den Brot- und Wasser-Tarifen, des durch ihre Taten immer “ärmeren” öffentlichen Dienstes verköstigt.
Da genau diese Banker seit vielen Jahren weinger Staat und weniger öffentlichen Dienst und Privatisierung forderten, werden sie dann die nächsten sein, die sich auf dem “Arbeitsmarkt” zu Hartz IV-Preisen anbieten dürfen. Sie werden sich also mit Händen und Füßen gegen eine Verstaatlichung wehren. So wie Papa Staat die auch nur im Notfall retten würde. Alles andere ist ja verzeihlich, aber beim Geld hört nicht nur bei Bankern jeder Spaß auf.
@Werner
Es war der amerikanische Steuerzahler. Wenn die FED das macht, ist es ihr Problem, wenn der Dollar nicht mehr onder noch weniger als Zahlungsmittel anerkannt wird. Der deutsche Steuerzahler machte nur einen Fehler, er spart, ob in Form von Festgeld oder Riester-Renten, bei den falschen Finanzinstituten. Er will ja möglichst hohe Zinsen, ein Fehlgedanke. Und mit diesen beliehenen Spareinlagen wurden offenkundig beträchtliche Risiken eingegangen. Dazu noch in einer Währungszone, die nicht unsere ist. Der volkswirtschaftliche Schaden entstünde erst durch die Rettung der Zweckgesellschften, die offenkundig zu den hedgefunds und Heuschrecken gehören. Vorher besteht er im Verlust des Eigenkapitals der Gebilde, das dürfte vergleichsweise marginal sein.
das ganze oben beschriebene szenario findet doch schon klammheimlich statt. die ezb kauft doch schon seit geraumer zeit die spanischen schrottpapiere auf, um den spanischen markt weiter liquide zu halten. das heisst doch im endeffekt, dass der deutsche steuerzahler den größten teil dieses kuchens bezahlt (die niederländer, luxenburger und andere eu-nettozahler in geringerem maße), die alternative wäre vermutlich, dass erst die spanier aus der eu rausfliegen und anschliessend die italiener & griechen und das wird bis zum verecken verhindert, dann wäre das grosse eu-projekt nämlich gescheitert. lieber lassen die den “blöden” steuerzahler die rechnung zahlen, wenn man sich den neuen eu-vertrag anschaut, und wie sehr die eu immer mehr kompetenzen an sich zieht, ist eigentlich eh klar, worauf das hinauslaufen soll (weltregierung). die einzelnen bürger werden immer mehr reglementiert und überwacht…die sklaven/hamster müssen schliesslich schön am rennen gehalten werden. das ganze hat halt system, wofür sonst wurde patriot act, rfid-chips in reisepässen, der ganze biometrie-wahnsinn denn sonst geschaffen ? und dann schliesst sich der kreis auch wieder. denn nur in “krisenzeiten”, in denen breite bevölkerungs kreise verarmen, lassen sich entsprechende veränderungen ungestört durchsetzen, da die breite masse mehr damit beschäftigt ist, was auf den teller zu bekommen (siehe naomi klein´s neueste buch).
hier mal ein interesanter ansatz vom informationsportal j.jahnke : gerade diese vorschläge finde ich nicht unsympathisch
:
Der damalige Bundesbankpräsident und heutige Vorsitzende des Kuratoriums der neoliberalen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft Prof. Dr. Hans Tietmeyer konnte schon 1996 auf dem „Weltwirtschaftsforum” in Davos vor 2000 Spitzenvertretern aus Wirtschaft, Politik und Forschung mit der ihm eigenen Überheblichkeit erklären: „Ich habe bisweilen den Eindruck, dass sich die meisten Politiker immer noch nicht darüber im Klaren sind, wie sehr sie bereits heute unter der Kontrolle der Finanzmärkte stehen und sogar von diesen beherrscht werden.” Dazu nach Jean Ziegler: „Langanhaltender Beifall. Die Staatschefs, Ministerpräsidenten und Minister, unter ihnen viele Sozialisten, akzeptierten wie selbstverständlich die Fremdbestimmung der Volkssouveränität durch die spekulative Warenrationalität des globalisierten Finanzkapitals”.
Ich bin dafür, daß diese marode neoliberale Mißgeburt von Bankensystem, für das die Politik und in Deutschland die Bundesbank seit Tietmeyer schwere Verantwortung trägt, nach dem britischen Northern Rock-Modell erstmal verstaatlicht wird, bevor Steuerzahlergeld dort hineinfließt. Dann kann man in Ruhe sanieren , den künstlich und spekulativ aufgeblähten Bankensektor gesundschrumpfen und später zu weit höheren Preisen wieder privatisieren. Die Verstaatlichung sollte allerdings zu niedrigsten Kosten stattfinden (die Commerzbank z.B. ist heute weniger als die Hälfte ihrer Aktiennotierung von vor 8 Monaten wert, die Deutsche Bank weniger als drei Viertel) und der Staat sollte einen Teil der üppigen Gehälter von Ackermann u. Co. zurückfordern. Wenn die sich dann verweigern, weil sie vielleicht juristisch nicht erwischt werden können, sollen sie wenigstens ihre Jobs verlieren und den moralischen Makel tragen.
Wenn Banken für das Steuerzahlergeld der kleinen Leute keine Gegenleistung erbringen wollen, weil sie sich als “too big to fail” betrachten, sollte man ihre Aktien weiter in den Keller rauschen lassen. Alternativ kann man den Banken ohne Verstaatlichung anbieten, ihre Gewinne in den nächsten 10 Jahren als Gegenleistung für das Steuerzahlergeld ebenso zu sozialisieren. Das Schlimmste wären jetzt unkonditionierte Finanzhilfen. Sie würden nur die Unverantwortlichen honorieren und die nächsten Krisen vorbereiten.
Warum nicht endlich mal eine „saubere Lösung”? Es wird Zeit, das Undenkbare zu denken!
@samuiman
Völlig richtig. Die €U-Zone hat bereits mit beträchtlichen eigenen Problemen zu kämpfen. Der € hätte nie eingeführt werden dürfen, weil die Maastricht-Kriterien nur durch zeitweilige Manipulationen einer Reihe Akteure eingehalten wurden. Sicher ist nach der Ablehnung der “EU-Verfassung” durch die Volksabstimmungen der “Lissabon-Vertrag” ein Tritt mit dem Pferdehuf gegen jeden demokratisch denkenden EU-Bürger. Selbstverständlich dient der “Krieg gegen den Terror” ausschließlich der Sicherung der Gewinnmaximierung einer sehr sehr kleinen Geldadelkaste.
Aber solange die Leute glauben, daß sie wenn sie nicht wählen gehen, etwas Positives bewegen, wollen wir sie mal ruhig in ihrem Glauben lassen. Und wenn sie denken, daß sie von den “Volksparteien” demokratisch vertreten und nicht verraten wurden, dann mögen sie das ruhig weiter denken. Wenn wir uns am Hindukusch “verteidigen” lassen wollen, nur zu. Wenn Frau Kanzlerin meint, wir hätten eine historische Schuld gegenüber Israel, sähe ich das anders wir haben eine historische Schuld gegenüber den Juden, aber das sind nicht die zionistischen Kriegstreiber.
Mir stehen vor der nächsten Wahl auf jeden Fall die Bilder, in denen ein paar Pazifisten von den Staatsdienern mit Reizgas und Gummiknüppeln kräftig vermöbelt wurden, vor Augen. Mir steht vor Augen, wie BGS und Polizei regelrecht den Belagerungszustand über Städte mit unerwünschten Veranstaltungen verhängten. Diese Art der “Demokratie” gehört eindeutig abgewählt.
Kommen wir auf das Geld zurück, wir erlebten eine Massenverarmung durch Steuern und Sozialabbau. Diese Zukunft war bei der €-Einführung klar. Was den Massen jedoch nicht klar zu sein scheint, ist, daß ihre Sparwut (egal in welchen Finanzprodukten) die Macht ihrer, ich nenne sie ruhig so, Blutsauger und Peiniger, ist. Mit jedem cent, den sie “anlegten” finanzierten sie die Auslagerung ihrer Arbeitsplätze. Jetzt finanzieren sie die “Rettung” der hedgefunds von steuersparenden öffentlichen Finanzinstituten der Sparkassen, die sich mit US-UnWertpapieren verschätzt haben. Ackermann gleiche Rechte für die Privatbanken ein, nun gut seine Leute haben doch etwas sehr viel auf dem Kerbholz.
Und vielleicht beteiligt sich die EZB auch noch an der “Rettung” des Dollars. Die Amis feiern auf Kredit, der durch die Spareinlagen der Bürger der Welt vergeben werden kann, rauschende Konsumorgien. Sie werden gehegt und gepflegt. Dafür sorgen sie in nicht christlichen Regionen mit Bombenteppichen für eine “Demokratie” ihrer Denkart. Dafür bekommen sie mit einer schwachen Währung reichlich Wettbewerbsvorteile eingeräumt.
Und der Rest der Welt geht mit aschgrauem Gesicht morgens zur Arbeit, spart wie wild auf die Rente, oder wird vom Sozialstaat noternährt. Damit die Einkommen auch wirklich nur bis zum Monatsende reichen, werden asiatische Lohnsklaven geboomt. Damit hätte der Moloch sein Ziel erreicht.
Nun ist es aber so, daß die Kredite platzen. Und wer glaubt, die Zentralbanken könnten das biegen, dem ist nicht klar, wozu Zentralbanken dienen. Sie können es nicht, ein “starker” Schuldner könnte es, das wäre der Staat. Aber der verliert dann derartig viel Vertrauen, daß das Geldsystem implodiert, bei einem Run wäre der erste am Geldautomaten derjenige, der sein Geld noch bekäme. Denn beim Geld hört auch für die allergrößten Dummköpfe jeder Spaß auf.
@Max Risk und Michael
Irgendwie macht mich der ganze Sch… wütend, ohne nun meine Wut zu spezifizieren. Das würde Seiten füllen.
Wie ich das verstanden habe, so macht die FED einen bailout und das ist gut so; die Amis sollen für ihren eigenen Mist bezahlen.
Die EZB hat ähnliche Spanienprobleme und sollte ihres tun, um den Schaden gering zu halten. Ebenfalls auf Kosten des Steuerzahlers. War er es doch, der mit bäuerlicher Schläue gedacht hat, sich eine goldene Nase zu verdienen. Dies selbstverständlich auch auf Kosten der unbeteiligten Mitbürger. Bedauerlicherweise, aber hier gelten wohl übergeordnete Interessen. Das Kind liegt im Brunnen und es sollte eine gemeinsame Anstrengung sein, dieses zu retten.
Was mir aufstösst, warum die Vorgänge des bailouts so smart ablaufen, quasi unter der Hand.
Nehmen wir doch mal die IKB. Die Namen im Aufsichtsrat oder Verwaltungsrat lesen sich ja wie das „who is who“ der deutschen Politik mit Querverweisen auf die BAFIN. Die IKB scheint mir da ein Selbstbedienungsladen gewesen zu sein. Ich kann mich auch irren, aber ich sag das mal so.
Unverständlicherweise läuft das völlig an den Staatsanwälten und an der Opposition vorbei.
Da gibt es die FDP, die Grünen und die Linken, von denen ich mir ein Geschrei nach Untersuchung erwartet hätte. Da gäbe es ordentlich politisches Kleingeld zu verdienen. Sind die so unfähig, oder haben die auch ein Interesse daran, dass nichts hochkommt?
Ich verstehe das nicht. Gaunereien und Betrügereien kommen immer vor. Auch eine Hypothekenkrise kann vorkommen, getrieben durch Gier, Dummheit, Unvermögen und krimineller Machenschaften.
Der Schaden gehört abgegolten, aber mehr noch: wo sind die Verantwortlichen, die dafür bezahlen sollten. Wer klagt an, wer untersucht?
Die Bundesregierung hat kein Interesse daran, die Opposition auch nicht und scheinbar am wenigsten die Steuerzahler.
Also, was soll es. Der „Steuerzahler“ soll mal kräftig bluten und wenn er sich dann keinen Urlaub mehr in der Türkei oder in Tunesien leisten kann, dann fängt er vielleicht an sich Gedanken zu machen, wem er das zu verdanken hat. Warum soll immer nur der schwindende „Mittelstand“, der im Laufe seines Lebens hunderttausende von Euros an Steuern, Gebühren und Abgaben zwangsenteignend abgedrückt hat, für alle Blödheiten aufkommen? Legt mal schön den ganzen Aufwand auf alle Bürger um.
@Werner
Wo ist der Haken ? Der Steuerzahler in den USA wird seinen Teil bezahlen. Die Frage ist, wird auch €uropa US-Schundpapiere kaufen ? Daß die €-Steuerzahler die Probleme in €uropa bezahlen werden, steht völlig außer Frage. Wem er das zu “verdanken” hat ? Ganz einfach. Seiner Dummheit sein Geld den Banken anzuvertrauen. Ohne seine Spareinlagen hätten die kein einziges Schundpapierchen kaufen können. Da beißt die Maus keinen Faden ab, der Steuerzahler €uropas wird, das braucht man garnicht diskutieren, in irgendeiner Form für die Banken, die in seinem Auftrag nach Maximalgewinn gieren mußten, zahlen.
Die “Greatest Fools” verdienen unsere vollste Unterstützung.
Ich hatte schon immer die Idee, wie dieses untaugliche Zahlungsmittel (Euro, US-Dollar usw.) schonend entsorgt und deren Protagonisten sinnvoll beschäftigt werden können.
Eine Rendite-Garantie muß her. Warum sollte man den Haltern dieser sich endlos vermehrenden Gelder nicht eine Garantie geben, daß sich ihr Geld weiterhin vermehrt? Solange (!) sie versprechen, den realen Gütermarkt mit diesem dafür untauglichen Geld in Ruhe zu lassen. Funktionierende Zahlungsmittel für den realen Gütermarkt wie Volmetaler http://www.volmetaler.org oder Rheingold http://www.rheingoldregio.de, die für die zu beklagenden Verwerfungen nicht taugen sind ja schon da.
Dann hätte man eine ideale Arbeitsteilung der verschiedenen Geldformen und stolze vollbeschäftigte Investment-Anleger, die jedes Jahr mit Erfolgen prahlen können.
Dann würde auch der Steuerzahler nicht zur Kasse gebeten, da das erforderliche alte Geld von der FED einfach gedruckt oder elektronisch zur Verfügung gestellt wird
@michael : ich glaube, du hast da was nicht ganz verstanden… der otto-normal-steuerzahler hat von der ganzen materie eh keinen plan, der ist froh, wenn er seine 2,5 % guthabenzinsen bekommt und läßt sich vielleicht vom bank-berater einen sparplan oder ne riester-rente aufschwatzen. dieses geld ist auch nicht das “eigentliche” geld in den derivaten, das problem hierbei ist einfach, dass sich die finanzmärkte mit sämtlichen hebelprodukten komplett von den real-gütermärkten losgelöst haben, weil ein paar windige banker wahrscheinlich doch immer wieder darauf spekulierten, dass in der not, der staat sie wieder auffängt. und so dem steuerzahler seine “eigene” dummheit vorzuhalten, ist ein bisschen einfach gemacht. es wird vielleicht doch mal zeit, dem perfiden banksystem ziemlich heftig auf die finger zu klopfen, aber da sind wir wieder an dem punkt angelangt, dass die “herrschenden/eliten/banker” es immer schon gewusst, wie sie die breite masse lenkt, manipuliert und ausnutzt.
@ Werner!
Bravo! Mit deinen Ansichten gehe ich völlig konform.
Der Großteil der Konsumenten ist derart beschränkt, dass ihm die Auswirkungen eines FW-Kredits 5mal erklärt werden können, und trotzdem kapiert er nix.
Hauptsache es ist wieder Kohle da zum sinnlos verbraten.
Bei Transferleistungen wird sowieso immer die Hand aufgehalten, von Einheimischen genauso wie von Zugewanderten.
Wieso soll also nicht der Steuerzahler (ist zumeist ohnehin nur der Bodensatz, der kaum in den steuerpflichtigen Bereich reinkommt) nicht auch für seine Kollegen gradestehen, die den Kredit aufgrund eigener Ignoranz und Selbstüberschätzung nicht mehr bedienen können.
Max
@Werner, Max, Michael
100 %-ig d´accord mit euren Ansichten. Aber wenn schon “Unwissenheit – oder Torheit ?! – schützt vor Strafe nicht” gelten soll – DANN aber auch für die VERANTWORTLICHEN (die Erschaffer dieser Finanzkrise). Mit ALLEN Konsequenzen. In der Geschichte ist schon allzu oft und allzu viel vergessen worden. Darum nicht GENERALAMNESTIE und kein konzertiertes Vergessen.
Wer bitteschön sind denn “die Verantwortlichen”?
Sind die BMW-Werke dafür verantwortlich, wenn sich einer mit einer 300-PS-Rakete um den Alleebaum wickelt?
Ist Solingen dran schuld, wenn Opa mit dem dort gefertigten Brotmesser die ewig quengelnde Oma absticht?
Wohl doch nicht, oder?
Sobald jemand geschäftsfähig ist (also Mindestalter erfüllt, nicht debil ist, etc.), ist er allein selbstverantwortlich für sein Handeln.
Kreditaufnahme unter dem Motto “wird schon irgendwie gehen, das mit der Rückzahlung” gehört auch dazu.
Dass die Bank etwas verkaufen will – Information laut Konsumentenschutzgesetz wurde erteilt, bloß war Hansi Meier zu deppert zum Verstehen derselben – ist mE keineswegs verwerflich.
Max
@samuiman 18
Da sind wir uns nicht uneinig.
Sicher wäre ich nicht der Typ, dem ein Bankberater über die Türschwelle käme. Ich will mir, wenn ich patze schon vor dem Spiegel sagen können, selber Schuld. Ich wäre kein Gutmensch im Vergleich zum Bösbanker.
Aber bevor man ein irgendwie gehebeltes Zertifikat kauft, braucht man erst mal etwas, das man beleihen kann, damit man überhaupt nur einen cent für den Kauf des Hebelproduktes hat. Und was da beliehen wird, ist definitiv jeder hinterlegte müde Euro in jeder Form. Wenn die LB patzten, dann waren es Sparkassengelder, die sie in US-Schund gehebelt “anlegten”. Die Banken selbst besitzen nicht einen Pfennig, wenn ich z.B. einen Verschuldungsgrad von 4400 % richtig verstehe. Sie besitzen ausschließlich Geldforderungen.
Und das perfide am Finanzsystem ist ja, daß sie kein Interesse am bescheidenen Gläubiger hatten, sondern am möglichst hoch belasteten Schuldner.
Es sei aber auch gesagt, daß die Banken im Sinne ihrer Gläubiger handeln, wenn sie maximale Eigenkapitalrenditen anstreben. Deshalb wurde die Eigenkapitalquote ja so runtergeschraubt. Die Gläubiger der Banken, das sind die Sparer oder Steuerzahler oder i.e.S. ist es nur der Mittelstand, werden sich wenn es rumpelt, überlegen müssen, was sie u.a. auch ihren Bankern abverlangen.
Rein fiktiv, wenn ich zum Beispiel als Kunde meiner Maierbank hören würde, Herr Baron hätte sich gerade ein Millionenmonatsgehalt von seinem “Aufsichtsrat” unter Leitung seiner Majestät genehmigen lassen, und nebenbei zwei Milliarden Dukaten verheitzt, würde ich nicht böser Reichling schreien, sondern mein Geld auf eine andere Bank schaffen.
Das sehen die Kunden mancher Banken offenbar nicht so. Dann sollen sie ruhig die Konsequenz tragen, wenn “ihrer” Bank kräftig auf die Wurstfingerchen geklopft wird.
@Max { 24.03.08 at 14:46 }
Wer bitteschön sind denn “die Verantwortlichen”?
–> Hansi Meier ist sehr eingeschränkt schuldfähig.
VERANTWORTLICHE sind z. B. Institutionen, die die weapons of financial mass destruction kreiert, verbrieft und in Umlauf gebracht haben. Die politischen Institutionen, die z. B. mittels z. B. Finanzmarktfördergesetzgebung etc. die Entstehung und den Umlauf dieser derivativen Massenvernichtungswaffen für die Finanzmärkte ermöglicht haben …
Hansi Meier hält die Wirtschaft auch am laufen und ist froh, wenn er nach einem knochenharten Arbeitstag als (Leih-)arbeiter die Füsse hoch legen kann. TV ein, Bierchen auf den Tisch, Chips in die Schüssel und gut ist es … wie kann man als einer der oben genannten VERANTWORTLICHEN von Hansi Meier Verantwortung einfordern, wenn jeden Monat mehrere Aasgeier aus diesen Institutionen über dessen Einkünfte drüber geritten sind. hat er dafür Einflussmöglichkeiten ? Nein, er hat keine Chance, aber er nutzt sie – denn: “Er darf wählen
) … welche Gnade …
@Werner Du schreibst …Die Bundesregierung hat kein Interesse daran, die Opposition auch nicht
Darüber braucht man kein Wort zu verlieren.
@Werner:
und scheinbar am wenigsten die Steuerzahler.
Aha und was soll der Steuerzahler denn deine Ansicht nach machen?
Willst Du Anarchie ?
Willst Du Zerstörung ?
Mord und Totschlag ?
Mit Wahlen ,Wahlverweigerung ist der Sache nicht bei zu kommen.
Willst Du alles verstaatlichen ?,möchtest Du den Staat abschaffen ?
Erkläre mal was der Steuerzahler machen könnte.
Du machst es Dir etwas einfach.
@Max
(ist zumeist ohnehin nur der Bodensatz, der kaum in den steuerpflichtigen Bereich reinkommt)
Ich sehe ,dass Du das System nicht durchschaut hast,gerade die,die angeblich keine Steuern zahlen,die Zahlen mit am meisten.
Ehe Du dich jetzt aufregst Denk mal nach warum das so ist,denn die können nicht ihre teure Rostschippel bei der Steuer absetzen,die können nicht ihre teuren Klamotten Klamotten abschreiben,die fahren keine teuren Firmenautos auf kosten der Steuerzahler,dass könnte man Stundenlang fortsetzen.
@ maxrisk : besser hätte ich es nicht sagen können. das ist auch leider das grundübel, das hans meier oftmals nicht von 12 bis mittags denkt, insbesondere in finanzangelegenheiten. was mir da in den letzten jahren zu gesicht gekommen ist (bin leider immer noch in der finanz-berater-mafia-branche tätig) ist oftmals an dummheit nicht zu übertreffen. insofern ist es auch eine philosophische frage, ob jemand mit 18 jahren voll geschäftsfähig ist und dementsprechend verantwortlich für sein tun ist (also auch “ausgenommen” werden darf).
in meinen augen sind es auch eher diverse “gierlappen” in den banken, die den hals nicht vollgenug bekommen, wenn man sich die dekadenz in bestimmten kreisen anschaut, weiss man , wer für diese ausschweifungen verantwortlich ist…
@weiss noch weniger
Du fragst mich, was denn der Steuerzahler tun könne und ob ich es mir nicht zu einfach mache?
Klar mache ich es mir einfach, ich provoziere nur ein bisschen J, denn die Möglichkeiten, etwas zu unternehmen sind ja sehr eingeschränkt – in jahrzehntelanger weiser Voraussicht der Eliten. Eine direkte Demokratie, wie die Schweiz sie hat, ist ja weltweit ein Novum. Du kriegst auch die Leute nicht auf die Strasse, außer es handelt sich um rechte oder linke Befindlichkeiten, wo schnell eine Anzahl Chaoten sich zusammenrottet.
Ich wüsste schon, wie man einen Druck ausüben könnte, doch weltfremd bin ich noch nicht. Alle 4 Jahre gäbe es die Möglichkeit, zumindest seine Unzufriedenheit kundzutun. Nur das spielt es nicht, da kriegst du keine qualifizierte Mehrheit zustande. Also bleibt alles wie es ist. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, wo es im eigenen Geldbörsel anfängt weh zu tun. Und da passiert dann sicher nicht ein Wandel zum Besseren oder Richtigeren, sondern der sozialisierte Kommunismus feiert fröhliche Urstände.
Aber heute und jetzt muss es mir gestattet sein, meinen Groll zum Ausdruck zu bringen über Dinge, die mir nicht passen. Wohl wissend, dass es nach meiner Auffassung und Lebenseinstellung im Laufe der Zeit nicht besser wird.
@samuiman: Leider frißt sich die Finanzkrise in die reale Wirtschaft hinein. In Deutschland ist das noch nicht so richtig bemerkt worden; kommt noch.
Und warum die Massen so ruhig bleiben (nicht nur wegen der Finanzkrise) ist mir ein Rätsel.
@DU-WEIßT-SCHON-WER und samuiman
samuiman, da haben wir ja einen “ähnlichen bereich
, den wir beackern. Meine Feststellungen seit ca. 30 Jahren sind ähnlich.
Warum die Massen so ruhig bleiben ? beispiel gefällig ? Gestern Abend beim runden 50. Geburtstag eines Nachbarn in kleiner geselliger Runde (kleiner Mittelständler mit ca. 50 Beschäftigten) gewesen. Alles lei(d)tende Angestellte und einige Beamte (gehobener Dienst) dabei. Es kam das Thema Finanzkrise und deren Genesis hoch. Nach ca. 1,5 Stunden sachlicher und interessanter Diskussion (sehr lange Monologe meinerseits …) sagte einer der Teilnehmer: ” Am besten ist es, wenn wir dieses sehr unerfreuliche Thema wechseln!” Was dann auch prompt geschah. Die Leute möchten (verständlicherweise an diesem Abend) nicht mit den Konsequenzen die Krise konfrontiert werden. Erst wenn es nicht mehr anders möglich ist, nur dann, denke ich, wird es zu spät sein.
@Max Risk: Die Argumentation ist das St. Florians Prinzip. Kann Deine Erlebniss leider nur bestätigen.
@wnw
Tut mir aufrichtig leid, aber der Trottel von der Straße (Leiharbeiter, Verkäufer, arbeitslos, -scheu oder einfach zu dämlich) interessiert mich einfach nicht sonderlich.
Ich habe das System absolut durchschaut, allerdings zu meinem eigenen Nutzen.
Auf dem Rücken der vielen Idioten wurde immer schon und wird auch heute – völlig zurecht – das Geschäft gemacht.
Auf weißer Birkenrinde haben dunkle Schmetterlinge eben schlechte Karten – und genauso ists im Leben.
Max
@max : das wort “schlechtes gewissen” scheint dir ja fremd zu sein, lol, aber deine ansichten sind schon recht heftig und eindimensional : ich nutzte die systemschwächen/fehler ja auch so gut wie möglich aus, versuche dabei aber nicht unbedingt einfach “strukturierte” menschen völlig über den tisch zu ziehen. zumal in letzter konsequenz dein handel zu “brasilianischen verhältnissen” führen würde und ich möchte nun wirklich nicht ständig die befürchtung haben, von einem “habenichts” wegen ner stulle ausgeraubt zu werden. aber hier liegt wahrscheinlich der unterschied zwischen uns,ich bin innendrin wahrscheinlich immer noch ein sozi und mir auch des glücks bewusst, dass ich im vergleich zu anderen habe, während dein darwinistischer ansatz eher dem prinzip, nach mir die sinflut entspricht. nicht jeder “vollidiot” hatte in seiner kindheit die möglichkeit, sich entsprechend zu bilden, und auch nicht jeder arbeitslose ist selbst für seine situation verantwortlich, da strickst du dir dein weltbild zu simple. ich bin sicherlich kein gutmensch, allerdings ist mir schon klar, dass wenn es der breiteren masse gutgeht, auch die oberen entsprechend gut leben können und ihren reichtum wesentlich angenehmer geniessen können, als wenn wir besagte brasilianische verhältnisse bekommen.
@ du weisst-schon-wer : weil die massen hier 24std. durch dumm-tv berieselt/hypnotisiert werden und solange es noch für´ne flasche bier im park reicht, die welt für viele noch in ordnung sind. ausserdem sind viele auch nur noch resigniert, allerdings solltest du nicht vergessen : der deutsche michel bewegt sich lange nicht, aber wenn, dann hat es immer gewaltig geknallt in der geschichte… und das möchte wohl keiner mehr erleben.
Ich hab nen Waffenschein.
Das verpflichtet in ester Linie zu verantwortungsvollem Umgang mit den Dingern.
Wenns aber trotzdem unbedingt mal sein müßte …
Max
PS: Die brasilianischen Verhältnissse sind ohnehin nur mehr eine Frage der Zeit. Wenn überhaupt.
@samuiman: die zielgerichtete Verblödung müssen wir nicht diskutieren. Das die Leute zu faul zur Revolution sind ist für mich schon irritierend. Wer begibt sich schon freiwillig in die Sklaverei Hartz IV. Das System hat es geschafft, dass der Mensch kein Freiheitsdrang mehr spürt und lieber mit seinen Fähnchen dem deutschen Fußball bei der EM zuwinkt.
Wo kämen wir denn hin wenn wir wieder über Werte nachdenken wie Altruismus, Humanismus – zu einem anderen Gesellschaftssystem? Alles hat sich dem dekadenten Kapitalismus unterzuordnen. Anscheinend wollen wir das alle.
@alle
Wenn man sich einig ist dass das aktuelle Geldsystem ein Kettenbrief ist, (zumindest in diesen auserlesenen Kreisen
dann ist es doch klar dass die Kollegen in Übersee die Pyramidenbasis seit 2001 gewaltig vergrößert haben!!!
Um das Spiel weiter zu spielen muss jetzt eine noch größere Basis her.
Wo soll das jetzt herkommen???
Diese Tatsachen waren allen großen Spiler am Russischen Rulett bekannt. Unser toll gefeierte Bundesmerkel hat am G8 Gipfel nichts in dieser hinsicht unternommen (wäre doch eine gute Gelegenheit gewesen, statt dem Putin die Leviten zu lesen).
Und jetzt für alle die das Hypothekenklientel anprangern, Frage:
Würdet ihr einem Mittelloßen Arbeitslosen geld verleihen? Unter normalen bedingungen nicht! Wenn man aber weiss dass dem seine ganze Familie und seine Nachkommen dafür haften werden dann wird man es tun. Und ist das nicht geschehen? Wenn man den ganzen Müll auch noch verkaufen kann dan ist es doch umso besser!!!
Jetzt kommt unsere Exportwirtschaft dazu! Wir haben exportiert und Gewinne erwirtschaftet die mit Gewinne bezahlt wurden die keine sind(wie es sich jetzt herausstellt) aber wenn das jetzt nicht mehr weitergeht dann werden wir sehr darunter leiden!!!
Das muss mir jetzt jemand genauer erklären!
Man sieht wie Ökonomen und Wirtschaftswissenschaftler denken!
Das hat mit Realität und Vernunft nichts mehr zu tun!
P.S. Sehr guter Blog – weiter so!!!
@Konrad
Frau Bundesmerkel waren schon zu G8 die hedgefunds und private equity entschieden zu unreguliert. Das sagte sie auch, nur die Bruderschaft George und Tony wollten dem nicht recht zustimmen. Liechtenstein ist eine Seite, aber wenn es um die Cyamans oder die Kanalinseln geht, gibt es keine Kompromisse. Also mußte Putin ein anderes Thema zur Ereiferung der Massen in den Ring werfen. Immerhin, Vladimir und George haben sich köstlich amysiert. Kein Wunder George sorgt für Höchstpreise von Vladimirs Waren, das ist Grund zu tiefer Freundschaft.
Ganz so mittellos dürften die mit den Holzhütten Beglückten nicht gewesen sein. Es stand von der ersten Vertragsunterzeichnungsminute an außer Frage daß sie Pleite gehen, aber ihre meinetwegen 5000 $ Anzahlung waren futsch, als Teil der Provision. Es war eine Party für Dumme, so, wie die Börse sonst eben auch funktioniert. Man muß nur gewaltig aufpassen nicht den “Schwarzen Peter” abzukriegen.
Erstaunlich,dass einige die Greater Fools-Theorie noch nicht kannten, obschon wir alle schon mehrfach darauf hereingefallen sind. So erklärt sich natürlich auch die Immobilienblase. Den letzten beißen immer die Hunde.
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